Audi weitet Partnerschaft mit FAW aus und baut E-Auto-Werk

Gemeinschaftswerk mit FAW soll bis 2024 anlaufen und Elektro-Modelle der Premium-Klasse auf PPE-Basis fertigen. Hersteller erwartet ein "goldenes Jahrzehnt" für E-Mobilität in China.

Bald auch made in China: Die neuen e-tron-Modelle auf PPE-Basis sollen auch im Reich der Mitte gefertigt werden. | Foto: Audi
Bald auch made in China: Die neuen e-tron-Modelle auf PPE-Basis sollen auch im Reich der Mitte gefertigt werden. | Foto: Audi
Johannes Reichel

Der Ingolstädter Automobilhersteller Audi AG und Volkswagen China haben eine Ausweitung der Partnerschaft mit FAW angekündigt und wollen in diesem Rahmen auch eine Elektroauto-Fertigung in China schaffen. Der Vorstand von Audi wie auch der Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns und der Vorstand der FAW Group bestätigen Changchun (Nordost-China) als Sitz des neu zu gründenden Audi-FAW Unternehmens, an dem die Ingolstädter und der Wolfsburger Konzern 60 Prozent der Anteile halten werden. Damit sei das Unternehmen die erste Kooperation mit Mehrheitsbeteiligung von Audi in China für die lokale Produktion von vollelektrischen Audi-Modellen auf der gemeinsam mit Porsche entwickelten „Premium Platform Electric“ (PPE).

"Mit dem neuen Audi-FAW Unternehmen bauen wir unsere Präsenz im chinesischen Markt weiter aus und stärken durch die Produktion vor Ort unsere Positionierung als Hersteller vollelektrischer Premiumfahrzeuge“, glaubt Markus Duesmann, Vorstandsvorsitzender der Audi AG und verantwortlich für das China Geschäft.

Die lokale Produktion soll bis 2024 anlaufen. Changchun ist auch der Stammsitz des Joint Venture FAW‑Volkswagen, an dem Audi seit über 30 Jahren beteiligt ist und, neben anderen Standorten in China, bereits lokal Automobile der Marke produziert.

„Die gestärkte Partnerschaft von Audi und FAW leitet die neue Ära der Elektrifizierung ein als nächstes ‚Goldenes Jahrzehnt‘ von Audi im wichtigen Markt China“, schwärmt Werner Eichhorn, Präsident von Audi China.

Die FAW Audi Sales Co., Ltd. übernimmt den Vertrieb der lokal von FAW-Volkswagen produzierten Audi-Modelle, der Audi Importfahrzeuge sowie der künftig im gemeinsamen PPE-Werk gefertigten Automobile. Man verstärke mit diesen strategischen Entscheidungen das Engagement auf Audis größtem Auslandsmarkt weiter. Gemeinsam mit seinem Partner FAW werde das lokal produzierte Produktangebot bis Ende 2021 auf zwölf Modelle erweitert. 2022 sollen zudem die Produkte des zweiten Partners SAIC Volkswagen eingeführt werden. Bisher haben die Ingolstädter auf dem chinesischen Markt fast sieben Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, im Jahr 2020 wurden in China 727.358 Fahrzeuge der Marke verkauft, das historisch beste Ergebnis in über 30 Jahren auf dem chinesischen Markt, wie der Hersteller stolz verkündet.

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