Audi und LG planen Akkumontage in Ingolstadt

Eine Audi-Sprecherin bestätigte gegenüber der Plattform „electrive.net“ die Planungen einer Batterie-Montage in Ingolstadt.

Aktuell kommen die Akkuzellen von LG Chem aus Breslau. Sie werden in Brüssel montiert. | Foto: Audi
Aktuell kommen die Akkuzellen von LG Chem aus Breslau. Sie werden in Brüssel montiert. | Foto: Audi
Gregor Soller

LG Chem ist seit vielen Jahren Partner von Audi. In vielen Plug-in-Hybriden werden Zellen des koreanischen Herstellers verbaut. Audi holt sich die Akkumontage für die teure PPE-Plattform künftig vor die Werkstore. Dort soll mit LG Chem eine Linie für die Akkumontage entstehen was eine Audi-Sprecherin gegenüber der Plattform „electrive net“ bestätigt haben soll: Denn die neue Montage soll die PPE-Fahrzeuge, die in den nächsten Jahren am Standort Ingolstadt starten, mit Batterien versorgen.

Neben CATL plant mittlerweile auch LG Chem einen Ausbau seiner Batteriezell-Produktion in Europa. Dafür hat sich LG Chem ein Darlehen bei der Europäischen Investitionsbank gesichert. Diese leiht dem Batteriezellen-Hersteller 480 Millionen Euro für den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in Breslau im Südwesten Polens. Aktuell kann LG Chem 15 GWh fertigen. Das Projekt, dessen Gesamtkosten auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt werden, umfasst der EIB-Mitteilung zufolge die Steigerung der jährlichen Kapazitäten in Breslau um mehr als 35 GWh auf dann rund 65 GWh. Bis Ende 2022 sollen rund 6.000 Vollzeit-Beschäftigte in dem erweiterten Werk arbeiten. Interessant: Über die Förderung möchte LG Chem die Kapazitäten um 35 GWh aufstocken. Mit den 15 GWh aktueller Kapazität muss LG Chem noch weitere Mittel für die fehlenden 15 GWh auftreiben, um 65 GWh zu erreichen.

Für die Erweiterung hat LG Chem laut „electrive net“ kürzlich eine ehemalige Fernseher-Montagefabrik des türkischen Konzerns Vestel in Breslau gekauft. Das 223.000 Quadratmeter große Werk befindet sich in der Nähe der bestehenden Batteriezellen-Produktionsstätte. Der Standort Breslau bleibt somit der Hauptstandort der Europa-Pläne von LG Chem, der sich zuletzt durch Hochlaufschwierigkeiten auszeichnete: Entsprechend fehlten Akkus für den Audi e-tron, der im Werk Brüssel montiert wird ebenso wie für den Jaguar I-Pace, der bei Magna in Graz montiert wird.

Könnte LG Chem die Produktion wie angekündigt vervierfachen, würden die Zell- und Akkukapazitäten später je nach verbauter Batteriegröße für rund 800.000 bis zu einer Million Elektroautos reichen.

Was bedeutet das?

Nicht nur die Auto- auch die Akkuhersteller haben Probleme mit ihren Hochläufen. Deshalb möchte Audi die Akku- und Zellfertigung zumindest für die hochpreisigen PPE-Modelle „näher am Werk“ haben, denn die ersten Erfahrungen mit dem e-tron ließen in Ingolstadt Zweifel an den Lieferfähigkeiten und –wegen aufkommen.

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