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Audi: Keine neuen Verbrenner mehr!

Audi-Chef Markus Duesmann begründet die Entscheidung in einem Interview mit den EU-Plänen für die geplante strengere Abgasnorm Euro 7.

Audi-CEO Markus Duesmann stoppt die Entwicklung neuer Verbrennermotoren. | Foto: Audi
Audi-CEO Markus Duesmann stoppt die Entwicklung neuer Verbrennermotoren. | Foto: Audi
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Gregor Soller

Duesmann spricht in einem Interview mit „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ Klartext. Dort sagte er:

„Wir werden keinen neuen Verbrennungsmotor mehr entwickeln, sondern unsere bestehenden Verbrennungsmotoren an neue Emissionsrichtlinien anpassen.“

Dabei kritisiert er indirekt auch die geplanten Vorgaben für die Euro-7-Norm. Die sei „technisch eine riesige Herausforderung bei gleichzeitig geringem Nutzen für die Umwelt“.

Das schränke den Verbrennungsmotor laut Duesmann „extrem ein“, sodass sich komplette Neuentwicklungen praktisch nicht mehr lohnten. Er vermied aber gleichzeitig ein konkretes Datum, wann Audi den letzten Neuwagen mit Verbrenner verkaufen werde. Und verwies in dem Zusammenhang auf Regionen der Welt, in denen Energieversorgung und Ladeinfrastruktur weniger gut ausgebaut sei. Deshalb würde Audi sicher noch viele Jahre Verbrenner verkaufen, nur eben keine von Grund auf neue Motorengeneration bei Benzinern oder Diesel mehr entwickeln.

In guter Gesellschaft: Auch andere Premiumhersteller entwickeln keine neuen Verbrennungsmotoren mehr

Damit folgt Audi im Prinzip den anderen Premiummarken: Jaguar und Volvo steigen komplett aus dem Verbrenner aus und auch bei Daimler hatte Entwicklungsvorstand Markus Schäfer bekräftigt, dass man keine neue Verbrenner-Generation mehr entwickeln werde. Für die 2016 angelaufene „FAME“-Motorenfamilie seien bereits alle Entwicklungsausgaben abgeschlossen, erklärte Schäfer dem „Handelsblatt“. Die Weiterentwicklung und Produktion aktualisierter Verbrenner wird sukzessive nach China zu Geely verlagert. Entsprechend würde bei Daimler der Großteil der Investitionen künftig in die Elektromobilität gehen.

Entsprechend dreht auch Duesmann das Ruder in Ingolstadt: In fünf Jahren will Audi zwanzig reine Elektromodelle anbieten. Der Q4 e-tron auf MEB-Basis soll breitere Kundenschichten erschließen und der Taycan-Ableger e-tron GT soll neue Kunden erreichen. 2024 will man dann mit der ersten Limousine auf „Artemis-Plattform“ neue Maßstäbe in der E-Mobilität und Connectivity setzen. Beim „Power Day“ hatte Duesmann außerdem erklärt, dass das Fahrzeug das erste im Konzern mit der neuen Cell-to-Pack-Technologie der Einheits-Batteriezelle werden soll – damit kann bei der Anordnung der Batteriezellen auf die derzeit üblichen Module verzichtet werden, was die Komplexität verringert und Kosten spart.

Was bedeutet das?

Auch Audi schaltet in Sachen E-Mobilität einen Gang hoch und bestätigt die Einschätzung, das die geplante Euro-7-Norm den Tod des Verbrenners „durch die Hintertür“ bedeutet. Denn gänzlich neue Motorenfamilien lohnten sich vor diesem Hintergrund nicht mehr. Vielmehr ist zu erwarten, dass sich Audi auf stückzahlenträchtige „Kernverbrenner“ konzentriert und die Verbrenner mit geringen Stückzahlen auslaufen lässt – und stattdessen neue Elektromodelle bringt.

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