Batterieproduktion: Volkswagen und Northvolt gründen Joint Venture

Die im Juni getroffene Vereinbarung nimmt Gestalt an und soll ab 2020 in die Errichtung einer Batteriefabrik mit 16 Gigawattstunden in Salzgitter münden. Produktion ab 2023/24 geplant.

So ähnlich wie die geplante Gigafactory von Northvolt in Nordschweden könnte die Anlage in Salzgitter aussehen. | Foto: Northvolt
So ähnlich wie die geplante Gigafactory von Northvolt in Nordschweden könnte die Anlage in Salzgitter aussehen. | Foto: Northvolt
Johannes Reichel

Wie im Juni angekündigt, haben die Volkswagen AG und Northvolt AB jetzt ein 50/50 Joint Venture gegründet, um eine Fabrik zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien aufzubauen.Geplant ist, das Werk 2020 in Salzgitter (Niedersachsen) zu errichten. Die Produktion soll um den Jahreswechsel 2023/2024 starten, wie es heißt. Die Batteriefabrik soll zu Beginn eine Jahresleistung von 16 Gigawattstunden produzieren. Mit der Gründung des Joint Ventures erfüllen beide Partner die geschlossene Vereinbarung zu gemeinsamen Batterieaktivitäten. Ein Teil der von Volkswagen investierten rund 900 Millionen Euro fließt nun in das Joint Venture. Ein weiterer Teil ging direkt an Northvolt AB. Im Gegenzug hatte Volkswagen rund 20 Prozent der Anteile an dem schwedischen Batteriehersteller erhalten und einen Sitz im Aufsichtsrat.

„Die Batteriezelle ist eine Schlüsselkomponente für die E-Mobilität. Deshalb treiben Volkswagen und Northvolt den Aufbau einer leistungsfähigen Zellfertigung in Europa voran", kommentiert Stefan Sommer, Beschaffungsvorstand von Volkswagen und Mitglied im Aufsichtsrat von Northvolt.

Die Gründung des Joint Ventures und der geplanten Bau einer Batteriezellfabrik in Salzgitter trage entscheidend dazu bei, die Kerntechnologie Batteriezelle auch in Deutschland zu etablieren, glaubt Sommer. Aus Sicht von Fredrik Hedlund, Vorstandsvorsitzender des neuen Joint Ventures und ehemaliger Chief Strategy Officer von Northvolt AB, werde die die mit Volkswagen geplante Gigafactory in Deutschland erlauben, die Produktionskapazität für nachhaltig gefertigte Batteriezellen weiter zu steigern. "Das wird weitreichenden Einfluss auf die Elektrifizierung in Europa haben“, glaubt der Manager.

Mit E-Mobilität: Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen

Der VW-Konzern hat im Rahmen seiner Elektrifizierungsstrategie alleine in Europa einen jährlichen Bedarf von mehr als 150 Gigawattstunden ab 2025 – und in Asien ebenfalls in gleicher Höhe. So will der Konzern in den nächsten zehn Jahren fast 70 neue E-Modelle auf den Markt bringen. Damit steigt auch die Zahl der in der für die nächste Dekade projektierten E-Fahrzeuge, die auf den E-Plattformen des Konzerns gebaut werden sollen, auf 22 Millionen Stück. Dementsprechend werde man bis 2023 mehr als 30 Milliarden Euro allein in die Elektrifizierung des Fahrzeug-Portfolios investieren, betont der Fahrzeughersteller. Der Ausbau der E-Mobilität ist für VW ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur bilanziellen CO2-Neutralität des gesamten Unternehmens. Dieses Ziel will man bis 2050 erreichen. Der Konzern wiederholte sein Bekenntnis zu den Klimazielen von Paris.

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