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BEM: Aufbau der Ladeinfrastruktur schafft 255.000 Arbeitsplätze

Der Verband glaubt, der Umstieg auf E-Antriebe schaffe hunderttausende Jobs. Man müsse Fachkräftemangel entgegenwirken. Bundesverband Solare Mobilität: Umbau zu nachhaltiger Mobilität kann beginnen.

Im Aufbau: Vor allem Kommunen machen derzeit Tempo bei der Errichtung öffentlicher Ladeinfrastrukturen für E-Fahrzeuge. Der Bedarf an Fachkräften ist hier groß. | Foto: MVG
Im Aufbau: Vor allem Kommunen machen derzeit Tempo bei der Errichtung öffentlicher Ladeinfrastrukturen für E-Fahrzeuge. Der Bedarf an Fachkräften ist hier groß. | Foto: MVG
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Johannes Reichel

Der Bundesverband eMobilität e.V. (BEM) rechnet damit, dass entgegen verbreiteter Befürchtungen zahlreiche neue Beschäftigungsverhältnisse im Zuge der Umstellung auf Elektromobilität entstehen werden. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Erhebung des Verbands. Wie man exklusiv ermittelt haben will, erfordere allein der Aufbau der Ladeinfrastruktur zur Beladung der eAutos in den nächsten zehn Jahren ein Personalvolumen von 255.000 Fachkräften. Dabei seien neue Arbeitsplätze im Automotive-Bereich oder bei der Batterieherstellung noch nicht erfasst, betonen die Autoren.

Die Untersuchung nimmt als Basis die von der Bundesregierung angestrebte Emissions-Minderung im Straßenverkehr bis zum Jahr 2030. Um diese zu erreichen, sehen BEM-Experten einen Bedarf von etwa 300.000 Ladesäulen im öffentlichen und halböffentlichen Bereich. Hinzu komme durch die Umsetzung der EU-Gebäude-Energieeffizienz-Richtlinie die Notwendigkeit zur Errichtung von etwa zehn Millionen Ladepunkten im privaten Wohn- und Mieteigentum sowie an Arbeitsplätzen.

"Die Installation dieser Infrastruktur, Wartung und Monitoring, Integration stationärer Speicher zur Lastspitzenkompensation, der Installation zusätzlicher erneuerbarer Energieerzeugungs-Anlagen sowie die Vorgänge zur Prüfung der Mess- und Eichrechtskonformität bilden neue Tätigkeitsfelder, für die schon heute zu wenig Fachkräfte zur Verfügung stehen", glauben die Verbandsexperten.

Das betreffe insbesondere die Berufsfelder Elektriker, Elektrotechniker, Service, IT und Montage, die maßgeblich bei der Installation und Projektierung der Ladeinfrastruktur benötigt werden.

Es werde zu Veränderungen am Arbeitsmarkt durch den Umstieg auf Elektromobilität kommen, konzedierte Markus Emmert, Wissenschaftlicher Beirat und Leiter der Arbeitsgruppen im BEM. Doch nach seinem Dafürhalten bringe der Umbau der Fahrzeugindustrie und der Energiebereitstellung über Jahre enormen Aufwand und schaffe neue Jobs.

"Allein der Bereich Ladeinfrastruktur schafft Arbeitsplätze, die bislang niemand auf dem Schirm hat - insbesondere weil sich hier die Bereiche Energie und Mobilität verbinden. Die ersten Personal-Engpässe zeigen uns bereits, dass erheblicher Arbeitskräfte-Bedarf besteht, dem wir jetzt entgegenwirken sollten", so Emmerts Analyse.

111 Milliarden Euro Investitionen in Aufbau der Ladeinfrastruktur

Die Untersuchung beziffert das Gesamt-Investitionsvolumen zum Aufbau der Ladeinfrastruktur auf 111 Milliarden Euro und den erwarteten Stromverbrauch Erneuerbarer Energie auf 54.020 GWh. Das seien zehn Prozent des heutigen Energiebedarfs. Bei dieser Angabe müsse berücksichtigt werden, dass mit zunehmender Elektrifizierung der Mobilität auf der Seite der Herstellung und Bereitstellung fossiler Antriebsenergie (Benzin, Diesel) enorme Mengen der sogenannten Grauen Energie eingespart würden, die den tatsächlichen Strombedarf entsprechend reduzierten.

Die Berechnungen des Strombedarfs, der inzwischen über 40 Prozent erneuerbar aus Photovoltaik und Windkraft gedeckt werde, zeige laut BEM, dass der Aufbau der Infrastruktur für Elektromobilität insbesondere bei netzdienlichem Laden in der Praxis ohne Versorgungsprobleme möglich ist und zudem der Integration der Erneuerbaren diene.

"Der Umbau zu einer nachhaltigen Mobilität kann faktisch beginnen", ergänzte Thomic Ruschmeyer, Präsident des Bundesverbands Solare Mobilität.

Die Untersuchung zur Arbeitsplatzentwicklung im Bereich Ladeinfrastruktur wurde gemeinsam mit den BEM-Arbeitsgruppen "Ladeinfrastruktur" und "Netzdienlichkeit" erstellt, denen 100 Mitgliedsunternehmen angehören, die die Berechnungsgrundlage, die Annahmen und das Ergebnis bestätigen und mittragen.

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