Auto Shanghai 2021: Genesis zeigt Electrified G80 und Studie X Concept

Hyundais Luxusmarke Genesis hat eine Coupé-Studie und ihr erstes rein Batterie-elektrisches Modell upräsentiert, das optisch sehr nah am Verbrenner bleibt. Doch es nutzt bereits 800-Volt-Technik.

Dezent: Der "Electified G80" unterscheidet sich kaum vom Verbrenner. | Foto: Genesis
Dezent: Der "Electified G80" unterscheidet sich kaum vom Verbrenner. | Foto: Genesis
Gregor Soller

Bei Genesis elektrifiziert Hyundai sehr dezent: Der Genesis Electrified G80 bleibt optisch sehr nah am G80-Verbrenner. Die Allradlimousine kommt mit zwei E-Motoren mit je 136 kW Leistung und 350 Nm Drehmoment an der Vorder- und Hinterachse. Die Systemleistung des Allradlers beziffern die Koreaner auf 272 kW, das kombinierte Drehmoment auf 700 Nm. Der Spurt von 0 auf 100 km/h soll in 4,9 Sekunden gelingen. Der Akku bietet 87,2 kWh Kapazität was laut Genesis nach NEFZ mehr als 500 Kilometer Reichweite bedeuten soll. In der Realität gehen wir eher von 300 plus minus x aus. Auch der Electrified G80 setzt auf ein 800-Volt-System. So sollen so DC-Ladeleistungen von bis zu 350 kW möglich sein. Entsprechend verspricht Genesis 22 Minuten Ladezeit für die Aufladung der Batterie von 10 auf 80 Prozent.

Soll Effizienz bringen: Das phasenweise Abschalten eines Motors

Das Disconnector Actuator System (DAS) soll die Motoren so steuern, dass keine unnötigen Leistungsverluste entstehen. So sei laut Genesis ein nahtloses Umschalten zwischen Zweirad- und Allradantrieb möglich. Außerdem bietet die Luxuslimousine die Stromabgabe an externe Geräte mit 3,6 kW und ein in die Dachlinie integriertes Solardach – Details, die teils vom Ioniq 5 bekannt sind.

Optisch kaum Unterschiede zum Verbrenner

Optisch bleibt man im Gegensatz zu den anderen Konzernmarken sehr zurückhaltend: Der Marken- Kühlergrill wurde in ein Wappen mit Matrix-Muster geändert, sonst erkennt man den Stromer nur am fehlenden Auspuff und der Ladeklappe in der oberen rechten Ecke dieses Wappens, die im geschlossenen Zustand „unsichtbar“ sein soll. Und natürlich bietet man innen verschiedene natürliche und recycelte Materialien an. Auch bei den Fahr- und Assistenzsystemen legt Genesis wieder nach: Eine aktive Straßenlärmkontrolle (ANC-R) soll den Electrified G80 noch leiser machen und ein elektronisches Fahrwerk (Preview Electronic Control Suspension), steuert die Federung durch Informationen der Frontkamera und des Navigationssystems an.

Neben der Vorstellung des Electrified G80 zeigte Genesis seine Studie X Concept, einen elektrischen Gran Turismo, das den künftigen Weg beim Design weisen soll. Dabei folgt der elektrische Gran Turismo den bereits präsentierten Studien Mint und Essentia. Der in dem Fall eher konservativ gestylte Zweitürer orientiert sich eher an Letzterem. An der Front stellt Genesis den sogenannten G-Matrix-Grills leicht schräg in den Wind – was an die BMW-Modelle der 1970er-jahre erinnert. Die typischen zweigeteilten Scheinwerfer der Marke werden als schmale LED-Streifen ausgeführt, die sich weit in die Kotflügel bis hinter die vorderen Radhäuser ziehen. Die Silhouette folgt aber dem klassischen Three-Box-Design großer Coupés.

Für Genesis war es der erste Auftritt überhaupt auf der Auto Shanghai. Markus Henne, CEO von Genesis Motor China erklärt dazu:

„Die Weltpremiere des allerersten Elektrofahrzeugs von Genesis hier in Shanghai zeigt unser starkes Engagement und unsere Verbundenheit mit dem chinesischen Markt."

Und er merkt an:

„Es braucht Vertrauen, um etwas Neues zu schaffen. In China sehen wir diesen Geist überall. Genesis wird sich bemühen, durch ein neues, auf China zugeschnittenes Geschäftsmodell authentische Beziehungen zu chinesischen Kunden aufzubauen.“

 

Was bedeutet das?

Der Hyundai-Konzern bleibt auch bei der Tochter Genesis am Ball, hier allerdings mit deutlich konservativerer Optik als bei den anderen Töchtern: Der G80-Limousine sieht man ihre innovative Technik praktisch nicht an. Man zielt damit auf gehoben-konservatives Publikum, das bisher vor allem europäische oder japanische Luxusmarken fährt.

 

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