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BEM feiert zehnjähriges Jubiläum und kritisiert Zögerlichkeit der Regierung

Der Bundesverband eMobilität begeht in Berlin sein zehntes Jubiläum und hat noch viel vor. Kritik übt Präsident Kurt Sigl an der zögerlichen Regierung, obwohl sich die Technologie rasant entwickelt habe. VM war vor Ort dabei.

Mann klarer Worte: BEM-Präsident Kurt Sigl bewegt sich am Puls der E-Mobilität, und redet dabei Tacheles, auch im Gespräch mit Moderatorin Miriam Höller bei der BEM-Gala im Mercure Hotel Moa Berlin. | Foto: S. Mende
Mann klarer Worte: BEM-Präsident Kurt Sigl bewegt sich am Puls der E-Mobilität, und redet dabei Tacheles, auch im Gespräch mit Moderatorin Miriam Höller bei der BEM-Gala im Mercure Hotel Moa Berlin. | Foto: S. Mende
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Johannes Reichel

Der Bundesverband eMobilität BEM feiert am Freitag in Berlin sein zehnjähriges Bestehen. Während der Rede zur Festveranstaltung würdigte Präsident Kurt Sigl den Reformgeist des über 300 Mitglieder zählenden Verbandes und dankte den aktiven Unternehmen für ihre Vision und ihre Ausdauer. Man beobachte großen Mut und Kooperationswillen, "in ein neues Zeitalter nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung" zu fahren, erklärte Sigl bei der Veranstaltung. Gleichzeit erlebe man allerdings "Unschlüssigkeit, Widerstand und Ahnungslosigkeit bei denen, die die Rahmenbedingungen setzen", wie Sigl kritisierte.

"Hier herrschen alte Akteure über den Erfolg der Elektromobilität, obwohl neues Denken erforderlich ist“, mahnte der Präsident.

Aus seiner Sicht sei die Elektromobilität keineswegs ein Marketing-Effekt, sondern bedeutet "die umfassende Umstellung der Produktion bei den Herstellern". Nur wenn 2030 jeder zweite Neuwagen in Deutschland elektrisch betrieben werde, ließen sich die vorgeschriebenen Verbrauchswerte einhalten. "Durch ein klares Bekenntnis zur eMobility ist es möglich, Jobs der klassischen Autoindustrie zu erhalten. Andernfalls machen andere Länder das Rennen“, glaubt Sigl. Er propagierte ein "Wirtschaftswachstum im Einklang mit der Natur", das zu neuartigen Kooperationen führe.

Kritik: Noch immer Subventionen in den Diesel

Der Bundesverband eMobilität will den Austausch der Bereiche Mobilität, Digitalisierung und Energiewirtschaft fördern. Sigl kritisierte in seiner Rede, dass die Regierung noch immer die konventionelle Diesel-Technologie mit sieben Milliarden Euro subventioniere.

"Das ist das Geld, womit die Anreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen belebt werden könnten: bessere Ladeinfrastruktur, Senkung der Mehrwertsteuer beim Neuwagenkauf, freies Laden an öffentlichen Gebäuden, Parkvorteile und vieles mehr", mahnte der Verbandschef.

Auch der Verbraucher benötige aus seiner Sicht ein klares Zeichen. „Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität ist mit zehn Jahren genauso alt wie wir. Seitdem schieben sich Ministerien, Arbeitsgruppen und Fachkongresse die Papiere gegenseitig zu, anstatt die Energie- und Mobilitätswende gemeinsam zu lösen", kritisierte Sigl. Nach seinem Dafürhalten fehle ein Masterplan, wie er in Nachbarländern üblich sei.

Brennstoffzelle: Im Individualverkehr wenig sinnvoll, bei Schwerlast schon

Gleichzeitig beurteilte Sigl die Hoffnungen im Bereich Wasserstoffantrieb als "differenziert zu betrachten". Das Ergebnis der jahrelangen Forschungen sei überschaubar. "Während der Einsatz im Individualverkehr wenig wirkungsvoll erscheint, könnte der Einsatz der Technologie besonders im Schwerkraftbereich, als Insellösung oder im Busverkehr in Betracht kommen“, glaubt Sigl.

In Sachen Batterie-elektrischer Mobilität unterstützt der BEM den Ansatz, Ladestationen Zuhause und beim Arbeitgeber auszubauen, mahnt dafür jedoch rechtliche Klarheit im Miet-und Wohnungseigentumsrecht an statt "weiterer bürokratischer Hürden, welche die bestehenden Lademöglichkeiten gefährden.“ Sigl äußerte sich zudem anerkennend über die Entwicklung des Akkus, die er als "sensationell rasant" bezeichnete.

"Die Zyklenstabilität ist deutlich hoch- und die Kosten pro Kilowattstunde sind deutlich runtergefahren worden. Jetzt in die Massenproduktion von Batteriezellen einzusteigen ist richtig, um vor allem nicht von ausländischen Herstellern abhängig zu werden“, so die Überzeugung des Verbandschefs

Die Bewegung im Bereich Zweiradmobilität zeige doch, dass der Markt anspringt und sich Elektromobilität durchsetzen wird.

"Die größte Anstrengung liegt in unseren Köpfen, alte Denkschablonen abzulegen und neue Realitäten zu organisieren“, befand der Präsident abschließend.

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