Berlin: Stoffel Vandoorne & Nyck de Vries holen 1. Formel-E-Doppelsieg für Mercedes

Mercedes-Benz EQ hat seine erste Formel-E-Saison mit dem ersten Sieg abgeschlossen: Stoffel Vandoorne gewann beim sechsten und letzten Rennen in Berlin-Tempelhof von der Pole-Position aus, während Teamkollege Nyck de Vries den Doppelsieg für die schwarzen "Silberpfeile" perfekt machte.

Stoffel Vandoorne sicherte sich mit seinem ersten Formel-E-Sieg den Vize-Titel. | Foto: FIA Formula E
Stoffel Vandoorne sicherte sich mit seinem ersten Formel-E-Sieg den Vize-Titel. | Foto: FIA Formula E
Timo Pape

Mercedes-Benz EQ hat seine erste Formel-E-Saison mit dem ersten Sieg abgeschlossen: Stoffel Vandoorne gewann beim sechsten und letzten Rennen in Berlin-Tempelhof von der Pole-Position aus, während Teamkollege Nyck de Vries den Doppelsieg für die schwarzen "Silberpfeile" perfekt machte. Sebastien Buemi wurde Dritter, Rene Rast kam auf Platz 4 ist Ziel. Die Vizemeisterschaft der Fahrer holte sich durch seinen Sieg Vandoorne.

Direkt am Start wagte Rene Rast auf der Außenbahn den Angriff auf Sebastien Buemi, blieb jedoch dahinter. Lucas di Grassi machte Plätze gut und zog in die Top 10 ein, auch die beiden DS-Piloten arbeiteten sich vor. Ansonsten lief alles gesittet ab. Stoffel Vandoorne verteidigte die Führung und erarbeitete sich direkt einen kleinen Vorsprung von anderthalb Sekunden. Sein Mercedes-Teamkollege Nyck de Vries machte einen Platz gut, indem er Rast überholte. Edo Mortara ging seinerseits an Robin Frijns vorbei und übernahm Rang 5.

Rast holte sich die schnellste Runde, Frijns seinen Vordermann Mortara. Dann ging Rast an de Vries vorbei, weil sich der Niederländer bereits seinen ersten Attack-Mode abholte. Dann bewaffnete sich auch Vandoorne mit der Zusatzleistung und musste seine Führung zunächst an Buemi abgeben. Diese holte sich der Mercedes-Pilot aber schon Anfang der nächsten Runde zurück. Auch Buemi fuhr durch die Attack-Zone und blieb knapp vor Rast. Erstmals die Doppelführung für Mercedes nach zwölf Minuten.

Nach einer Viertelstunde überholte Buemi de Vries in Kurve 1 und nahm wieder die Verfolgung von Vandoorne auf. Di Grassi passierte seinerseits Sergio Sette Camara für Platz 8, nachdem sich der Brasilianer im Dragon bislang gut gehalten hatte. Dann aktivierte auch Rast seinen ersten Attack-Mode und musste Frijns vorerst vorbeilassen. Rast holte sich den Platz jedoch wenig später zurück. Schon vor der Rennhalbzeit aktivierten beide Mercedes-Fahrer ihren jeweils zweiten Attack-Mode.

Mercedes zu effizient für Nissan & Audi

Eine Runde später reagierte Buemi und fuhr seinerseits durch die Attack-Zone, verlor diesmal allerdings eine Position gegen Rast. Er sollte den Deutschen jedoch schon am Ende der Start- und Zielgeraden wieder kassieren. Di Grassi verbesserte sich auf Platz 6. Weiter hinten gingen die beiden DS mit aller Macht an Alex Sims vorbei. Für Buemi wurde es nun ernst, denn er lag noch hinter de Vries, und sein Attack-Mode lief ebenfalls allmählich aus. In Kurve 1 schaffte er es jedoch gerade noch rechtzeitig zurück auf den zweiten Platz.

Während Max Günther 17 Minuten vor Schluss in die Top 10 vorstieß, holte sich Rast seinen zweiten Attack-Mode und konnte seine Position gegen Frijns verteidigen. De Vries machte Druck auf Buemi und hatte bis dahin beinahe zwei Prozent mehr Energie gespart als der Schweizer. Dann griff di Grassi im Attack-Mode Frijns an. Es kam in Kurve 1 zur Berührung, doch Frijns konnte sich mit aller Härte verteidigen. De Vries zündete vor Kurve 7 seinen FANBOOST, aber auch Buemi konnte sich behaupten. Teamkollege Oliver Rowland verlor nach Kontakt zunächst einen Teil seines Frontflügels und gab das Rennen an der Box schließlich auf.

Spannend wurde es anschließend im Kampf um die Top 5. Sam Bird hatte sich in seinem letzten Rennen für Virgin still und heimlich nach vorn gearbeitet und ging nun an di Grassi vorbei. Im Attack-Mode passierte er wenig später sogar Teamkollege Frijns und übernahm Rang 5. Dann kam es zum nächsten Kontakt zwischen Frijns und di Grassi, doch diesmal ging der Audi-Fahrer vorbei. Beim Manöver kollidierten beide miteinander. Frijns fiel wenig später mit einem Reifenschaden weit zurück, wobei er auch Günther stark beeinträchtigte. Etwas weiter vorn griff de Vries Buemi an und überholte den Nissan-Piloten - Mercedes auf Kurs Doppelsieg!

De Vries sogar mit Siegchancen

In den letzten zwei Runden ging es einmal mehr vor allem um die verbliebene Energie - de Vries war hier in der besten Position. Er holte sukzessive auf seinen Teamkollegen auf und hätte womöglich sogar noch zum Angriff ansetzen können, hätte das Rennen nur noch ein bisschen länger gedauert. Letztlich blieb Vandoorne jedoch vor und gewann. De Vries machte den Doppelsieg für Mercedes perfekt. Den dritten Platz holte sich Buemi vor Rast und Bird.

In der Fahrerwertung ging es am Ende denkbar knapp zu: Vandoorne krönte sich mit einem Punkt Vorsprung auf Jean-Eric Vergne zum Vize-Meister der Formel E. Gesamtvierter wurde Buemi vor seinem Teamkollegen Rowland. Bester Deutscher in der Abschlusstabelle ist Andre Lotterer als Sechster - zwei Punkte vor Günther auf Gesamtrang 9.

In der Teamwertung machte Nissan die Vize-Meisterschaft perfekt. Mercedes beendete sein erstes Formel-E-Jahr als Werksteam auf einem starken dritten Gesamtrang. Vierter wurde das Audi-Kundenteam Virgin vor BMW, die beim "Sixpack von Berlin" in Summe ordentlich Federn ließen. Audi wurde Sechster, Porsche Achter. Mit Nio blieb erstmals ein Team in der Formel-E-Geschichte punktlos.

Die siebte Formel-E-Saison - das erste Weltmeisterschaftsjahr für die Elektroserie - beginnt am 16. Januar 2021 in Santiago de Chile.

Printer Friendly, PDF & Email