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Automatisiertes Fahren: Conti kombiniert Kameras

Zu den Kern-Herausforderungen automatisierten Fahrens gehört die sichere Übergabe vom automatisierten zum manuellen Fahren. Continental hat dafür ein ganzheitliches Umfelderfassungssystem entwickelt.

Conti hat eine "Road-and-Driver" entwickelt, die Fahrer- und Straßenkamera verbindet. | Foto: Continental
Conti hat eine "Road-and-Driver" entwickelt, die Fahrer- und Straßenkamera verbindet. | Foto: Continental
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Gregor Soller

Continental kombiniert Kameras zur sogenannten „Road and Driver“-Kamera: Dabei koppelt man eine ins Auto schauende Infrarot- und einer nach außen „blickendende“ Standard-Kamera. Beide beobachten sowohl den Fahrer als auch die Verkehrssituation. Aus diesen Bildern ermitteln die Systeme fortlaufend, ob der Mensch in der Lage ist, die Fahrverantwortung zu übernehmen. Ein Treiber der Entwicklung ist auch die Tatsache, dass die Verbraucherschutzorganisation Euro NCAP die Themen Fahrerbeobachtung sowie das sogenannte Baby- oder Kinder-Monitoring in geschlossenen Fahrzeugen in ihre Agenda aufgenommen hat, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Außerdem soll so ein Beitrag zur Vision Zero – einer Zukunft ohne Verkehrstote und -verletzte und ohne Unfälle – geleistet werden.

Die so genannte „Road and Driver“-Kamera befindet sich hinter der Windschutzscheibe oberhalb des Rückspiegels. Sie sitzt damit dort, wo heute schon die Kamera sitzt, deren Objektiv nach vorne auf die Straße gerichtet ist und Daten für Fahrassistenzsysteme bereitstellt. Merkmale der neuesten Kamerageneration sind die hohe Bildauflösung, gute Nachtsichteigenschaften und ein Öffnungswinkel von bis zu 125 Grad, um querende Objekte im Straßenverkehr noch früher erkennen zu können. Die Kameradaten, die von der dazugehörigen Software permanent ausgewertet werden, zeigen beispielsweise, ob der Fahrer aufmerksam oder abgelenkt ist, ob er sich den Kindern auf den Rücksitzen zugewandt hat oder seinem Smartphone und ob er die Hände am Lenkrad hat oder anderweitig beschäftigt ist. Eine Speicherung der Daten ist nicht vorgesehen.


Die Informationen der Innenraumkamera lassen sich jedoch nicht nur für eine sichere Übergabe der Fahrfunktion auswerten. Sie können darüber hinaus mit Hilfe der Software-Funktion „Occupant Safety Monitor” auch verwendet werden, um die passiven Sicherheitssysteme wie Gurte oder Airbags optimal auf die jeweilige Situation anzupassen. So kann dann zum Beispiel die Auslösung der Airbags gezielt auf die ermittelte Innenraumsituation abgestimmt und so deren Schutzwirkung optimiert werden. Das System soll laut Conti bis 2021 serienreif sein.

Was bedeutet das?

Eine Innen- mit einer Außenraumkamera zu koppeln, erhöht die Sicherheit erheblich – doch wer will sich gern die ganze Zeit filmen lassen? Hier dürfte das Sicherheitsbedürfnis an Grenzen der Akzeptanz stoßen, da dem Innenraum so jegliche Intimität genommen wird, denn: Jedes System kann gehackt werden.

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