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Automatisiertes Parken Daimler/Bosch: Da kommt schon mal der Wagen, Harry!

Die Anbieter erhalten die Genehmigung für das Parkhaus am Mercedes-Benz-Museum, das automatisiertes Parken ermöglicht. Doch der Weg ist noch weit - und es fehlen Serienfahrzeuge mit entsprechender Technik.

Kommt auf Knopfdruck: Beim AVP sollen Parkhausnutzer irgendwann ihren Wagen automatisiert an die Pforte kommen lassen können. | Foto: Daimler
Kommt auf Knopfdruck: Beim AVP sollen Parkhausnutzer irgendwann ihren Wagen automatisiert an die Pforte kommen lassen können. | Foto: Daimler
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Johannes Reichel

Der Zulieferkonzern Bosch und Automobilhersteller Daimler sind einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren vorangekommen. Für das automatisierte Parksystem (Automated Valet Parking AVP) im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart haben die Firmen die Freigabe der Behörden in Baden-Württemberg erhalten. Der automatisierte Vorfahr- und Einparkservice wird per Smartphone-App abgerufen und kommt ohne Sicherheitsfahrer aus. Er sei damit die weltweit erste behördlich für den Alltagsbetrieb zugelassene vollautomatisierte und fahrerlose Parkfunktion nach SAE Level 4, teilten die Anbieter mit.

Dabei spielt die intelligente Parkhaus-Infrastruktur von Bosch mit der Fahrzeugtechnik von Mercedes zusammen. Bosch-Sensoren und Stereokameras im Parkhaus überwachen den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld und liefern die Informationen per WLAN an die Steuerung des Fahrzeugs. Die Technik im Auto setzt die Befehle der Infrastruktur in Fahrmanöver um. Auf diese Weise können die Autos auch eigenständig Rampen hoch- und herunterfahren und innerhalb des Parkhauses Stockwerke wechseln. Erkennen die Infrastruktursensoren ein Hindernis, stoppt das Fahrzeug unverzüglich.
 

Weniger Schäden, bessere Raumeffizienz

Die Vorteile liegen für die Anbieter auf der Hand: Zum einen sollen sich Nutzer Zeit und Mühen sparen, selbst ihr Fahrzeug zu parken. Zum anderen ließe sich der Raum bis zu 20 Prozent effizienter nutzen, weil die Fahrzeuge keinen Abstand zum Öffnen der Türen mehr halten müssten. Auch Schäden beim Parken könnte man minimieren, weswegen neben Parkhausbetreibern auch Versicherungen an der Technik interessiert sind. Laut Daimler passierten 40 Prozent aller Kfz-Schadensfälle beim Parken. Automatisiertes Parken soll zudem sicherer sein: Die zweijährige Pilotphase habe keine einzige unsichere Situation ergeben.

Was freilich noch fehlt, sind nach den zwei speziellen, bis zu fünf km/h schnell agierenden Prototypen die Serienfahrzeuge, die mit der Technik ausgerüstet sind. Für deren Entwicklung fehlen vor allem auch die regulatorischen Voraussetzungen, die noch nicht definiert sind. Immerhin: In Kürze sollen Technikinteressierte den Vorfahr- und Einparkservice im Alltagsbetrieb des Parkhauses am Museums und ohne weitere Überwachung durch einen Sicherheitsfahrer live erleben können. Mittelfristig wollen die Partner das System auch an andere Hersteller vertreiben. Schon ab 2020 soll es damit losgehen.

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