Audi will Speerspitze der E-Mobilität im Konzern sein und erhöht Investitionen

Hersteller stockt Mittel für E-Mobilität erneut auf, bringt erstmals mehr E-Modelle als Verbrenner und baut die Ladeinfrastruktur aus, etwa mit einem urbanen HPC-Hub samt Lounge.

Mehr Grip für die Stromer: Audi erhöht sein Investment in die E-Mobilität und will bis 2025 insgesamt 20 reine BEVs am Markt haben. | Foto: Audi
Mehr Grip für die Stromer: Audi erhöht sein Investment in die E-Mobilität und will bis 2025 insgesamt 20 reine BEVs am Markt haben. | Foto: Audi
Johannes Reichel

Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter Audi hat sich die forcierte Elektrifizierung des Portfolios vorgenommen und will damit im VW-Konzern eine Speerspitze bilden. Im Jahr 2021 habe man das Angebot an rein elektrischen Modellen verdoppelt und erstmals mehr E-Autos als Verbrenner neu gebracht, reklamiert der Hersteller. Mit der Weltpremiere des Audi e-tron GT Anfang des Jahres und des Audi Q4 e-tron im Frühjahr liege man im Plan der sogenannten E-Roadmap. Mit der Investitionsplanung für die kommenden fünf Jahre will man jetzt den Wandel hin zu einem Anbieter von nach Eigendefinition "vernetzter und nachhaltiger Premiummobilität" noch weiter beschleunigen.

„Das Tempo der Veränderungen in unserer Gesellschaft nimmt rasant zu. Daher beschleunigen wir unsere Transformation hin zur klimaneutralen Mobilität. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist für uns ganz klar eine Frage der Haltung und Verantwortung", erklärt CEO Markus Duesmann.

Mit einer Gesamtsumme von rund 37 Milliarden Euro werden die Vorleistungen insbesondere für künftige Fahrzeugprojekte erhöht, teilten die Ingolstädter mit. Allein für Elektrifizierung und Hybridisierung sieht der Premiumhersteller rund 18 Milliarden Euro vor und will damit das "klare Bekenntnis zur Elektromobilität" unterstrichen sehen. Bis 2025 will das Unternehmen mehr als 20 vollelektrische Modelle im Angebot haben, ab 2026 sollen nur noch BEVs neu vorgestellt werden und bis 2033 will man den kompletten Umstieg auf batterielektrische Antriebe vollzogen haben und die Verbrenner auslaufen lassen.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Mit der wachsenden Zahl elektrischer Modelle steige auch die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur, die man weltweit im Konzern in Partnerschaften ausbaut. In Nürnberg erprobt die Tochter Audi jetzt ein urbanes Premiumladekonzept in der Praxis. Mit dem sogenannten Audi charging hub adressiert man Kund_innen ohne heimische Lademöglichkeit und zielt darauf ab, künftig mögliche Spitzennachfragen zu bedienen. Der Hub eröffnet am 23. Dezember und bietet reservierbare High-Power-Charging(HPC)-Ladepunkte sowie einen direkt angeschlossenen Loungebereich, der als "hochwertiger Verweilort" dienen soll. Als Stromspeicher fungieren gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien, so genannte Second-Life-Batterien, die aus zerlegten Entwicklungsfahrzeugen stammen. Photovoltaikmodule auf dem Dach liefern zusätzliche grüne Energie.

Mit dem Ladehub geht ein weiterer Standort des e-tron Charging Service ans Netz. Der Audi-eigene Ladedienst ist mit derzeit rund 290 Ladepunkten in 26 europäischen Ländern verfügbar. Zudem verweist man auf das Joint Venture Ionity, in dem Audi Gründungsmitglied war und das aktuell in 24 Ländern 700 Millionen Euro in sein Schnellladenetz investiert. Bis 2025 soll die Anzahl der 350-kW-Ladepunkte von derzeit mehr als 1.500 auf rund 7.000 steigen.

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