Audi RS Q e-tron soll bei der Dakar 2023 mehr als 60 Prozent CO2 sparen

Die drei Wüsten-Prototypen mit elektrischem Antrieb und Energiewandler fahren bei der nächsten Rallye Dakar vom 31. Dezember 2022 bis 15. Januar 2023 erstmals mit innovativem Kraftstoff aus ETG und Methanol.

Refuels statt Efuels: Audi setzt bei der Dakar auf Ethanol-to-Gasoline. | Foto: Audi
Refuels statt Efuels: Audi setzt bei der Dakar auf Ethanol-to-Gasoline. | Foto: Audi
Gregor Soller

Audi verwirrt uns derzeit etwas: Während CEO Duesmann statt Technologieoffenheit eine Technologieklarheit fordert – also die klare Festlegung auf E-Antriebe ohne die Seitenzweige Wasserstoff, Brennstoffzelle und E-Fuels, schickt die Sportabteilung Rallye-Prototypen mit eben jenen E-Fuels in die Wüste, respektive zur Dakar. „Wir verfolgen bei Audi eine konsequente Strategie der Dekarbonisierung“, sagt Oliver Hoffmann, Vorstand der Technischen Entwicklung bei Audi und ergänzt dann:

„Unsere Batteriefahrzeuge und erneuerbarer Strom sind die Leittechnologien. Ergänzend bieten erneuerbare Kraftstoffe die Möglichkeit, Verbrennungsmotoren klimafreundlicher zu betreiben. Der Audi RS Q e-tron kombiniert beide Systeme in seinem innovativen Antrieb. Damit sind wir in der für elektrische Antriebe denkbar härtesten Motorsportart ab sofort noch nachhaltiger unterwegs.“

Noch eine neue Technik: Ethanol-to-Gasoline

Um die Kohlenstoffdioxidemissionen weiter zu verringern, setzt Audi beim Kraftstoff für das Rallyeauto auf reststoffbasierte Produkte, die nicht mit Nahrungsmitteln konkurrieren. Dahinter steckt ein Verfahren, das Biomasse in einem ersten Schritt zu Ethanol verwandelt. Daraus entsteht in weiteren Verfahrensschritten der endgültige Kraftstoff. Abgekürzt lautet der Prozess Ethanol-to-Gasoline (ETG).

Das Ausgangsprodukt: Biogene Pflanzenteile

 

Der Tankinhalt des RS Q e-tron besteht zu 80 Prozent aus nachhaltigen Komponenten, darunter ETG und e-Methanol. Diesen Kraftstoff benötigt der Energiewandler, dessen verbrennungsmotorischer Part mit hoher Verdichtung und damit sehr effizient arbeitet, um Strom für den elektrischen Antrieb zu liefern. Während also das Antriebskonzept grundsätzlich gegenüber konventionellen Systemen bereits weniger Kraftstoff benötigt, ergibt sich nun eine weitere Optimierung. Dr. Fabian Titus, Entwicklung Applikation und Thermodynamik, erklärt dazu:

„Mit dieser Kraftstoffmischung spart der Audi RS Q e-tron mehr als 60 Prozent Kohlenstoffdioxidemissionen ein.“

Diese von Audi vorangetriebene Entwicklung entspricht den strengen chemischen Maßgaben des Kraftstoff-Reglements von FIA und ASO. Sie ähneln den Vorschriften für handelsübliche Kraftstoffsorten mit 102 Oktan. Ein so hoher Wert garantiert die Klopffestigkeit des Kraftstoff-Luft-Gemischs beim Verbrennungsvorgang. Mit diesem innovativen Kraftstoff erzielt der Verbrennungsmotor sogar einen geringfügig höheren Wirkungsgrad als mit fossilbasiertem Benzin.

 

Der volumetrische Heizwert sinkt – also braucht es größere Tanks

Der Sauerstoffgehalt im reFuel reduziert allerdings die Energiedichte des Kraftstoffes, weshalb der volumetrische Heizwert sinkt. Deshalb benötigt der RS Q e-tron ein größeres Tankvolumen. Einen Reglement-Vorteil erhält das Fahrzeug dadurch natürlich nicht, denn Fuel Flow Meter (Kraftstoffdurchflussmesser) ermitteln den Energieverbrauch im Sinne der Chancengleichheit unter den Teilnehmern mit höchster Präzision. 

Bereits im Premierenjahr hat die erste Baustufe des RS Q e-tron im Januar und März 2022 die Rallye-Tagesetappen dank des elektrischen Antriebs mit Energiewandler überaus energieeffizient absolviert. Eine deutlich verbesserte CO2-Bilanz ergibt sich zusätzlich durch den direkten Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe in HEV-Modellen (Hybrid Electric Vehicles) wie dem RS Q e-tron und allgemein in effizienten Hybridfahrzeugen für den Straßenverkehr.

Die Vision von Audi ist es, mit 100 Prozent erneuerbarem Kraftstoff die anspruchsvollsten Rennen der Welt zu fahren. Nachdem die Vier Ringe seit mehr als vier Jahrzehnten für einen Technologietransfer zwischen Motorsport und Serie stehen, eröffnet der Einsatz von reFuels eine zusätzliche Dimension: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb können auch in Zukunft mit reFuels einen wirksamen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasen leisten.

Was bedeutet das?

Audi quo vadis??? Keine komplett neue Baureihe 2022, keine Ideen für leistbare Modelle unter dem A3, aber Visionen für nochmals neue (r)e-Fuels. Die Audi-CEO Duesmann doch am liebsten in die Wüste schicken wollte…stattdessen schicken sie einen für die Serie wenig hilfreichen Prototypen dorthin oder besser auf die Rallye Dakar. Da braucht Audi für seine Kunden schon ganz starke Argumente, wenn es um die Modellpalette und deren Preiserhöhungen geht. Zumal der Konkurrenzdruck auch aus China und Korea massiv steigt und Audi wirklich starke Antworten bisher schuldig blieb. Wenn die Marke sich mit der Formel 1 und der Dakar da nicht mal selbst in die Wüste schickt…

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