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BEVs bauen ihren Marktanteil weiter aus

Durch Produktionsengpässe verliert das Absatzwachstum von Batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (BEV) an Fahrt, weil die Produktionskapazitäten können in Europa 2022 nur zur Hälfte ausgeschöpft werden können. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH forcieren europäischen Fahrzeughersteller verstärkt den Aufbau unabhängiger Lieferketten.

Soll den Absatz der BEVs bei Volkswagen weiter beflügeln: der Elektro-Passat ID 6.| Foto: Volkswagen
Soll den Absatz der BEVs bei Volkswagen weiter beflügeln: der Elektro-Passat ID 6.| Foto: Volkswagen
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Thomas Kanzler

Das Wachstum der weltweiten Neuzulassungen von reinelektrischen Fahrzeugen hat sich im zweiten Quartal 2022 durch Lieferkettenprobleme und Lockdowns in China verlangsamt. Dennoch stiegen die Marktanteile von BEVs in Deutschland und weiteren wichtigen Märkten weiter an. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen „Electric Vehicle Sales Review“ von PwC Autofacts und Strategy&, der Strategieberatung von PwC, in der die Neuzulassungszahlen in weltweit 14 ausgewählten Märkten ausgewertet werden. Demnach wurden im zweiten Quartal 2022 weltweit immer noch 61,7 Prozent mehr BEVs zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal 2022 lag das Wachstum allerdings noch bei 108 Prozent.

In China bereits 17 Prozent BEVs

Trotz abkühlenden Wachstums wuchs der Marktanteil von BEVs in vielen Schlüsselmärkten. In Deutschland machten batterieelektrische Fahrzeuge im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 13,5 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen aus, im Vorjahreszeitraum lag ihr Anteil bei 10,7 Prozent. Die USA verzeichneten sogar mehr als eine Verdopplung von 2,2 auf 4,8 Prozent aller Neuzulassungen. In China wuchs der BEV-Anteil der Neuzulassungen von 7,7 auf 17 Prozent. Während Plug-In-Hybride (PHEV) vor allem in Europa weiter an Bedeutung verloren, zogen ihre Verkaufszahlen in China deutlich stärker an als die von BEVs. Gründe dafür sind neue Fahrzeugmodelle sowie Lücken in der Ladeinfrastruktur.

Ungebrochener Trend zur E-Mobilität

In China machten die deutschen Autobauer trotz der begrenzten Produktionskapazitäten weiter Boden gut und konnten ihren BEV-Marktanteil von 3 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 4 Prozent im ersten Halbjahr 2022 steigern. Im Weltmarkt sackte der Marktanteil deutscher OEMs allerdings von 14 auf 11 Prozent ab.

„Die Elektromobilität stemmt sich gegen einen strauchelnden Gesamtmarkt. Deutsche Automobilhersteller und somit ihre Kunden waren besonders stark von Lieferengpässen als wirtschaftlicher Folge des Kriegs in der Ukraine betroffen. Daher waren Produktverfügbarkeit und Auswahloptionen bei Modellen und Farben eingeschränkt und die Lieferzeiten entsprechend lang“, sagt Felix Kuhnert, Partner und Automotive Leader bei PwC Deutschland. „In Europa werden in diesem Jahr nur knapp 1,5 Millionen BEVs produziert werden – bei maximaler Kapazität und ohne Engpässe könnten es mehr als doppelt so viele sein. Derzeit beobachten wir bereits erste Anzeichen für eine Entspannung der Lieferengpässe und rechnen mit mehr Produktionskapazitäten für Elektroautos mit einem stärkeren Wachstum im zweiten Halbjahr. Für Deutschland erwarten wir mittel- und langfristig eine konstant steigende Nachfrage nach Elektroautos, die auch durch die erwarteten Kürzungen der staatlichen Förderungen nicht stark gebremst werden dürfte.“

Europa braucht unabhängige Lieferketten

Um sich in Zukunft besser gegen externe Schocks zu wappnen, setzen die europäischen Hersteller auf milliardenschwere Investitionen in unabhängige europäische Lieferketten, vor allem bei Batterien.

„Wir erwarten bis 2030 in Europa eine Batterienachfrage von rund 1 TWh und entsprechende Produktionskapazitäten“, prognostiziert Dr. Jörn Neuhausen, Director bei Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. „Für den Standort Europa geht es jetzt vor allem um Unabhängigkeit: Heute stammen noch über 60 Prozent der Vormaterialien für Batterien aus China und keiner der Top-20 Batterieproduzenten ist aus Deutschland. Das Rennen zur Erschließung der europäischen Lieferkette ist in vollem Gange und es entsteht ein lokales, europäisches Geschäftspotenzial mit Urmaterialien. Die europäischen OEMs sollten ihr Augenmerk auch auf die Etablierung einer ausreichenden Versorgungssicherheit dieser Urmaterialien richten.“

Was bedeutet das?

Die Lieferketten-Krise zwingt die europäischen Hersteller zum Aufbau eigener Fertigungskapazitäten und weniger Abhängigkeit von China. Das kann auf längere Sicht nur von Vorteil sein.

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