Berlin: BVG startet inklusives On-Demand-Angebot „Muva“

Die Berliner Verkehrsbetriebe vereinen zwei neue Serviceangebote unter einer Dachmarke – einen Aufzugersatz für Fahrgäste mit Handicap und ein neues On-Demand-Angebot mit Rufbussen für alle in einem rund 62 Quadratkilometer großen Einsatzgebiet im Osten der Stadt.

Der Startschuss für die beiden neuen On-Demand-Serviceangebote der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) unter dem Namen „Muva“ ist am 15. September gefallen. (Foto: BVG/René Lohse)
Der Startschuss für die beiden neuen On-Demand-Serviceangebote der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) unter dem Namen „Muva“ ist am 15. September gefallen. (Foto: BVG/René Lohse)
Redaktion (allg.)
von Martina Weyh

Der Startschuss für die beiden neuen On-Demand-Serviceangebote der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) unter dem Namen „Muva“ ist am 15. September gefallen. Schon lange erwartet, bietet der „BVG Muva Aufzugersatz“ in einem Pilotgebiet eine alternative, barrierefreie Fahrmöglichkeit für mobilitätseingeschränkte Personen, wenn beispielsweise ein Aufzug am Bahnhof ausfällt. Nach einer Testphase von einem Jahr soll das Angebot „Aufzugersatz“ auf die ganze Hauptstadt ausgeweitet werden, heißt es in der Pressemitteilung der Berliner.

„BVG Muva Flexible Fahrt“ hingegen steht für ein neues On-Demand-Angebot mit Rufbussen für alle in einem rund 62 Quadratkilometer großen Einsatzgebiet im Osten der Stadt.

Elektrische und konventionelle Fahrzeuge im Einsatz

Zum Betriebsstart sind insgesamt 20 Fahrzeuge der Typen Mercedes-Benz Vito und Mercedes-Benz Sprinter unterwegs. Die kleineren Vitos sind rein elektrisch unterwegs, die größeren Sprinter, in deren Innenraum mehrere Rollstühle Platz finden, werden hingegen konventionell angetrieben.

Wenn der „BVG Muva“ für den fehlenden Aufzug einspringt, gibt es feste, markierte Haltestellen, um ein sicheres Ein- und Aussteigen der Fahrgäste zu gewährleisten. Die barrierefreie Mobilitätsgarantie als Aufzugersatz kann entsprechend der Betriebszeiten der U- und S-Bahnen genutzt werden.

Für die flexiblen Fahrten mit dem Rufbus rund um die Uhr werden hingegen sowohl Bushaltestellen als auch weitere „virtuelle“ Haltepunkte im Bediengebiet genutzt, zum Beispiel an Kreuzungen oder Straßenecken. Trotz insgesamt rund 4.000 Haltepunkten ist der „BVG Muva“ kein Tür-zu-Tür-Service.

Gebucht wird über die gemeinsame „BVG Muva“-App für Android oder iOS. Für die Nutzung der Mobilitätsgarantie ist eine telefonische Buchung unter (030) 256-55555 möglich, für die flexiblen Fahrten unter (030) 256-23333.

„Mit dem Muva-Pilotprojekt kommen wir einer Mobilitätsgarantie für alle Fahrgäste, die auf barrierefreien Nahverkehr angewiesen sind, ein großes Stück näher. Wo ein Aufzug ausfällt oder leider noch fehlt, soll niemand mehr auf der Strecke bleiben, denn per App oder per Telefon kann ab sofort der Muva-Bus bestellt werden“, so Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz in Berlin.

„BVG Muva“ nur mit VBB-Ticket

Als Mobilitätsgarantie steht der „BVG Muva“ bei fehlendem oder defektem Aufzug zur Verfügung, sofern eine alternative barrierefreie Route mit Bus und Bahn wesentlich länger dauern würde. Dieser Service wird zunächst entlang der U8, Teilen der U5 sowie an den S-Bahnhöfen Marienfelde und Attilastraße erprobt. Die Nutzung steht allen Fahrgästen mit Mobilitätseinschränkungen offen – z.B. Menschen mit Schwerbehinderungen, Senior*innen, Personen mit Kinderwagen oder Kleinkindern, Personen mit Gepäck. Zur Mitfahrt reicht beim Aufzugersatz ein gültiges VBB-Ticket.

Die flexiblen Fahrten ergänzen im Bediengebiet den klassischen Linienverkehr. Natürlich kommt auch bei diesem Service bei Bedarf ein barrierefreies Fahrzeug. Voraussetzung ist auch hier ein gültiges VBB-Ticket, egal ob Abonnement oder z.B. Einzelfahrausweis. Hinzu kommen pauschale Zuschläge.

„Bequem, einfach, bedarfsgerecht – so soll öffentlicher Nahverkehr sein, damit die Menschen ihn gern und häufig nutzen ... Damit unterstreichen wir unser gemeinsames Ziel: Mobilität für alle, jederzeit und überall in Berlin“, erläutert Eva Kreienkamp, Vorstandsvorsitzende der BVG.

Für den „BVG Muva“ kommen Technologien und Betriebsleistungen der Firma Via zum Einsatz, die sich im Frühjahr bei einer Ausschreibung durchgesetzt hatte. Der Vertrag läuft bis Jahresende 2025.

In den kommenden Monaten soll der „BVG Muva“-Service für die flexiblen Fahrten um weitere Funktionen ergänzt werden. Noch in diesem Jahr wird die App dann auch intermodale Verbindungen anzeigen. Dann können sich die Fahrgäste mit einem Blick über die gesamte Reisekette aus „BVG Muva“, Bus und Bahn informieren. Ab Anfang 2023 soll es zusätzlich die Möglichkeit geben, Fahrten im Voraus zu buchen.

Alle Infos zum „BVG Muva“, dem Tarif und der App sowie ein FAQ für Fahrgäste gibt es ab sofort unter: BVG.de/BVG-Muva.

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