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B-ON will mit Chery-Hilfe doch noch durchstarten - E-Van Pelkan angekündigt

Kooperation mit dem chinesischen Automobilriesen soll dem Start-up doch noch auf die Räder helfen. Der Pelkan erinnert stark an den Cenntro Logistar 260 und setzt ebenso auf einen Space-Frame.

Der Pelkan ist bereits fertig entwickelt - und soll auch in einer "Dispenser"-Variante kommen. | Foto: B-ON
Der Pelkan ist bereits fertig entwickelt - und soll auch in einer "Dispenser"-Variante kommen. | Foto: B-ON
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Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Das 2023 mit dem ehemaligen Deutsche-Post-Lieferwagen StreetScooter insolvent gegangene Start-up B-ON mit Sitz in Luxemburg will mit chinesischer Hilfe doch noch durchstarten. In einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Automobilkonzern Chery will man den boomenden Markt elektrischer Nutzfahrzeuge entern und das erste gemeinsame Produkt, den bereits weitgehend fertig entwickelten E-Transporter Pelkan, bereits ab Mitte 2024 an Kunden auf dem europäischen Festland ausliefern.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll das Joint Venture zur Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Elektro-Nutzfahrzeugen dienen. Für das Start-up erhält man damit Zugang zu Finanzmitteln und der Produktions-Kapazitäten von Chery, der Automobilhersteller verspricht sich damit Zugang zum europäischen und US-Markt. Chery beteiligt sich laut Reuters an B-ON beteiligt und soll Betriebskapital zur Finanzierung des Gemeinschaftsunternehmens stellen.

Nach der Bruchlandung mit StreetScooter soll es jetzt klappen

Nach der Insolvenz mit dem Aachener E-Lieferwagenhersteller StreetScooter, dessen Rechte mittlerweile wieder beim ursprünglichen Erfinder Günther Schuh liegen, versucht das Start-up nun den Weg über einen chinesischen Partner. Der E-Transporter, der stark an den Cenntro Logistar 260 erinnert und auch auf eine relativ leichte Aluminium-Space-Frame-Konstruktion mit aufgesetzten Kunststoffpanelen setzt, kommt mit einem 85 kW-Antrieb (256 Nm) und in zwei Lithium-Ionen-Batterievarianten zu 43 und 54 kWh. Der größere Akku soll eine Reichweite von bis zu 226 und 279 Kilometer WLTP sicherstellen.

Geladen wird mit DC, von 30 auf 80 Prozent soll es in 35 Minuten gehen. In AC dauert es laut Hersteller unter acht Stunden von 0 auf 100 Prozent. Der mit 5.725 eher in der Sprinter-Klasse rangierende, dafür mit 1.850 mm recht schmale und 2.515 mm hohe Van (Radstand 3.380 mm) soll über eine Nutzlast von 1.300 bis 1.350 Kilogramm verfügen. Die wird ermöglicht durch relativ leichtes Leergewicht von 1.675 bis 1.725 Kilogramm, bei einem Gesamtgewicht von nur 3,1 Tonnen.

Flügeltür statt Schiebetür

Wie beim Cenntro gibt es seitlich statt einer Schiebetür eine zweigeteilte Flügeltür mit unterer Klappe, nicht unbedingt praktisch ist, bei engen Verkehrsverhältnissen. Das Ladevolumen ist mit 7,1 Kubikmeter für die Länge eher mäßig, die Ladelänge liegt bei knapp drei Meter, die Durchlade zwischen den Radkästen bei 1,29 Meter. Ziemlich groß fällt der Wendekreis mit 13,9 Metern aus. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h.

Das nüchtern gestaltete, dafür von Haus aus inklusive Klimaanlage ziemlich komplett ausgestattete Interieur wartet mit einem Multifunktionslenkrad sowie Infotainment auf, auch eine Telematik-Anbindung soll es geben. Zudem ist ein Rückfahrwarner und Kamera an Bord, selbstredend auch ein AVAS-Fahrgeräusch zur Fußgängerwarnung. Gebremst wird mit ABS, vorne mit Scheibe, hinten mit Trommeln. Außen sorgen LED-Leuchten an Front und Heck für zeitgemäße Optik und Sichtbarkeit.

„Als führender globaler Automobilhersteller haben wir seit Langem die Notwendigkeit erkannt, auf eine elektrische Zukunft vorbereitet zu sein“, erklärte Tongyue Yin, Chairman der Chery Group.

Innovative, agile Unternehmen wie B-ON seien zwar "einzigartig aufgestellt, um den aufstrebenden und schnell wachsenden Nutzfahrzeugmarkt in ihren lokalen Regionen zu beliefern, verfügen aber nicht über die Produktionsbasis, um die gesamte Nachfrage des Massenmarktes zu bedienen", so der Chairman weiter. Die Partnerschaft sei eine "perfekte Verbindung". Das sieht natürlich auch B-ON-CEO Bruno Lambert so. 

„Die Partnerschaft mit einem weltweit führenden Unternehmen wie der Chery Group ist ein entscheidender Moment für B-ON und sein Wachstum. Gemeinsam sind wir in der Lage, qualitativ hochwertige und kostengünstige elektrische Nutzfahrzeuge anzubieten, die auf dem heutigen Markt unübertroffen sind, und ich bin äußerst optimistisch, was unsere gemeinsamen Aussichten angeht", meinte der Gründer.

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