Audi und Ericsson: 5G-Pilotprojekt zur Mensch-Roboter-Interaktion

In der Produktion soll ein industrieller Roboter ein Airbag-Modul in das Lenkrad eines Fahrzeugs einbauen. Voraussetzung ist eine schnelle Datenverbindung.

Seit 2018 erprobt der Audi mit Ericsson den Einsatz der Mobilfunk- und Netztechnologie 5G für die Produktion von Fahrzeugen. (Foto: Audi)
Seit 2018 erprobt der Audi mit Ericsson den Einsatz der Mobilfunk- und Netztechnologie 5G für die Produktion von Fahrzeugen. (Foto: Audi)
Johannes Reichel
von Therese Meitinger

Der Autohersteller Audi und der schwedische Netzausrüster Ericsson haben am 18. Februar ein gemeinsames 5G-Pilotprojekt für die Produktion vorgestellt, das die Mensch-Roboter-Interaktion adressiert. Als eines der ersten Felder soll eine über 5G angebundene Automatisierungs-Anwendung mit Fokus auf die Personensicherheit gezeigt werden. Ein industrieller Roboter soll dabei ein Airbag-Modul in das Lenkrad eines Audi einbauen.

Die Roboterzelle ist dabei nach Unternehmensangaben durch Sicherheitssensorik geschützt. Sobald demnach eine Menschenhand den Lichtvorhang der Zelle durchbricht, hält der Roboter automatisch an. Die hierfür notwendige hochfrequente (Feldbus-)Kommunikation werde ermöglicht durch die sehr niedrige Latenzzeit, also einer Ende-zu-Ende-Verzögerung von ungefähr einer Millisekunde, so Audi. Dank der 5G-Technologie werde die Interaktion zwischen Mensch und Maschine nun auch auf kabellosem Weg möglich.

Potenziale der 5G-Technologie für industrielle Anwendungen

„5G verbindet alle Punkte in unserer Produktionsumgebung, was zu enormen Verbesserungen der Flexibilität und Konnektivität führt, sowie zeigt, wie eine sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter aussehen kann“ sagt Arjen Kreis, Leiter Karosseriebau Automatisierungstechnik Audi Neckarsulm.

„Im Rahmen unseres 2018 angekündigten Projekts mit Ericsson testen wir im Audi Production Lab die Möglichkeiten der 5G-Technologie für industrielle Anwendungen in der Smart Factory. Mit diesen Projekten erfahren wir mehr darüber, wie drahtlose Netzwerke in einer Smart Factory optimal eingesetzt werden können“, sagt Dr. Henning Löser, Leiter des Audi Production Lab.

In diesem werden Audi zufolge industrielle Anwendungsszenarien für die Automobilfertigung auf Basis von 5G getestet und weiterentwickelt. Dabei stellen die beiden Unternehmen nach Eigenangaben eine besonders latenzkritische Anwendung in den Mittelpunkt, wie die Interaktion mit einem Industrieroboter.

Seit 2018 erprobt der Audi mit Ericsson den Einsatz der Mobilfunk- und Netztechnologie 5G für die Produktion von Fahrzeugen.

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