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Audi: Bad News aus Neckarsulm

Harte Pressemitteilungen aus Neckarsulm: Dem Betriebsrat fehle es weiterhin an verlässlichen Plänen zur Zukunftssicherheit des Werks Neckarsulm. Die Elektrifizierung des Standorts sei bereits vor zwei Jahren vereinbart worden. Doch die Verbindlichkeit von Zusagen habe zuletzt stark gelitten.

Die produkte stehen, die Werksbelegungen scheinbar noch nicht. | Foto: Audi
Die produkte stehen, die Werksbelegungen scheinbar noch nicht. | Foto: Audi
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Gregor Soller

Keine guten News aus Neckarsulm: Die zukünftige Werkbelegung bei Audi sei weiter unklar, heißt es da. Damit brodelt es weiter bei Audi, vor allem im einstigen NSU-Werk Neckarsulm, wo die großen Modelle entstehen. Betriebsrat Alexander Reinhart forderte hier: „Das Werk Neckarsulm muss am Aufbruch in die Elektromobilität teilhaben.“

Das scheint nicht ganz so sicher zu sein, wie es die Technik erklärt: Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler gab in seiner Rede einen Ausblick, woran die Audi-Ingenieure gerade forschen und was sie entwickeln: Das Elektroauto sei im Hinblick auf die kommenden Jahre zweifelsohne das beste Konzept unter den gegebenen Voraussetzungen.

 „Bis 2025 bringen wir rund 30 elektrifizierte Modelle auf den Markt, darunter 20 rein elektrische Modelle. Ab dem Jahr 2020 fährt der Audi e-tron GT, das erste E-Auto, das wir an einem deutschen Standort produzieren, in den Böllinger Höfen vom Band. Auch die Brennstoffzelle hat großes Zukunfts­potenzial“

Rothenpieler hob die besondere Stärke des Standorts Neckarsulm hervor:

„Wir beschäftigen uns im Kompetenzzentrum Wasserstoff hier in Neckarsulm mit der Brennstoffzelle und damit mit der Mobilität von übermorgen. Und wir planen eine Kleinserie – gefertigt in Neckarsulm.“

Betriebsrat Alexander Reinhart forderte vor rund 3.000 Beschäftigten:

„Wir Audianer wollen uns aufeinander verlassen können. Das müssen wir auch, denn die Branche steht vor einem nie dagewesenen Wandel, den wir nur gemeinsam schaffen.“

Denn Betriebsrat und Belegschaft fordern seit Monaten eine klare Perspektive für das Werk Neckarsulm. Im Kern geht es um eine Verbesserung der anhaltend schlechten Auslastung, zukunftsträchtige Technikprojekte und die Einrüstung von zukunftsfähigen Fahrzeugen. Der ersehnte Aufbruch lässt laut der Audi-eigenen Pressemitteilung (!) jedoch auf sich warten. Die Werkbelegung der nächsten Jahre ist weiterhin unklar. Gemachte Zusagen des Vorstands stehen auf dem Prüfstand, wie Reinhart erklärte:

„Sie haben Neckarsulm zwei volumenstarke E-Modelle und eine Batteriemontage zugesichert. Halten Sie ihr Wort und nehmen Sie die rund 17.000 Menschen am Standort von Beginn an mit in die Elektromobilität.“

Dafür gab es viel Applaus. Ein mögliches Szenario, in dem Neckarsulm bis weit in das nächste Jahrzehnt nur Verbrenner fertigen soll, kritisiert der Betriebsrat scharf. Mit Blick auf bevorstehende Umbrüche in der Branche sei eine solche Werkbelegung zu einseitig und unsicher. Vielmehr müsse Audi seine Standorte breit aufstellen, um auf Veränderungen im Markt flexibel reagieren zu können, wie Reinhart und der Betriebsrat fordern:

 „Weil wir in eine ungewisse Zukunft des Automobils blicken, müssen die Chancen und Risiken heutiger und neuer Antriebsarten fair verteilt werden.“

 

 

Mit Blick auf die Verhandlungen zu „Audi.Zukunft“ plädierte Personalvorstand Wendelin Göbel für ein Miteinander von Betriebsrat und Unternehmensleitung: „Lassen Sie uns gemeinsam das beste Ergebnis für alle Audianer finden.“ Das Interesse des Vorstands sei es, mit Audi.Zukunft nachhaltig und schnell zu Einigungen zu kommen, die im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind. An einem Punkt sorgte Göbel für Zuversicht im Neckarsulmer Team:

 

 „Sicher ist, wir wollen in Zukunft Elektro-Fahrzeuge an beide deutschen Standorte bringen.“

Was bedeutet das?

Aktuell hat man den Eindruck, Audi zerfleischt sich hinter den Kulissen selbst: Die letzte Pressemitteilung aus Neckarsulm lässt jedenfalls nichts anderes vermuten. Man darf gespannt sein, wie die Audi-Spitze das Dilemma und die Auslastungsfrage in Neckarsulm lösen wird. Es scheint extrem viel Druck auf dem Kessel zu sein.

 

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