Autovermieter gründen Verband und wollen Shared Mobility forcieren

Neuer Interessenverband: Die Autovermieter Avis Budget, Enterprise, Europcar und Hertz wollen als Verband der internationalen Autovermieter zu Shared Mobility und Verkehrswende beitragen.

Auch elektrisch: Vermieter wie Avis wollen mit dem neuen Verband die geteilte sowie elektrische Mobilität forcieren. | Foto: Screenshot
Auch elektrisch: Vermieter wie Avis wollen mit dem neuen Verband die geteilte sowie elektrische Mobilität forcieren. | Foto: Screenshot
Johannes Reichel

Die internationalen Autovermieter Avis Budget Group, Enterprise Holdings, Europcar Mobility Group und Hertz haben den Verband der internationalen Autovermieter e. V. (VIA) in Deutschland gegründet und wollen damit auch die geteilte Mobilität voranbringen. Als Experten für Shared Mobility mit einer gesamtdeutschen Flotte von mehr als 250.000 Fahrzeugen würde man als Autovermieter eine Schlüsselrolle für nachhaltige und vernetzte Mobilitätskonzepte einnehmen, reklamieren die Anbieter.

Der Verband wolle die wirtschafts- und mobilitätsspezifischen Interessen der "weltweit führenden Anbieter von Mobilitätslösungen" gegenüber der deutschen Politik vertreten, so die Intention. Die zusammengeschlossenen Unternehmen betreiben eine Fahrzeugflotte von rund drei Millionen Fahrzeugen weltweit. In Summe hätten die Mitgliedsunternehmen im Jahr 2020 um die 135.000 Pkw auf die deutschen Straßen gebracht. Man sieht sich mit rund 14.000 Beschäftigten in Deutschland als zentralen Akteur des Automobilmarkts, der Tourismuswirtschaft und des gesamten Mobilitätssektors.

"Nach dem Krisenjahr 2020 – in dem die Branche unter herausfordernden Umständen einen erheblichen Beitrag dazu geleistet hat, als Teil der kritischen Infrastruktur die Grundversorgung aufrechtzuerhalten – möchte der VIA nun aktiv den Austausch mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland fördern", heißt es in einer Pressemitteilung.

Dabei liege der Schwerpunkt auf der Kommunikation der Interessen der Mitgliedsunternehmen zum "Gelingen der Verkehrswende" in Deutschland. Ziel sei es,  nachhaltige und vernetzte Mobilitätsangebote zu entwickeln. Der Verband will zudem die Wahrnehmung der gesamten Autovermietungsbranche als einen wichtigen Baustein des deutschen Mobilitätsmix der Zukunft fördern.

"Die Autovermietung ist die Urform des Carsharings und somit Shared-Mobility-Dienstleistung der ersten Stunde. Seit jeher basiert das Geschäftsmodell auf dem Prinzip der wechselnden Nutzung geteilter Güter – wie z.B. von Fahrzeugen", skizzieren die Anbieter den Hintergrund.

Dadurch könne man "die richtigen Fahrzeuge am richtigen Ort zur richtigen Zeit anbieten" und die alltäglichen Mobilitätsbedürfnisse unterschiedlichster Kundengruppen erfüllen, sowohl in der Stadt wie auf dem Land. Eine zentrale Forderung des Verband ist daher die rechtliche Anerkennung der Autovermieter als originäre Shared-Mobility-Dienstleister im Rahmen der deutschen Gesetzgebung. Damit schaffe man gleiche Wettbewerbsbedingungen für ein "inklusives Mobilitätsökosystem aller Shared-Mobility-Dienstleistungen", finden die Vermieter.

 

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