BEM-Vorstoß: Gestaffelter Bonus für PHEV

Mit einem Dreistufen-Modell der Förderung will der BEM erreichen, dass die für den Einstieg in die E-Mobilität hilfreichen Plug-in-Hybride wirklich einen Umweltbeitrag leisten. Nur ab 70 Prozent Elektro-Anteil soll es volle Incentivierung geben. Eine Regelung tut not, die Gattung legt weiter zu.

Nur wer nachweislich viel mit Strom fährt, soll für sein PHEV-Modell, wie sie Hersteller wie vor allem Premium-Hersteller wie Daimler, BMW oder Volvo forcieren, die komplette Förderung kassieren können. | Foto: Daimler
Nur wer nachweislich viel mit Strom fährt, soll für sein PHEV-Modell, wie sie Hersteller wie vor allem Premium-Hersteller wie Daimler, BMW oder Volvo forcieren, die komplette Förderung kassieren können. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Vor dem Hintergrund anhaltender Kritik am mangelhaften Umweltnutzen von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen hat der Bundesverband eMobilität e.V. (BEM) einen Vorschlag für die Reform der PHEV-Fahrzeug-Förderung vorlegt. Die Technologie habe eine "wichtige Wirkung für die Neuorientierung von Kund:innen in Richtung Elektromobilität", erkennt der Verband an. In einer Stellungnahme an das Bundesverkehrsministerium schlägt man aber ein Drei-Stufen-Modell für die EG-Fahrzeugklassen M1 und M1G vor. Danach soll die Auszahlung des Umweltbonus zeitlich versetzt und nach Umweltwirkung gestaffelt vorgenommen werden. Damit könne bei den Kunden die Nutzung der Fahrzeuge als Elektromodelle forciert und der tatsächliche Gewinn an positivem Umwelteinfluss der Plug-in-Hybride honoriert werden, plädiert der Verband.

Ausgangspunkt der Betrachtung seien mehrere Untersuchungen, die belegten, dass Plug-in-Hybrid-Nutzer das Auto bislang nur wenig elektrisch fahren, sondern weiterhin im Antrieb den Verbrennungsprozess von Benzin und Diesel nutzen. Vor allem als Dienstwagen seien PHEV-Autos beliebt, konstatiert der BEM, allerdings wegen der verminderten Steuerbelastung, die neben dem zusätzlichen Umweltbonus eingestrichen werden kann. Ein geändertes Fahrverhalten der Nutzer und Nutzerinnen mit einer besseren Ladedisziplin kann der Verband derzeit nicht erkennen. Er äußert sogar die Befürchtung, die "gewohnte Tankkarte gewährt weiterhin, dass Dienstfahrer umsonst tanken können, während das häusliche Laden oder das Stromzapfen an der Ladesäule häufig mit persönlichen Kosten verbunden ist".

Nur wer über 70 Prozent stromert, wird voll gefördert

Das Stufenmodell des BEM sieht konkret eine nachträgliche Förderung in drei Raten gemäß dem nachweislichen Anteil elektrischer Fahrtätigkeit vor. Der Nachweis sei operativ über die Hersteller möglich, die die Fahrzeugdaten im Datenraum Mobilität (Gaia-X) vorhalten. So solle die Fördersumme aus Umweltbonus und Dienstwagenregelung in Stufe 1 voll erhalten bleiben, wer nachweislich mehr als 70 Prozent E-Anteil fährt. In Stufe 2 sieht der Vorschlag dann die halbierte Fördersumme bei einem rein elektrischen Anteil von 40 bis 70 Prozent aller Fahrten vor. Und in Stufe 3 werde die Förderung schließlich eingestellt, wenn der E-Anteil unter 40 Prozent des Fahrvolumens liege. Der Herstelleranteil bliebe in jedem Falle erhalten. Für diejenigen also, die das Plug-in-Hybrid eben nicht elektrisch, sondern mehrheitlich als schlechten Verbrenner nutzen, würde die Zulassung als Elektrofahrzeug nach EmoG dauerhaft entzogen, argumentiert der Verband weiter.

"Dadurch erhielte die staatliche Förderung eine Richtigstellung und eine Lenkungswirkung, die den Namen Umweltbonus verdient", glauben die Autoren.

Ohne eine Änderung der aktuellen Förderpraxis hält man den CO2-Impact bei gleichbleibendem Nutzverhalten der PHEVs für tendenziell sogar schlechter als bei herkömmlichen Verbrennerfahrzeugen ohne Plug-In-Hybrid-Technologie. Im vergangenen Jahr 2020 wurden in Deutschland ca. 200.000 Autos in der betreffenden Fahrzeug-Kategorie zugelassen, was über 50 Prozent der E-Fahrzeuge ausmacht. Die Zahlen steigen weiter: Im Februar 2021 wurden laut Kraftfahrtbundesamt insgesamt 40.157 E-Fahrzeuge zugelassen, darunter 21.879 Plug-In-Hybride, was ca. 55 Prozent entspricht.

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