Batterieelektrik und Brennstoffzelle: Zipse hält an Plänen fest

In einem Interview mit „Auto Motor und Sport“ bekannte sich BMW-CEO Oliver Zipse zur BMW-Strategie der flexiblen Produktion und behält auch die Brennstoffzelle im Blick.

Logistik und Produktion sind bei BMW das Geheimnis der flexiblen Fertigung. | Foto: BMW
Logistik und Produktion sind bei BMW das Geheimnis der flexiblen Fertigung. | Foto: BMW
Gregor Soller

Kein Baukasten, sondern flexible Module sollen es BMW ermöglichen, Verbrenner, Plug-in-Hybride und batterieelektrische Fahrzeuge verschiedener Baureihen auf einer Linie produzieren. So wird der iNext ab 2021 in Dingolfing gebaut, während im Stammerk München, wo der 2er montiert wird, der i4 dazukommt. Dahinter steht einmal mehr eine ausgeklügelte Logistik und Produktionsplanung, wie Zipse erklärt, dass es mit Hilfe einer fein ausgesteuerten Logistik und einer KI-gestützten Abtaktungslogik sehr wohl möglich sei, Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebsformen effizient gemeinsam zu produzieren.

In den einzelnen Werken gebe es aber auch Bereiche, die nur auf Elektrokomponenten ausgelegt sind. Und mittlerweile montiere BMW in fast jedem Werk elektrifizierte Modelle. BMW stelle laut Zipse also nicht einzelne Fabriken auf E-Mobilität um – sondern nach und nach das komplette Produktionsnetzwerk. Das wiederum ermögliche die „Flexibilität, regional unterschiedliche Nachfrage passgenau zu bedienen.“

Auch an der Brennstoffzelle arbeiten die Münchner weiter, wobei man sich hier mit Toyota verbündet hat. Arbeitsteilig sieht das so aus, dass BMW die Technik weitertreibt, während Toyota den Schwerpunkt der Industrialisierung übernimmt. Deshalb tastet man sich laut Zipse auch hier weiter vor:

„Je nachdem, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln, kann die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie zu einer weiteren Säule im Antriebsportfolio der BMW Group werden.“

 Ab 2022 will BMW soll zweite Generation seines Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antriebs in einer Kleinserie des X5 iHydrogen next an den Start gehen. Bei solch großen Autos kosten die Akkus extrem viel Gewicht: Schon der X45e wiegt über 2,5 Tonnen. Wollte man hier rein batterieelektrisch für große Reichweiten sorgen, bräuchten X5, X6 und X7 riesige schwere Akkupakete – weshalb die Brennstoffzelle hier als Alternative Sinn machen kann.

Von den jüngst geäußerten Forderungen, den Zeitpunkt für die Erreichung der CO2-Ziele wegen Corona nach hinten zu schieben, hält Zipse nichts und stellt die Gegenfrage:

 „Wer würde von einer Verschiebung der Ziele oder Fristen profitieren? Diejenigen, die sich nicht rechtzeitig und ausreichend vorbereitet haben.“

BMW habe seine Hausaufgaben gemacht und deshalb auch eine klare Haltung, in der Zipse nochmal nachlegt:

„Wir sind für eine solche Verschiebung nicht zu haben.“

Was bedeutet das?

BMW ist sehr kompetent in Logistik und Produktion. Und nutzt diese Stärke zur Elektrifizierung des Programms – inklusive Brennstoffzelle – wenn ab 2022 auch erstmal in sehr dezentem Umfang.  

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