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Ausbau der E-Mobilität: Es gibt zu wenig passende Fachkräfte

Die Studie "Branchenkompass Automotive 2019" von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut ergab, dass sich die Automobilindustrie schwer tut mit dem Umstieg auf E-Mobilität.

Voll unter Strom: Die Elektromobilität hat ganz massive Auswirkungen auf die Fahrzeugbranche. | Foto: Max Bender/Unsplash
Voll unter Strom: Die Elektromobilität hat ganz massive Auswirkungen auf die Fahrzeugbranche. | Foto: Max Bender/Unsplash
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Gregor Soller

Eine der größten Herausforderungen sei dabei die Know-how-Lücke für den Umbau der Wertschöpfungskette. Weil die nötigen Experten auf dem Arbeitsmarkt Mangelware sind, setzt die Mehrheit der Hersteller und Zulieferer auf Weiterbildung. Dazu kommt vor allem in Deutschland die noch geringe Akzeptanz der Elektromobilität, die als Chance und Problem geleichermaßen gesehen wird, denn: 87 Prozent der befragten Hersteller und Zulieferer sehen die Technologie als den Wachstumstreiber der Zukunft. Neue Antriebssysteme werden den Verbrennungsmotor langsam verdrängen und somit umweltfreundlicher, ruhiger und sparsamer. Bis 2022 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein, so das erklärte Ziel der Bundesregierung. Kunden sollen bis 2020 zwischen 100 verschiedenen E-Modellen wählen können. Doch dazu muss die komplette Wertschöpfungskette umgebaut werden. Dafür brauchen die Unternehmen zusätzliches Know-how in verschiedenen Bereichen wie Elektrotechnik, Mechatronik oder Software. Fachkräfte sind aktuell jedoch Mangelware.

Der Themenkomplex "Mitarbeiter und Fortbildung" stellt die zweitgrößte Herausforderung für die Automobilbranche dar, so die Studie. Die Unternehmen wollen das Problem vor allem intern lösen. Fahrzeughersteller wie Porsche und Zulieferer wie Bosch setzen beispielsweise auf Fortbildungen und Umschulungen, um die vorhandene Wissenslücke zu schließen. Mit E-Learning-Programmen will die Branche möglichst viele Mitarbeiter in kurzer Zeit qualifizieren. Der Transformationsprozess lässt sich mit multimedialen Trainings schneller und günstiger gestalten. Rund 60 Prozent der Hersteller und Zulieferer nutzen aktuell computergestützte Angebote zur Schulung ihrer Belegschaft. Bei großen Unternehmen sind es sogar 87 Prozent. "Das Branchenwissen ist vorhanden. Nun gilt es, aus Spezialisten für Verbrennungsmotoren Experten für Batterietechnik und Elektroantriebe zu machen", sagt Ziad Blal, Leiter der Geschäftssparte Automotive bei Sopra Steria Consulting.

Unklar ist allerdings auch noch, welche Batterietechniken sich wie durchsetzen werden. Blal erklärt dazu:

„Die Produkte und Dienstleistungen der Branche verändern sich so rasant wie noch nie. Die Unternehmen sind gefordert, die Jobanforderungen für verschiedene Zeiträume zu planen und anzupassen. Zudem müssen sie die Mitarbeiter auf lebenslanges Lernen einstellen.“

Parallel will die Automobilbranche die Qualität des Recruitings verbessern. Eine Hürde ist aber die noch geringe Akzeptanz von E-Autos:  Trotzdem sind bei den befragten Unternehmen knapp ein Viertel der befragten Entscheider überzeugt, dass der Elektromotor kurz- und mittelfristig die beste Antwort auf Luftverschmutzung und Lärmemissionen sein wird. Für 34 Prozent der Entscheider ist E-Mobilität aktuell ein wichtiges Thema in der Kommunikation. Vor allem Hersteller erhöhen ihr Marketingbudget, um Kunden zu informieren. Denn der globale Wettbewerb macht Druck: Deutsche Elektroautos verlieren zunehmend Marktanteile, besonders im Vergleich zu ausländischen Herstellern wie Tesla oder NIO. Zudem wächst der Markt für Elektroautos in Deutschland unterdurchschnittlich. In den USA, China, Norwegen und Frankreich fahren deutlich mehr Menschen ein batteriebetriebenes Fahrzeug.

Infos zur Studie gibt es unter http://bit.ly/Studie_BKAutomotive2019 , eine Infografik findet man unter http://bit.ly/Infografik_BKAutomotive2019

Wie entstand die Studie? Das Marktforschungsinstitut Forschungswerk führte hierfür im Herbst 2018 im Auftrag von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut eine Befragung von 100 Entscheidern sowie Fach- und Führungskräften der Automobilbranche durch. Als Befragungsmethode wurde CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing) eingesetzt. Teil der Studienergebnisse sind zudem drei vertiefende Interviews mit Spitzenvertretern der Branche über ihre Standpunkte und Erfahrungen.

Was bedeutet das?

Der Wandel in der Mobilität hat massiv an Fahrt aufgenommen und dürfte sich sehr schnell beschleunigen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass viele Unternehmen in neue Start-ups und Kooperationen investieren und speziell VW-CEO Herbert Diess mittlerweile ganz massiv Druck macht in Sachen E-Mobilität.

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