Bikesharing: Donkey Republic zieht positive Bilanz für 2019

Europas am schnellsten wachsender Bikesharing-Service bietet jetzt über 15.000 Sharing-Räder an knapp 70 Standorten an.

Donkey Republic konnte sein Wachstum 2019 fortsetzen. Die App wurde optimiert. | Foto: Donkey Republic
Donkey Republic konnte sein Wachstum 2019 fortsetzen. Die App wurde optimiert. | Foto: Donkey Republic
Gregor Soller

Das dänische Bikesharing-Startup Donkey Republic ist nach eigenen Angaben erfolgreich durch 2019 geradelt und zieht nach dem Abschluss seines vierten Geschäftsjahres eine positive Bilanz: Man bezog ein neues, größeres Büro, erweiterte das Team und optimierte die App. Am wichtigsten jedoch: Es wurden neue Sharingstandorte eröffnet, die Fahrrad-Flotte wurde vergrößert und die Dänen führten weitere Fahrzeugtypen ein.

Donkey Republic liefert interessante Fakten zu den Zahlen

2019 wurden laut Donkey Republic mehr als 1,56 Millionen Trips auf den mittlerweile mehr als 15.000 Donkey Bikes absolviert, bei denen mindestens 3,03 Millionen Kilometer zurückgelegt wurden – ermittelt wurde die direkte Entfernung zwischen den Verleihstationen, da Donkey Republic die zurückgelegten Strecken nicht trackt, um die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer zu schützen. Die genaue Zahl dürfte laut Donkey Republic um einiges höher liegen. Der eifrigste Kunde schaffte im Jahr 2019 ganze 952 Anmietungen, das sind mehr als 2,5 pro Tag! Insgesamt wurden die Donkey Bikes 2019 mehr als 1,38 Millionen mal angemietet. Die Pannen- und Servicequote fällt gut aus: 97 Prozent aller Anmietungen endeten ohne Zwischenfälle oder Beanstandungen. Um die übrigen 3 Prozent hat sich das Support-Team des Bikesharers gekümmert, in den meisten Fällen handelte es sich um Kundenanfragen bezüglich der Anmietung und Abrechnung, oder bezüglich der Kaution: Donkey reserviert bei jeder Anmietung, die ohne Mitgliedschaft erfolgt, zur Sicherheit den Betrag für eine 24-stündige Ausleihe, abgerechnet wird am Ende natürlich nur die tatsächliche Nutzungszeit.

Auch die Benutzerfreundlichkeit wurde überarbeitet

Anfang 2019 wurde das "JustRide"-System gelauncht, das die Abrechnung automatisiert und noch komfortabler gemacht hat. Zeitgleich wurde die App optimiert und mit neuen Funktionalitäten wie einem ausführlichen Hilfe-Menü sowie einer direkteren Kundenkommunikation ausgestattet und mit einem neuen Look versehen. Über die App von Donkey Republic können seit einigen Monaten außerdem nicht nur Fahrräder ausgeliehen werden: mit E-Bikes und jüngst E-Kickscootern sind zwei weitere Fahrzeugtypen in die Donkey-Flotte aufgenommen worden, die an einigen ausgewählten Standorten zur Verfügung stehen. Für die Elektrofahrzeuge wurden nachhaltige Nutzungskonzepte erstellt, zu denen auswechselbare Batterien und eine Lade-Logistik via E-Cargobikes gehören. 2019 startete man auch neue Kooperationen. So ist Donkey Republic nun Mitglied beim General Bikeshare Feed Specification (GBFS), einem Open-Data-Standard für Bikesharing-Anwendungen. Daneben wurde Donkey Republic in zahlreiche Mobilitäts- und Reiseplanungsapps integriert, wie Transit, Urbi, Rydes, OpenBike, Findabike, Geovelo, TimesUpp, Minrejseplan, Moovit, MVV, Tripps, Moop Mobility. In Kürze kommen noch WienMobil, die offizielle App der Wiener Linien, sowie Jelbi, der Aggregator von BVG und Trafi, hinzu. Entsprechend wuchsen die Dänen auch "analog": Acht Standorte in sechs Ländern kamen neu hinzu. Darunter die Städte Glostrup, Herning und Odense in Dänemark, Gent in Belgien, Utrecht in den Niederlanden, Genf in der Schweiz, Valenciennes in Frankreich und Reykjavik in Island.

