Audi-Chef Duesmann: "Enddatum für Verbrenner macht es allen leichter"

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung fordert Audi-Chef Duesmann ein klares Ausstiegsszenario, eine Verteuerung des CO2-Ausstoß und die Fokussierung auf batterieelektrischen Antrieb.

Entschlossen in Ingolstadt: Audi-Chef Duesmann will der Premium-Konkurrenz die Rücklichter zeigen - und Tesla bald einholfen. Ab 2026 sollen neue Modelle nur noch elektrisch kommen. | Foto: Audi
Entschlossen in Ingolstadt: Audi-Chef Duesmann will der Premium-Konkurrenz die Rücklichter zeigen - und Tesla bald einholfen. Ab 2026 sollen neue Modelle nur noch elektrisch kommen. | Foto: Audi
Johannes Reichel

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat sich Audi-Chef Markus Duesmann für ein fixes Ausstiegsdatum aus der Verbrennertechnologie, Verteuerung fossiler Antriebe und eine klare Konzentration auf batterieelektrische Technologie im Pkw ausgesprochen. "Wir müssen weg vom CO2. Und ein Enddatum macht es für alle einfacher, als wenn wir nur so dahindümpeln", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Ingolstädter VW-Tochter. Das Steuersystem müsse Antriebe mit CO2-Ausstoß teurer machen, womit der Besitz von E-Autos attraktiver werde. Nur so könne die Transformation ein Erfolg werden, forderte Duesmann weiter.

Darauf müsse der Fokus der neuen Bundesregierung liegen, neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien mit Beschleunigung der Verfahren für Wind und Solar. Man dürfe sich zudem nicht in der Vielfalt der Lösungen verlieren, sondern für den Pkw die Priorität auf den batterieelektrischen Antrieb legen. Dazu gebe es keine Alternative.

"Solange wir fossile Kraftstoffe aus dem Boden pumpem, holen wir die CO2-Bilanz der vergangenen Millionen Jahre aus der Erde. Und so bringen wir das Klima in Schieflage".

Den CO2-Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, funktioniere derzeit nur mit Strom, befindet Duesmann. Der Abschied vom Verbrenner falle zwar schwer, aber er sei notwendig. E-Fuels sieht der Audi-Chef erst langfristig als mögliche Alternative, weil dafür Grünstrom im Übermaß vorhanden sein müsse. "Ob dann überhaupt noch Verbrenner produziert werden, halte ich für sehr fraglich", so Duesmann weiter. Er sehe daher keine Zukunft für Verbrennermotoren. Dass es noch mal eine Gegenbewegung gebe, hält der Audi-Chef für unwahrscheinlich.

"Der Klimawandel ist so offensichtlich, dass der die meisten Menschen zumindest zum Nachdenken bringt", glaubt Duesmann.

Technologisch geht Duesmann davon aus, dass man den E-Pionier Tesla einholen werde. Man habe die Hürden beseitigt und wolle ab 2026 neue Modelle nur noch mit Elektroantrieb bringen. In Sachen Ladeinfrastruktur sprach er sich für den Ausbau von Schnellladeangeboten auch in urbanen Räumen aus. Tankstellen sollten als Schnellladehubs genutzt werden. Zudem solle es stadtplanerisch Orte geben, wo keine Autos fahren, aber ein Kompromiss gefunden werden mit dem Bedürfnis von Menschen, in die Stadt zu pendeln.

"Die Stadt mit Autos zu verstopfen, ist sicher nicht unsere Philosophie", erklärte Duesmann.

Er sprach sich für Initiativen zur Schaffung sicherer Radwege aus. Ziel müsse immer sein, den CO2-Ausstoß zu senken. Konzepte wie Carsharing oder Ride-Hailing seien interessant, aber finanziell noch schwierig. Das autonome Fahren in der Stadt sieht Duesmann dagegen eher kritisch, man lege die Software-Architektur der Autos aber dafür aus und sehe einen großen Markt.

 

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