Batterierecycling für E-Autos - Schlüssel zu nachhaltiger Mobilität

Das Fraunhofer ISI ermittelte, dass in der EU bis zum Jahre 2030 rund 2,5 Megatonnen neuer Batterien benötigt, 1,5 Megatonnen recycelt werden. Asien bei Herstellung und Wiederverwertung führend.

Der Akku ist das teuerste Produkt des Elektroautos. Hier exemplarisch die MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns. |Foto:VW
Der Akku ist das teuerste Produkt des Elektroautos. Hier exemplarisch die MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns. |Foto:VW
Thomas Kanzler

Die Zahl der E-Autos steigt auch auf Europas Straßen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für System – und Innovationsforschung haben in einer Studie ermittelt, dass in der EU bis zum Jahre 2030 rund 2,5 Megatonnen neuer Batterien benötigt werden. Dem gegenüber stehen im Jahr 2040 bis zu 1.500 Kilotonnen jährlich an zu recycelnden Lithium-Ionen Altbatterien und Batteriekomponenten. Wie auch bei der Herstellung von Batterien ist Asien hier führend. In China beispielsweise ist die Batterierecyclingindustrie heute bereits deutlich größer als in Europa, sodass praktische Erfahrungen mit den Verfahren und Anlagen vorliegen.

Europa könnte effizientes System entwickeln

Dennoch könnte sich Europa noch zu einem Leitmarkt für ein grünes und hocheffizientes Batterierecycling entwickeln. Der deutsche und europäische Maschinen- und Anlagenbau mit seiner Erfahrung in der Industrialisierung innovativer Technologien und in der Implementierung von Verfahren, die anspruchsvollste Grenzwerte erfüllen, kann ein Schlüsselpartner sein, um diese politischen, ökologischen und wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. „Dafür wird in Europa Anlagentechnik benötigt, die je nach Geschwindigkeit des Marktwachstums und des globalen Anteils europäischer Recyclingkapazitäten Investitionen in Höhe von etwa 6,6 Milliarden Euro bis 2040 erfordern“, erklärt Christoph Neef, der am Fraunhofer ISI zur Batterie-Thematik forscht und die Studie koordiniert hat.

Neue Jobs im Akku-Recycling

Gemäß der im Rahmen der Studie ermittelten Wachstumsprognosen könnten weltweit im Maschinen- und Anlagenbau bis 2030 etwa 570, bis 2040 sogar bis zu 5.300 Arbeitsplätze für die Bereitstellung und den Service von Anlagen für das europäische Batterierecycling entstehen - mit guten Aussichten für den europäischen Maschinen- und Anlagenbau an dieser Entwicklung maßgeblich zu partizipieren.

Sollte es gelingen, eine europäische Recyclingindustrie aufzubauen, ist es möglich, bis 2040 durch Rezyklate mehr als 40 Prozent der Kobalt- und mehr als 15 Prozen der Lithium-, Nickel- und Kupfer-Bedarfe der Batterieproduktion in Europa zu decken und sich somit unabhängiger vom Weltmarkt zu machen.

Was bedeutet das?

Jetzt sind effiziente und innovative Technologien gefragt. Das könne Europa zum Leitmarkt für ein grünes und hocheffizientes Batterierecycling machen – aus Umweltschutzgründen und Rohstoffknappheit führt kein Weg daran vorbei.

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