Audi zeigt e-tron Concept als Avant

Die Kombi-Version des A6 e-tron Concept wirkt seriennah, soll bis zu 700 Kilometer Reichweite ermöglichen und zudem mit Schnellladen bis 270 kW punkten. Damit sind 300 Kilometer Reichweite in zehn Minuten gezogen. Basis ist eine top Aerodynamik - und die PPE-Plattform.

Flachmann: Der e-tron Avant wirkt serienreif und setzt auf eine aerodynamische Silhouette mit cW-Wert von 0,24. | Foto: Audi
Flachmann: Der e-tron Avant wirkt serienreif und setzt auf eine aerodynamische Silhouette mit cW-Wert von 0,24. | Foto: Audi
Johannes Reichel

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz 2022 präsentiert die Volkswagen-Tochter das nächste Modell seiner künftigen elektrisch angetriebenen A6-Modellreihe als Avant. Dieser folgt auf den im April 2021 auf der Shanghai Auto Show gezeigten Audi A6 Sportback mit E-Antrieb. Das dem Vernehmen nach seriennahe Concept Car A6 Avant e-tron basiert auf der künftigen, unter Audi-Ägide entwickelten Plattform PPE. Die 4,96 Meter lange und 1,96 Meter breite sowie 1,44 Meter hohe Karosserie positioniert sich in Richtung Oberklasse. Die Optik soll sich als konsequente Weiterentwicklung der gegenwärtigen Formensprache darstellen, mit signifikanten e-tron-Elemente wie der geschlossenen Singleframe-Front und dem durchgezogenen Leuchtenband am Heckiebenen Audi der e-tron Flotte. Das "Concept" soll mehr als eine Fingerübung der Designer sein: Linienführung und Proportionen verweisen klar auf das kommende Serienmodell.

„Mit dem Audi A6 Avant e-tron concept geben wir einen ganz konkreten Ausblick auf zukünftige Serienmodelle unserer neuen Technik-Plattform PPE. Dabei elektrifizieren wir nicht nur die 45-jährige Erfolgsgeschichte des Avant, sondern wollen vor allem mit Technologie ein Ausrufezeichen setzen. Hierzu zählen unter anderem eine leistungsstarke 800-Volt-Technik, 270 kW Ladeleistung und eine WLTP-Reichweite von bis zu 700 Kilometern", gibt sagt Oliver Hoffmann, Audi Vorstand für Technische Entwicklung unumwunden zu.

Die PPE-Technologie erlaube damit Ladezeiten, die sich der eines klassischen Tankstopps bei verbrennergetriebenen Automobilen annähern. Gerade einmal zehn Minuten genügen, um ausreichend Antriebsenergie für mehr als 300 Kilometer Fahrstrecke an Bord zu nehmen. Und in weniger als 25 Minuten lässt sich der Ladestand der 100 kWh-Batterie des Audi A6 Avant e-tron concept von fünf auf 80 Prozent bringen. Je nach Antriebs- und Modellvariante soll ein Audi A6 e-tron bis zu 700 Kilometer Reichweite (nach WLTP-Standard) schaffen, das Topmodell in weniger als vier Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Basis der hohen Reichweite soll ein cW-Wert von nur 0,22 beim Sportback bilden, beim Avant mit weit gespannter Dachlinie liegt der cW-Wert nur um 0,02 Einheiten darüber.

Flacher Akku mit 100 kWh

Zentrales Element der künftigen, rein elektrisch aufgesetzen PPE-Flotte ist ein Batteriemodul zwischen den Achsen, das auch in der Avant-Version rund 100 kWh Energie fasst. Die Nutzung der gesamten Fahrzeugbasis mache für den Akku ein relativ flaches Layout möglich. Akkugröße und Radstand von PPE-Fahrzeugen sind dabei skalierbar – dies ermögliche den Einsatz in unterschiedlichen Marktsegmenten. Verbindend fällt in jedem Fall jedoch das Verhältnis aus recht langem Radstand und sehr kurzen Überhängen aus, was dem Raumangebot für die Fahrzeuginsassen zugute kommen soll, mit viel Innenraumlänge und Beinfreiheit in beiden Sitzreihen. Auch der prinzipbedingte Entfall eines Kardantunnels erhöht den Raumkomfort.

Quattro ist Pflicht - Eco aber auch!

Obligatorisch für die Marke ist auch ein Quattro: Die Versionen mit je einem E-Motor an Vorder- und Hinterachse sollen über eine elektronische Koordination den Allradantrieb bedarfsorientiert und in Balance aus Fahrdynamik und Ökonomie realisieren. Spannender für Energiesparer ist die Basisvariante, die auf minimalen Verbrauch und maximale Reichweite hin optimiert ist, mit einem E-Motor an der Hinterachse. Die beiden Elektromotoren des Audi A6 Avant e-tron concept mobilisieren eine Gesamtleistung von 350 kW und ein Drehmoment von 800 Newtonmetern. Die Vorderräder sind über eine eigens für E-Fahrzeuge optimierte 5-Lenker-Achse angebunden. Hinten gibt es eine Mehrlenkerachse. Beim Konzeptfahrzeug kommt die Audi air suspension, eine Luftfederung mit adaptiven Dämpfern, zum Einsatz. Dank des schon ab der ersten Umdrehung verfügbaren hohen Drehmoments sollen selbst die Einsteigervarianten in weniger als sieben Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Der Anfang einer Elektro-Reihe

2018 debütierte der erste Serien-Audi mit elektrischem Antrieb. Nach den SUVs Audi e-tron und e-tron Sportback rollte im Februar 2021 der sportliche e-tron GT quattro an den Start, basierend auf einer gemeinsam mit der Porsche AG entwickelten neuen Technikplattform. Zwei Monate danach debütierten Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron – zwei überaus eigenständige SUVs im Kompaktsegment mit gemeinsamer technischer Basis: dem sogenannten MEB des Volkswagen Konzerns. Die Konzeptfahrzeuge Audi A6 e-tron Sportback und Avant sind nun erste Repräsentanten einer Fahrzeugfamilie – zunächst im C- und später auch im B- und D-Segment, kündigte der Hersteller an. Seit 1968 – zunächst und bis 1994 noch als Audi 100 bekannt – repräsentiert die Familie die Marke in einem der weltweit volumenstärksten Segmente. Seit 1977 gab es in der Baureihe die Avant-Modelle – eine revolutionäre, hoch emotional gestaltete Neuinterpretation der Gattung Kombi.

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