Audi Q4 e-tron Sportback: Zurück zu den Wurzeln!

Mit dem Stromer auf MEB-Basis kehrt Audi bezüglich der angetriebenen Räder und seinem Produktionsort zu den Ursprüngen der Marke zurück.

Der Q4 e-tron Sportback wird wieder in Zwickau gebaut werden - als Allradler und Hecktriebler. | Foto: Audi
Der Q4 e-tron Sportback wird wieder in Zwickau gebaut werden - als Allradler und Hecktriebler. | Foto: Audi
Gregor Soller

Heckantriebsautos, die in Zwickau montiert wurden: So startete August Horch 1910 seine neue Marke Audi. Und exakt so sieht ein Teil ihrer Zukunft aus. Die Elektrifizierung läuft bei Audi gut an: Der e-tron hat sich als Tesla-Alternative etabliert und konnte trotz hoher Preise und Corona-Krise 2020 schon über 20.000 Mal verkauft werden – in Norwegen erklimmt er zeitweise gar die Position des bestverkauften Autos überhaupt. Und da die Coupéversion „Sportback“ mittlerweile fast die Hälfte des Absatzes ausmacht, wird auch der Q4-e-tron eine solche Version zur Seite gestellt bekommen.

Doch während der große e-tron ein Singulär mit Q5-Komponenten auf der intern „J1“ genannten Plattform ist, baut der Q4 e-tron auf dem MEB-Baukasten auf. Den er ziemlich maximal ausnutzt, heißt: 4,6 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,6 Meter hoch und mit 2,77 Meter Radstand. Womit das Raumangebot besser als im Q5 sein soll, wobei wir nach dem ersten Probesitzen auf dem Genfer Salon 2019 relativieren müssen: Ja, der Q4 e-tron hat gut Platz für vier, zur Opulenz eines Q7 lässt er aber noch merklich Abstand.

Die Topversion hat das große 82-kWh-akkupaket, das netto 77 kWh bietet, womit bis zu 450 Kilometer Reichweite nach WLTP drin sein sollen – beim Sportback aufgrund der um ein Prozent besseren Aerodynamik (cW-Wert von 0,26) noch ein paar Kilometer mehr als beim Standard Q4 e-tron. Die E-Maschinen an Front und Heck bieten zusammen 225 kW (306 PS) Systemleistung und damit exakt den Wert des einstigen Sport quattro, dessen „dicke Backen“ die Designer an den Q4-Kotflügeln zitieren. So soll der gut zwei Tonnen schwere Stromer in 6,3 Sekunden 100 km/h erreichen, bei 180 km/h wird abgeregelt. Das Drehmoment gibt Audi mit 310 Newtonmeter an, womit er nicht ganz die 350 Newtonmeter des Sport quattro erreicht – trotzdem sollte es so zügig vorangehen. Schnellladen kann man mit bis zu 125 kW, so dass 80 Prozent Akkustand beim Topmodell binnen gut 30 Minuten erreicht sein sollen.

Unter dem Topmodell wird es analog zu den übrigen MEB-Modellen Versionen mit 132 und 150 kW folgen, dann auch mit Heckantrieb. Gestartet werden soll bei „unter 40.000“ Euro, was nahe legt, dass man dann wie beim Skoda Enyaq mit der 109-kW-Version samt 55-kWh-Akku beginnt. Dazwischen wird es auch bei Audi eine Version mit 62-kWh-Akku geben. Die Pouch-Zellen dürften auch hier von LG Chem in Polen zu Akkus vormontiert werden, bevor sie nach Zwickau ans Band gehen. Dort werden neben der ID.3-Montagehalle, in der auch der weitgehend baugleiche Seat „El Born“ entstehen wird, gerade eitere Hallen für die Audi-Montage vorbereitet.

Der jetzt präsentierte Prototyp wird bis auf Details wie die Türgriffe ab Anfang 2021 so in Serie gehen, wobei man dann vom Start weg die Wahl haben soll, ob man den Q4 e-tron als Standard-SUV oder als Sportback ordert. Fest steht schon jetzt, dass er den Audi-Elektro-Verkäufen einen erheblichen Boost bescheren wird. Zumal die Marke mit den vier Ringen bis 2025 zwanzig rein elektrische und zehn elektrifizierte Modelle im Programm haben will, was vierzig Prozent des Gesamtprogrammes ausmacht.

Was bedeutet das?

Mit dem Q4 e-tron startet Audi im weltweit volumenstärksten und nicht margenschwächsten Segment: Am oberen Ende der Kompakt-SUV. Dank durchdachter Aerodynamik und einer großen Modellpalette sollte der Q4 e-tron von Anfang an ein Erfolg werden.  

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