Audi: Nachhaltiges Interieur aus Recycling-Stoffen

Im A3 realisiert der Hersteller erstmals ein Interieur mit hohem Anteil wiederverwerteter Materialien wie PET-Flaschen an, die sich haptisch und optisch nicht von normalen Stoffen unterscheiden sollen.

Aus alt mach' neu: PET-Flaschen werden in einem aufwändigen Verfahren zu Garn verwoben, daraus werden Sitzbezüge von hoher Qualität. | Foto: Audi
Aus alt mach' neu: PET-Flaschen werden in einem aufwändigen Verfahren zu Garn verwoben, daraus werden Sitzbezüge von hoher Qualität. | Foto: Audi
Johannes Reichel

Der Automobilhersteller Audi hat für den neuen A3 erstmals Sitzbezüge aus Recycling-Material im Angebot. In der vierten Generation des Kompaktmodells setze man erstmals Sitzbezüge aus Sekundärrohstoffen ein. Dabei bestünden bis zu 89 Prozent des verwendeten Textils aus recycelten PET-Flaschen. Diese werden in einem aufwändigen Verfahren zu Garn verarbeitet. Im Resultat verspricht der Hersteller Stoffe, die optisch und haptisch gleiche Qualitätsstandards wie klassische Textilbezüge erfüllen sollen.

Insgesamt werden pro Sitzanlage bis zu 45 PET-Flaschen à 1,5 Liter verwertet. Dazu kommen weitere 62 PET-Flaschen, die für den Teppich im neuen A3 recycelt wurden. Auch weitere Komponenten des Interieurs bestehen vermehrt aus Sekundärrohstoffen, so zum Beispiel Dämmstoffe und Dämpfungsbauteile, die Seitenverkleidung des Kofferraums, der Ladeboden und die Einlegematten.

Ziel ist die Kreislaufwirtschaft

Der Hersteller will den Anteil an Rezyklaten in der Flotte in den nächsten Jahren deutlich steigen, ohne Abstriche bei der Qualität, so das Versprechen. Aktuell seien die Sitzbezüge zwar noch nicht vollständig aus recyclingfähigem Material gefertigt. „Die Herausforderung stellt das Untergewebe dar, das per Kleber mit dem Obermaterial verbunden wird. Wir arbeiten daran, auch diesen durch recyclingfähiges Polyester zu ersetzen“, erklärt Ute Grönheim, bei Audi zuständig für die Materialentwicklung im Bereich Textilien, die Problematik.

Ziel sei es aber, den Sitzbezug komplett aus sortenreinem Material herzustellen, um es im Anschluss an die Nutzung wieder dem Kreislauf zuführen zu können. "Davon sind wir nicht mehr weit entfernt“, meint Gröhnheim. Perspektivisch würden sämtliche Stoffbezüge über alle Modellreihen hinweg aus Rezyklat bestehen, verspricht der Materialexperte.

 

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