BMVI: Förderaufruf für alternative Antriebe auf der Schiene

Das BMVI-Elektrfizierungsprogramm Plus: Weg vom Diesel auf nicht elektrifizierten Strecken. Vor allem Antriebe auf Basis von Akkus und Wasserstoff stehen im Fokus stehen.

Auf Strecken ohne Oberletung sollen alternativ angetriebene Züge für CO2-Neutralität bis 2050 sorgen. | Foto: Tom Grünbauer/Unsplash
Auf Strecken ohne Oberletung sollen alternativ angetriebene Züge für CO2-Neutralität bis 2050 sorgen. | Foto: Tom Grünbauer/Unsplash
Gregor Soller

Der bis zum 31. August 2021 laufende Förderaufruf ist Teil des vom BMVI aufgelegten Elektrifizierungsprogramms Plus. Bezuschusst wird dabei vor allem die Beschaffung von innovativen Schienenfahrzeugen oder die Umrüstung auf alternative Antriebe auf Strecken ohne Oberleitung. Dort fahren in der Regel (meist noch) dieselbetriebene Züge, denen gegenüber alternative Antriebe eine signifikante CO2-Einsparung voraus hätten.

Auch die Infrastruktur wird gefördert

Dazu fördert man in dem Aufruf den Bau einer Lade- respektive Wasserstoffbetankungsinfrastruktur sowie Elektrolyseanlagen zur Erzeugung von Wasserstoff sowie Studien zu Einsatzmöglichkeiten im jeweiligen Streckennetz. Pro Investitionsvorhaben und Unternehmen ist die Fördersumme auf 15 Millionen Euro begrenzt. Bei Machbarkeitsstudien beträgt das Budgetlimit 150.000 Euro.

Insgesamt stehen für die Beschaffung der Fahrzeuge laut dem Bundesverkehrsministerium 227 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge im Rahmen des ersten Förderaufrufs können bis Ende August 2021 eingereicht werden. Minister Andreas Scheuer kommentiert den Aufruf wie folgt:

„Um noch umweltfreundlicher unterwegs zu sein, setzen wir die Schiene weiter unter Strom – und ersetzen Dieselloks durch saubere Fahrzeuge mit Batterie und Brennstoffzelle. Zudem fördern wir die dafür notwendige Lade- und Tankinfrastruktur.“

Das BMVI hat bereits in den vergangenen Jahren mehrere Entwicklungsprojekte für alternative Antriebe bei Triebwagen gefördert. Beispiele dafür sind das Vorhaben zur Schaffung eines regionalen H2-Ökosystems für den Zugverkehr in Brandenburg oder die Entwicklung einer Straßenbahn mit Brennstoffzellenantrieb.

Was bedeutet das?

Das Bundesverkehrsministerium im Frühjahr 2021 sein 2019 aufgelegtes Elektrifizierungsprogramm für die Schiene weiterentwickelt. Seitdem läuft es als Elektrifizierungsprogramm Plus. So sollen bis 2050 alle(!) gefahrenen Zugkilometer klimaneutral zurückgelegt werden. Dafür sollen 70 Prozent des Schienennetzes mit Oberleitungen ausgerüstet werden. Auf Strecken ohne Oberleitungen sollen alternative Antrieben für Klimaneutralität sorgen.

 

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