BMW i4: Hohe Nachfrage sorgt für Zusatzschichten

BMW will wegen der hohen Nachfrage nach dem i4 zusätzliche Schichten im Werk München einführen. Mittlerweile strecken sich die Wartezeiten bis ins dritte Quartal 2022.

Jetzt braucht es Zusatzschichten: Werkleiter Peter Weber, Betriebsrätin Elisabeth Altmann-Rackl und BMW-Vorstand Milan Nedeljkovic (v.l.) beim Produktionsstart des i4 in München. | Foto: BMW
Jetzt braucht es Zusatzschichten: Werkleiter Peter Weber, Betriebsrätin Elisabeth Altmann-Rackl und BMW-Vorstand Milan Nedeljkovic (v.l.) beim Produktionsstart des i4 in München. | Foto: BMW
Gregor Soller

Bis auf Teslas Model 3 hat der i4 bisher nicht allzu viel Konkurrenz – zumal er Gran Coupé-Optik punktet und damit ganz nah am Markenkern – der Dreier-Reihe liegt, von der er abgeleitet ist. Das scheint goutiert zu werden, zumal die Verbrenner der Vierer-Gran Coupés mittlerweile auch präsentiert wurden, aber kein allzu großes Echo auslösten. Doch für den i4 braucht es jetzt wegen der hohen Nachfrage wohl zusätzliche Schichten im Werk München. Die "Wirtschaftswoche" berichtete bereits, dass die Wartezeit für den i4 auf bis zu neun Monate angeschwollen sei.

Zumal der i4 von den Halbleiter-Engpässen weniger betroffen ist. Laut dem Münchner Werkleiter Peter Weber genieße er bei der Versorgung eine „gewisse Priorität". Was durch die Nachfrage abgedeckt zu werden scheint. Deshalb wolle BMW im ersten Quartal Samstagsschichten in München einführen. Laut einer Sprecherin führe man deshalb bereits Gespräche mit dem Betriebsrat. Eine Option wäre auch, einen Teil der 3er-Fertigung an andere Standorte zu verlagern, zum Beispiel nach Mexico.

Die Produktion lief bereits Ende Oktober an und damit sogar etwas früher als ursprünglich geplant. Laut dem Vertriebsvorstand Pieter Nota gebe es in Europa aktuell eine signifikant fünfstellige Zahl an Aufträgen nur für den i4. Viel, wenn man weiß, das täglich rund 1.000 3er- und 4er-Modelle gebaut werden können.

Der i4 läuft auf demselben Band mit wie die 3er und 4er mit Benzin-, Diesel- und Hybridantrieb. Vor allem der Unterboden und Hinterwagen sind massiv anders, wodurch die Hauptunterschiede im Rohbau auftreten – weniger in der Endmontage. Trotzdem ist der i4 der „Exot“ auf dem Band.

Was bedeutet das?

Auch bei 3er und 4er scheint sich Alles auf einen raschen „Tipping-Point“ zuzubewegen: Nachdem man zuletzt das Tesla Model 3 auch in Deutschland ziehen lassen musste, hat BMW jetzt ein echtes Konkurrenzprodukt in der Hand – auf das die Kundschaft gewartet zu haben scheint.

 

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