Auto-Abos weiter auf dem Vormarsch

Studie traut neuem Nutzungsmodell bis 2030 einen Anteil von bis zu 40 Prozent am Neuwagenmarkt zu. Bei Like2Drive fallen aktuell bei jedem achten Vertrag Mehrkosten an - bei hoher Gesamtzufriedenheit.

Hohe Zufriedenheit: Laut einer Umfrage würden 89 Prozent der Abonennten bei Like2Drive verlängern. | Foto: Screenshot
Hohe Zufriedenheit: Laut einer Umfrage würden 89 Prozent der Abonennten bei Like2Drive verlängern. | Foto: Screenshot
Johannes Reichel

Nach einer Studie des Duisburger CAR-Instituts könnten Abo-Modelle für Autos bis 2030 einen Anteil von bis zu 40 Prozent am Neuwagenmarkt erobern und Bar- sowie Kreditfinanzierung verdrängen. Aus Sicht von Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer werde daneben aber das Leasing seine Rolle behaupten. Derzeit machen Abo-Modelle noch einen verschwindend kleinen Anteil aus, sie böten aber großes Potential, das auf bis zu eine Million Verträge pro Jahr geschätzt wird. Mittlerweile sind neben Start-ups wie Vive-le-Car, Cluno oder Like2Drive auch Automobilhersteller wie Volvo, PSA oder vor kurzem der Vermieter Sixt ins Geschäft mit den Rund-um-Sorglos-Paketen eingestiegen. Ähnlich den Full-Service-Leasing-Verträgen aus dem Firmenkundengeschäft zahlt der Kunde eine monatliche Rate, die alle Kosten inklusive Service, Versicherung und Wertverluast und außer dem Treibstoff abdeckt.

Anders als beim Leasing werden aber keine Anzahlung und auch keine Schlussrate fällig, ebenso wenig wie Frachtkosten, Winterbereifung oder Versicherungsprämien. Allerdings sind gemäß einer einer Kundenumfrage des Anbieters Fleetpool (Like2Drive) bei rund jedem achten Vertrag zum Laufzeitende weitere Kosten für Schäden am Fahrzeug oder Mehr-Kilometer an. Unter den 726 Kunden des Abo-Anbieters Fleetpool wollten 89 Prozent nach Ablauf des Vertrags im Abonnement bleiben, 93 Prozent waren zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Laut CAR-Institut gibt es aktuell Abo-Modelle mit Monatsraten ab 199 Euro für Kleinwagen.

Eine Umfrage des CAR-Instituts in Kooperation mit IBM berichteten 48 Prozent der 1163 Teilnehmer über unvorhergesehene beim aktuellen Fahrzeug, am häufigsten verschleißbedingte Reparaturen. Dennoch konnte sich eine Mehrheit von 53 Prozent vorstellen, ihr nächstes Fahrzeug zu abonnieren.

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