BMW enthüllt iX3

Der iX3 soll in China noch 2020 verkauft werden, in Deutschland ruft BMW brutto 69.800 Euro auf (mit 19 Prozent Mehrwertsteuer) – das sind knapp 58.660 Euro netto.

Optischer Tiefstapler: Der iX3 bietet viele Neuerungen. | Foto: BMW
Optischer Tiefstapler: Der iX3 bietet viele Neuerungen. | Foto: BMW
Gregor Soller

In München ließen die Testwagen ihre Hüllen mehr und mehr fallen – wenn dann nur noch Details kaschiert sind, weiß man, dass die Markteinführung kurz bevorsteht. Während der iNext noch maximal getarnt seine Runden dreht, fuhr der iX3 nur noch an den Stoßfängern kaschiert durch die Gegend, dabei wird er gar nicht in München gebaut: Denn der iX3 kommt ausschließlich aus dem chinesischen Shenyang von wo aus er exportiert wird. Bei ihm führt BMW die intern „fünfte Generation“ der E-Antriebe ein, die BMW jetzt neu paketiert hat: Elektromaschine, Leistungselektronik und Getriebe sind in einem Gehäuse zusammengefasst. Der im Heck montierte E-Motor leistet 210 kW und bietet über einen breiten Bereich das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern. Die Beschleunigung gibt BMW mit 6,8 Sekunden auf 100 km/h an, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 180 km/h begrenzt.

Der Akku mit einem Brutto-Energiegehalt von 80 kWh (74 kWh netto) soll bis zu 460 Kilometer Reichweite im WLTP-Zyklus bieten, der Normverbrauch in Europa soll laut BMW zwischen 18,5 und 19,5 kWh/100km liegen. Der Akku kann mit bis zu 150 kW schnellgeladen werden, die Dauer eines Ladevorgangs von 0 auf 80 Prozent kann so laut bis auf 34 Minuten sinken. Im SoC-Bereich läge die durchschnittliche Ladeleistung dann bei 104 kW. Die AC-Ladeleistung liegt bei 11 kW. Mit der BMW Charging Card sollen die Nutzer weltweit Zugang zu über 450.000 Ladepunkten erhalten. Kunden eines iX3 sollen hier aber einen Vorteil gegenüber anderen Nutzern der BMW Charging Card erhalten: An Ladesäulen von Ionity müssen iX3-Fahrer nur 0,29 Euro/kWh zahlen. In den beiden frei verfügbaren Tarifen der BMW-Charging Card wird bei Ionity der (zu hohe) Preis von 0,79 Euro/kWh berechnet, was die E-Modelle für Langstrecken uninteressant macht.

Weiterentwickelt hat BMW auch die Rekuperation, was man jetzt als adaptive Rekuperation bezeichnet: Dabei wird die Intensität mit Hilfe von Navidaten und den Sensoren der Fahrerassistenzsysteme an die ermittelte Verkehrssituation angepasst. Und das geht in der Praxis so: Bei der Annäherung an eine Kreuzung, einen tempolimitierten Streckenabschnitt oder ein vorausfahrendes Fahrzeug wird eher stark rekuperiert, während auf freier Strecke die Segel-Funktion greift, sobald der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal nimmt. Der Fahrer kann aber auch selbst zwischen drei Leistungsstufen bei der Rekuperation wählen. Stellt er den Wählhebel in der Mittelkonsole von D auf B, ist die maximale Rekuperation aktiv, die das One-Pedal-Fahren ermöglichen soll.

Ebenfalls neu: Beim iX3 greift erstmals die neue Beschaffungsstrategie für wichtige Batteriematerialien. Der Konzern kauft Rohstoffe wie Lithium und Kobalt direkt bei den Minen ein und stellt das Material dann den Zellherstellern zur Verfügung. Ebenfalls positiv: Der Kobalt-Anteil konnte im Vergleich zur vorherigen Batterie-Generation auf rund ein Drittel reduziert werden.

Bei so vielen Neuerungen ist es fast Schade, dass die sich alle in der fast unveränderten X3-Karosserie wiederfinden. Heißt: Getankt wird wie beim Verbrenner beifahrerseitig hinten und der Kofferraum bietet mit 510 bis 1.560 Liter Verbrennerniveau. Bei der Ausstattung gibt sich BMW spendabel: Serie sind Metallic-Lack, 3-Zonen-Klimaautomatik mit Standheizungs- und Standklimatisierungsfunktion, eine automatische Heckklappe, LED-Scheinwerfer und der Driving Assist „Professional“. Basis sind aerodynamisch optimierte 19-Zoll-Felgen, in der Ausstattungslinie „Impressive“ sind es 20-Zöller. Außerdem kommen hier noch Akustikverglasung, das Head-up-Display und Sportsitze dazu. Das Leergewichtstartet bei knapp 2,2 Tonnen und eine Anhängelast gibt es auch – wenn auch nur 750 Kilogramm.

Was bedeutet das?

Der iX3 trägt den Nerz nach innen: Er bietet gegenüber den bisherigen BMW-Stromern viele massive Weiterentwicklungen und steigt kompetent auf Augenhöhe neben dem Audi e-Tron, dem Jaguar I-Pace oder dem Mercedes-Benz EQC ein, zeigt dies optisch aber nicht. Und ist leider immer made in China.

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