BMW baut Pilotanlage für Zellfertigung in Logistikzentrum

In der Gemeinde Vaterstetten zieht der Hersteller eine Pilotfertigung für Batteriezellen auf, die eine Blaupause für eine Großserienfertigung bilden könnte. Ob es die gibt, ist noch offen.

Ursprünglich als reines Logistikzentrum geplant, soll jetzt ein Teil des neuen BMW-Areals in Parsdorf eine Pilotanlage für die Akkuzellfertigung beherbergen. | Visualisierung: VGP
Ursprünglich als reines Logistikzentrum geplant, soll jetzt ein Teil des neuen BMW-Areals in Parsdorf eine Pilotanlage für die Akkuzellfertigung beherbergen. | Visualisierung: VGP
Johannes Reichel

Der Automobilhersteller BMW plant in einer ursprünglich als Logistikzentrum angelegten Halle in Parsdorf bei München die Einrichtung einer Pilotanlage zur Batteriezellfertigung. Darüber hatte die Lokalausgabe der Süddeutschen Zeitung berichtet, mit Bezug auf eine Sitzung des Gemeinderats in Vaterstetten, in der die Pläne vorgestellt wurden. Im Juli vergangenen Jahres waren Pläne für ein neues 40.000-Quadratmeter-Logistikzentrum präsentiert worden. Auf diesem Areal soll jetzt ein Drittel der Fläche für die Versuchsanlage vorbehalten sein, an der einmal 150 Mitarbeiter an der nächsten Generation Batteriezellen forschen sollen. Die Anlage setzt ein Projekt fort, das der Hersteller mit der Eröffnung eines Kompetenzzentrums Batteriezelle im vergangenen Herbst begonnen hatte.

Jetzt sollen die Erkenntnisse offenbar auf ein größeres Maß skaliert werden. In Parsdorf will der Hersteller laut dem Bericht aus der Gemeinderatssitzung in der SZ eine voll funktionsfähige Batteriezellfabrik realisieren. Diese werde, so skizzierte der Leiter der Abteilung Batterie- und Brennstoffzelle, Jörg Hoffmann in der Sitzung, von der Verarbeitung der Rohstoffe wie Nickel, Mangan oder Kobalt bis zum Test der kompletten Zellen alle Fertigungsschritte umsetzen. Ziel sei es wiederum, die hier gewonnenen Erkenntnisse auf eine spätere Großserienfertigung zu transferieren. Damit will der Hersteller aber noch keine Entscheidung über eine tatsächliche Akku-Produktion getroffen haben, man schließt es aber auch nicht aus.

"Die Anlage in Parsdorf kann einen Beitrag leisten, damit wir diese Entscheidung überhaupt treffen können", erklärte Hoffmann laut SZ.

Den Start will man mit 50 Mitarbeitern im Zweischicht-Betrieb machen, in einigen Jahren soll hier aber im Dreischichtbetrieb mit der dreifachen Mitarbeiterzahl produziert werden. Das alles ist für die Gemeinde von Relevanz, weil es auch Änderungen am Flächennutzungs- und Bebauungsplan mit sich bringt, die aber äußerlich überschaubar sein sollen. In der Halle selbst sind allerdings deutlich höhere Sicherheitsauflagen zu erfüllen.

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