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BMW baut E-Mini mit Great Wall in China

Der elektrische Mini der nächsten Generation wird nicht mehr aus Großbritannien, sondern aus China kommen.

Große Zeremonie: Mit Great Wall baut BMW in China ein neues Werk, das künftig auch E-Minis produzieren soll. | Foto: BMW
Große Zeremonie: Mit Great Wall baut BMW in China ein neues Werk, das künftig auch E-Minis produzieren soll. | Foto: BMW
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Gregor Soller

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern: BMW wird den Elektro-Mini in China bauen. Zusammen mit Great Wall Motor wird ein Werk für E-Fahrzeuge hochgezogen. Die BMW Group wird dort zukünftig den elektrischen Mini produzieren. Mit rund 3.000 Mitarbeitern wird das Werk nach der Anlaufphase über eine Standardkapazität von bis zu 160.000 Fahrzeugen pro Jahr verfügen. Beide Partner investieren zusammen insgesamt umgerechnet rund 650 Mio. Euro. Die Bauphase ist für 2020 bis 2022 geplant.

Der Standort des neuen Werkes liegt in Zhangjiagang in der Provinz Jiangsu, wo der offizielle Start gefeiert wurde. Dieser stellt den nächsten wichtigen Schritt der Zusammenarbeit zwischen Great Wall Motors und der BMW Group dar. Im Sommer 2018 war der 50:50 Joint Venture-Vertrag in Anwesenheit des chinesischen Premierministers Li Keqiang und der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin unterzeichnet worden.

Das Gemeinschaftsmodell umfasst neben der Produktion auch die gemeinsame Entwicklung von batterieelektrischen Fahrzeugen im weltweit größten Markt für Elektromobilität. Das Joint Venture sieht die Produktion zukünftiger elektrischer Mini-Modelle sowie mehrerer Modelle und Marken für Great Wall Motor vor. Das einstige Morris-Werk MINI Oxford soll das „Herzstück und die Heimat“ der Mini-Fertigung bleiben, während das Joint Venture Spotlight Automotive laut BMW „zusätzliche Kapazität und Flexibilität“ bieten wird.

Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG und zuständig für Finanzen, erklärte die strategische Bedeutung der Zusammenarbeit mit Great Wall Motors: „Dieses Joint Venture wird es uns ermöglichen, eine größere Anzahl von Elektrofahrzeugen der Marke MINI zu attraktiven Konditionen für den Weltmarkt zu produzieren.“ 

Zhangjiagang wurde wegen dem soliden Lieferantennetz, der qualifizierten Arbeitskräfte vor Ort und der guten Infrastruktur als Standort für das Spotlight-Werk ausgewählt. Darüber hinaus ist Jiangsu eine der führenden Provinzen in den Bereichen Finanzen, Bildung und Technologie. Die BMW Group wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den etablierten Vertriebsstrukturen und -kanälen in China fortsetzen. Das Gemeinschaftsunternehmen wird keine zusätzliche Vertriebsorganisation in China für zukünftige Elektrofahrzeuge aus dem Joint Venture aufbauen. Jeder Joint-Venture-Partner wird seinen eigenen Vertriebskanal für seine spezifischen Marken nutzen.

Für BMW bleibt China einer der wichtigsten Märkte: Das Joint Venture BMW Brilliance Automotive wurde mittlerweile zur Erfolgsgeschichte der BMW Group auf ihrem größten Markt. Ähnlich möchte man nun die etwas in Stocken geratene Expansionsstrategie der Marke Mini beschleunigen.

Was bedeutet das?

Menschenrechte hin oder her, die schiere Marktmacht und der Druck, immer weiter zu wachsen, zwingt alle Hersteller zur Präsenz in China. Und für den lokalen Markt ist es auch von Vorteil, dort zu produzieren – zumal man mit kompakten Stromern nur schwer Geld verdienen kann. Deswegen sucht auch BMW mit Mini sein Heil (wie Daimler künftig mit Smart) in China. Die niedrigeren Löhne wiegen vieles auf – mittelfristig scheint es immer schwieriger zu werden, die Automobilproduktion in Europa zu halten. Insofern profitieren die europäischen BMW-Werke von der Expansion allenfalls marginal.

 

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