Aus Hamburg und Paris zog man sich zurück

Zudem wurden alle bestehenden Standorte analysiert, welchen Nutzen sie den jeweiligen Städten bieten. Als Reaktion auf die wachsende Konkurrenz in einem weitgehend unregulierten Markt hat man sich entschieden, die beiden Standorte Paris und Hamburg zu schließen. Die Fahrräder aus diesen Flotten wurden an Standorte mit hoher Nachfrage verteilt. Aktuell ist Donkey Republic somit in 69 Städten in 15 Ländern vertreten: Dänemark, Niederlande, Schweden, Spanien, Deutschland, Ungarn, Großbritannien, Schweiz, Belgien, Finnland, Portugal, Island, USA, Frankreich und Österreich. In anderen Städten hat Donkey Republic gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort zukunftsweisende Regulierungen und Mobilitätskonzepte entwickelt und umgesetzt. So wurde zum Beispiel in Budapest gemeinsam mit der Stadt und anderen Mikromobilitätsanbietern im Sommer der erste Mobility Point der Stadt eröffnet, der dazu beitragen soll, dass für Pendler künftig Shared-Mobility-Lösungen zur Verfügung stehen. Für Kopenhagen, wo auch der Hauptsitz des Bikesharers liegt, wurde ein Code of Conduct entwickelt und veröffentlicht. Donkey Republic wurde, auch infolge des jahrelangen Dialogs mit der dänischen Hauptstadt, nach der Einführung neuer Regulierungen als Haupt-Bikesharing-Anbieter ausgewählt. In Deutschland schließlich hat sich Donkey Republic gemeinsam mit weiteren Unternehmen unter dem Dach des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in dem neugegründeten New Mobility Forum zusammengeschlossen, um eine nachhaltige Zukunft der urbanen und ländlichen Mobilität mitzugestalten.

„Shepherds“ sorgen für eine funktionierende „Herde“ an Drahteseln

Die Shepherds, wie die Fahrradmechaniker bei Donkey genannt werden, haben sich auch 2019 zu zwei Shepherd Summits getroffen, um einige Tage Herausforderungen zu diskutieren und Wissen auszutauschen. Der guten Pflege ist es zu verdanken, dass die hochwertigen Donkey-Bikes rund 4 Jahre im Sharing-Einsatz gehalten werden können – ein wesentlicher Bestandteil in der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Auch 2019 hat Donkey Republic zahlreiche Events und Veranstaltungen mit einem kostenfreien Zugang zu den Sharing-Bikes unterstützt, wie zum Beispiel Critical Mass, ibikeBP, Klimaschutz-Demonstrationen, CHART art fair. Für die Pride Weeks in Berlin und Kopenhagen stattete das Startup zudem hunderte Fahrräder mit der Regenbogen-Flagge aus. In der französischen Stadt Valenciennes war Donkey Republic während und nach der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019 ein wichtiger Teil des Mobilitätskonzepts.

Crowdfunding in den Niederlanden soll Unabhängingkeit sicherstellen

Donkey Republic ist die europaweit einzige Bikesharing-Plattform, hinter der keine großen Investoren stehen und die ohne große Fördermittel auskommt. Dank schlanker Strukturen, motivierter Mitarbeiter und einer tollen Nutzer-Community kann das Unternehmen erfolgreich wirtschaften. Einer der Schlüsselmärkte für das Jahr 2020, in denen Donkey Republic das höchste Wachstum erwartet, sind die Niederlande. Um der dortigen Nachfrage gerecht zu werden und die Fahrrad-Flotte entsprechend auszubauen, hat der Bikesharer ein Crowdfunding in den Niederlanden ins Leben gerufen, das gerade erfolgreich abgeschlossen wurde. Mit den eingesammelten 700.000 Euro wird nun die niederländische Flotte von aktuell rund 1.400 Bikes auf bis zu 5.000 Fahrräder aufgestockt, womit die Niederlande zum größten Standort von Donkey Republic wird.

Was bedeutet das?

Donkey Republic kann auf ein erfolgreiches 2019 zurückblicken. Man darf gespannt sein, wie sich die weiteren Pläne des Unternehmens im Zuge der Corona-Krise 2020 entwickeln. Wobei Fahrräder den Vorteil haben, hier zu den „sicheren“ individuellen Verkehrsmitteln zu zählen. Entsprechend könnten sich die Einbußen der Dänen im Rahmen halten.

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