Audi-Chef Duesmann: "Brauchen eine fossilfreie Gesellschaft"

"Das muss aufhören": Der Audi-Chef lässt beim Spiegel-Talk mit Auto-Professor Stefan Bratzel sowie VDA-Präsidentin Hildegard Müller keine Zeifel, was der richtige Weg zur Antriebswende ist: Batterielektrisch.

"Spot on" für Strom: Audi-Chef Duesmann hält nichts von "Technologieoffenheit" und fordert eine Fokussierung auf batterieelektrische Antriebe im Pkw-Bereich. | Foto: Audi
"Spot on" für Strom: Audi-Chef Duesmann hält nichts von "Technologieoffenheit" und fordert eine Fokussierung auf batterieelektrische Antriebe im Pkw-Bereich. | Foto: Audi
Johannes Reichel

Im Rahmen einer Diskussionsrunde auf der Klimakonferenz des Nachrichtenmagazins Spiegelhat Audi-Chef Markus Duesmann keine Zweifel daran gelassen, dass die Antriebswende bei Pkw über den batterieelektrischen Antrieb kommen muss. "Wie kann die deutsche Automobilindustrie die Elektrowende meistern", lautete die Leitfrage des zusammen mit BCG veranstalteten Panels, das auch analysierte, wie die traditionellen Hersteller im Vergleich zu neuen Wettbewerbern dastehen. Diskutiert wurde auch, ob die politischen Rahmenbedingungen stimmten und wie ist vor diesem Hintergrund der aktuelle Koalitionsvertrag zu bewerten ist. In der Debatte vertreten waren neben Audi-CEO Duesmann auch die VDA-Präsidentin Hildegard Müller, der Verkehrsexperte Prof. Dr. Stefan Bratzel (CAM), Wolf-Henning Scheider (ZF Group). Dem Hersteller aus Ingolstadt waren die Kernbotschaften des CEO dabei so wichtig, dass diese vorab veröffentlicht wurden. An klaren Worten ließ es der Audi-Chef dabei nicht missen:

Zur Elektromobilität: 

  • „Der Klimawandel kommt durch die fossilen Kraftstoffe, die wir aus der Erde holen. Das muss aufhören. Wir brauchen eine fossilfreie Gesellschaft.“
  • „Auf dem Weg in eine strombasierte Gesellschaft sind E-Autos die mit Abstand effizienteste Technologie.“
  • „Plug-in-Hybride funktionieren als Brückentechnologie und erleichtern den Einstieg ins vollelektrische Fahren. Damit haben sie auch für die nächsten Jahre ihre Berechtigung. Trotzdem ist das Ziel, auf 100 Prozent E-Autos zu gehen. Erst dann sind wir CO2-neutral.“

Zur Ladeinfrastruktur:

  • „Audi investiert in Elektrofahrzeuge, deswegen investieren wir auch in Ladeinfrastruktur. Überall wo Autos stehen, muss Ladeinfrastruktur vorhanden sein.
  • "Wir können gar nicht genug tun, um eine Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, die vielleicht noch komfortabler ist als das Tanken heute. Ich bin überzeugt, dass Politik und Wirtschaft das gemeinsam hinbekommen.“

Zur Wettbewerbsfähigkeit:

  • „Wir müssen die Probleme dieser Welt technologisch lösen. Und der Volkswagen Konzern hat die finanzielle Stärke, um auf all die technologischen Fragen Antworten zu liefern. Insofern bin ich überzeugt, dass wir – der Standort Deutschland, die deutsche Automobilindustrie und der Volkswagen Konzern – eine gute Chance haben, auch in zehn Jahren die Nummer eins zu sein.“
  • „Wir sind in China heute noch sehr gut aufgestellt und der Volkswagen Konzern ist dort Marktführer. Insofern ist mir vor der Zukunft nicht bange, doch wir beobachten mit großem Interesse, was dort passiert. Denn die E-Mobilität bietet auch neuen Wettbewerbern die Chance, Autos zu zeigen, die respektabel sind.“

.

Printer Friendly, PDF & Email