Audi ecomove: CO2-Fußabdruck per App erkennen und verkleinern

Bei sich selbst anfangen: Eine digitale Anwendung aus der Ingolstädter Denkwerkstatt soll helfen, Emissionen zu analysieren und zu vermeiden. Ziel: Spielerische Motivation, die Mobilität nachhaltiger zu gestalten.

Cool move! Die App soll helfen, den eigenen CO2-Fußabdruck zu erkennen - und dann zu verkleinern. | Foto: Audi
Cool move! Die App soll helfen, den eigenen CO2-Fußabdruck zu erkennen - und dann zu verkleinern. | Foto: Audi
Johannes Reichel

Die sogenannte Denkwerkstatt der VW-Tochter Audi aus Berlin hat zum Greentech Festival (16.-18. Juni) eine App vorgestellt, mit der User*innen spielend den CO2-Fußabdruck verkleinern sollen. Die ecomove-App soll helfen, den individuellen Mobilitätsemissionen nachzuvollziehen, zu reduzieren und unvermeidbaren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß auszugleichen.

"Für die Menschheit ist der Klimawandel die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Immer mehr Menschen wollen deshalb begreifen, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) sie selbst erzeugen – etwa durch ihre eigene Mobilität", erklären die Macher den Ansatz. 

So erkennt die App beispielsweise automatisch, mit welchen Verkehrsmitteln User*innen gerade unterwegs sind, und errechnet daraus einen persönlichen Mobilitätsscore. Für eine positive Verhaltensänderung locken Belohnungen in Form von Trophäen. Darüber hinaus können verbleibende Emissionen ausgeglichen werden.

„Wir wollten eine App entwickeln, die so etwas Abstraktes wie den CO2-Ausstoß greifbar macht und dazu anleitet, die eigene Mobilität zu überdenken“, erklärt Jan Schäfer, Projektleiter ecomove in der Audi Denkwerkstatt.

Angelehnt an die Pariser Klimaziele

Aufgrund des Beschleunigungsverhaltens und der Geschwindigkeit, mit der eine bestimmte Strecke zurückgelegt wird, berechnet der Algorithmus der App, welches Verkehrsmittel Anwender*innen gerade nutzen. Ob jemand zu Fuß geht oder Bus oder Bahn fährt, für jede Art der Fortbewegung sind durchschnittliche CO2-Werte hinterlegt. Das wird im sogenannten Mobilitätsscore abgebildet, der CO2-Menge und gefahrene Distanz ins Verhältnis setzt. Daraus ergibt sich eine Zahl zwischen null und 100. Angelehnt an das Pariser Klimaabkommen ist das beste Ergebnis, also 100 Punkte, erzielt, wenn der CO2-Fußabdruck unter 55 g CO2/km liegt. Wer hingegen einen persönlichen Mobilitätsscore von null aufweist, hat mit dem Verkehrsmittel seiner_ihrer Wahl deutlich mehr als 200 g CO2/km ausgestoßen.

 

Challenge zu klimafreundlicher Mobilität

Dazu bietet ecomove verschiedene Challenges an, etwa die Aufforderung „Erreiche in zwei aufeinanderfolgenden Wochen mindestens einen Mobilitätsscore von 80“ oder „Verwende an fünf aufeinanderfolgenden Tagen mindestens zwei verschiedene Verkehrsmittel“. Bei Erfolg gibt es eine virtuelle Belohnung, die in Form eines Icons in einen Trophäenschrank wandert.

Brücke zum Handeln: Ausgleich durch Klimaprojekte

Wer will, kann den verbleibenden CO2-Ausstoß durch Klimagutschriften ausgleichen. Dafür stehen technologische und soziale Projekte sowie Aufforstungskonzepte zur Wahl, etwa Invest in Solarparks oder Projekte zur Wasseraufbereitung. Aufgeführt werden nur Projekte, die nach den höchsten Standards zertifiziert sind. Die Investition ist ebenfalls über die App zu tätigen.

Die Audi Denkwerkstatt ist ein Ideation und Incubation Hub der AUDI AG in Berlin. Dauerhaft und temporär entsendete Mitarbeiter*innen entwickeln an der Schnittstelle zwischen Konzern und Start-up-Ökosystem in kleinen "crossfunktionalen" Teams digitale Geschäftsmodelle wie die ecomove-App.

„Wir arbeiten während unseres Innovationsprozesses immer nutzerorientiert. „Die Bedürfnisse der User_innen sind zugleich Ausgangspunkt und Treiber unserer digitalen Lösungen“, wirbt Tim Miksche, Leiter der Audi Denkwerkstatt.

Printer Friendly, PDF & Email