BMW Bilanzpressekonferenz: Die Zukunft ist elektrisch!

Auf der Bilanzpressekonferenz gab der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger einen Ausblick auf die elektrifizierte Zukunft der Marke.

BMW greift wieder an: Ab 2020 soll jede Modellreihe auch als E-Version kommen. | Foto: BMW
BMW greift wieder an: Ab 2020 soll jede Modellreihe auch als E-Version kommen. | Foto: BMW
Gregor Soller

Kritisch und selbstbewusst eröffnete der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger die Bilanzpressekonferenz: Man denke konsequent vom Kunden her, was aber anscheinend nicht immer so ganz funktioniert hat, denn Krüger räumte ein: „Wir werden die Kunden künftig noch besser verstehen und sie begeistern.“

Nach diesem für BMW ungewöhnlich selbstkritischen Start schaltete der CEO dann wieder auf Angriff: „Die BMW Group wird den technologischen Wandel anführen. Dafür stellen wir 2018 weitere strategische Weichen. In Kürze eröffnen wir unseren Campus für autonomes Fahren bei München. Im Verlauf des Jahres präsentieren wir voll elektrische Konzeptfahrzeuge, die alle in Serie gehen: Der erste voll elektrische BMW – der iX3.“ Dazu sollen der etwas futuristischere Technologieträger BMW iNEXT und der BMW i Vision Dynamics kommen, den Krüger in Genf als i4 angekündigt hat. Wenngleich das noch etwas dauern dürfte: der erste elektrische Mini wird 2019 kommen, weitere i-Modelle neben i3 und i8 stehen wohl erst 2020 in den Showrooms.

Wichtig und mittlerweile fast schon eine Besonderheit: „Den iNEXT und den i4 fertigen wir in Deutschland.“ Denn, so Krüger: „Unsere Zukunft ist eindeutig elektrisch.“ Mit den Elektromodellen und den  Plug-in-Hybriden sei man schon heute in Europa Nummer eins. Die weitere Zukunft möchte man weiter allein und unabhängig meistern: „Dank unserer finanziellen Stärke stemmen wir die Transformation zur nachhaltigen und digitalisierten Mobilität aus eigener Kraft. Dazu qualifizieren wir unsere Mannschaft. Seit 2009 haben wir über 2,5 Milliarden Euro in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter investiert.“ Wobei auch hier Einschränkungen zu machen wären: Bezüglich der Zukunft der Marke Mini und deren Elektrifizierung knüpft BMW durchaus Bande nach China und bei der Brennstoffzelle sucht man ein bisschen Nähe zu Toyota.  

Konsequenz herrscht bei den Antriebsbaukästen: BMW nutzt „skalierbare Elektro-Baukästen“, dass ab 2020 alle Modellreihen mit allen Antriebsarten ausgestattet werden können. Die Kernbaureihen von BMW werden laut Produktionsvorstand Oliver Zipse künftig mit Verbrenner, Hybrid- oder Elektro-Antrieb angeboten. Alle drei Varianten sollen vom gleichen Band laufen, wobei die Produktion extrem flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren könne. Dass die Modell- auch eine „Antriebsoffensive“ sei, war wohl auch den Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft geschuldet, die auch bei BMW einen Verdacht auf Betrug bei der Diesel-Abgasreinigung vermutet. Für 2018 plant BMW, mindestens 140.000 elektrifizierte Fahrzeuge abzusetzen, bis Ende 2019 möchte man insgesamt die 500.000er-Marke knacken.

Was bedeutet das?

Nach einer kurzen Verschnaufpause scheint BMW wieder unter Strom zu stehen – was auch dem Konkurrenzdruck zuzuschreiben ist: VW kündigt die große I.D.-Offensive und Elektro-Neuheiten über alle Marken an, Daimler startet dann doch das EQ-Programm, Renault-Nissan-Mitsubishi kündigen weitere Modelle an, Toyota und Hyundai elektrifizieren munter weiter und selbst vermeintliche „Elektro-Schläfer“ wie Ford oder PSA samt Opel haben jetzt konkrete Elektrifizierungsstrategien angekündigt. Dazu kommen diverse chinesische Firmen mit mehr oder weniger edlen Elektrikern. Es war also Zeit für BMW, wieder fest aufs Fahrpedal zu steigen!

 

Printer Friendly, PDF & Email