Audi: Autonome Fahrzeug-Lokalisierung mit Drohnen

Hersteller nutzt am Standort Neckarsulm eine autonom fliegende Drohne, um für den Versand vorgesehene Fahrzeuge zu orten und unterstützt damit die Mitarbeiter.

Steffen Conrad, Projektleiter im Bereich Innovationsmanagement überwacht die Drohne, die autonom die Versandflächen am Standort Neckarsulm überfliegt. (Foto: Audi)
Steffen Conrad, Projektleiter im Bereich Innovationsmanagement überwacht die Drohne, die autonom die Versandflächen am Standort Neckarsulm überfliegt. (Foto: Audi)
Johannes Reichel
von Tobias Schweikl

Der Automobilhersteller Audi setzt am Standort Neckarsulm laut einer Mitteilung vom 28. Juli ein eigens entwickeltes Drohnensystem für die Lokalisierung versandfertiger Fahrzeuge ein: Das Fluggerät überfliegt nach Firmenangaben autonom die Fahrzeugversandflächen am Audi-Standort Neckarsulm. Die Drohne erkennt und speichert Audi zufolge mittels GPS- und RFID-Technologie die genaue Position aller überflogenen Fahrzeuge und soll damit die Audi-Mitarbeiter bei der Planung der erforderlichen Schritte von der Fertigstellung der Autos bis zum Versand an die Kunden unterstützen. Der Standort ist Audi zufolge mit den vielen verschiedenen Modellen, die dort gebaut werden, einer der komplexesten im Volkswagen-Konzern. Das macht eine genaue Auftragsplanung besonders herausfordernd.

„Die schnelle Lokalisierung der Fahrzeuge schafft eine noch höhere Prozessqualität und ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zur digitalen Produktion. Die Drohne unterstützt uns dabei aus einer völlig neuen Perspektive. Unsere Erfahrungen werden wir nun mit anderen Audi-Standorten und im VW-Konzern teilen“, erklärt Steffen Conrad, Projektleiter im Bereich Innovationsmanagement am Audi-Standort Neckarsulm.

Grundlage ist der sogenannte RFID (radio-frequency identification)-Chip mit zugehöriger Fahrzeugidentifikationsnummer, den jeder Audi bereits im Karosseriebau erhält. Der speziell entwickelte Hexacopter – eine Drohne mit sechs Propellern – fliegt nach Firmenangaben auf vordefinierten Routen in rund zehn Metern Höhe über die Fahrzeugversandflächen und lokalisiert die dort geparkten Autos ortsgenau. Die Drohne lese mithilfe eines RFID-Readers jedes Fahrzeug beim direkten Überflug aus und speichere die ermittelte GPS-Position, so Audi. Sobald das Fluggerät gelandet sei, würden die Daten über W-LAN automatisch in eine Datenbank übertragen. Das Ergebnis wird Firmenangaben zufolge nach dem Flug auf einer digitalen Landkarte für die Mitarbeiter dargestellt.

Die Drohne hebt ab, fliegt und landet vollkommen autonom, gibt der Hersteller an. Die dafür geschulten Audi-Mitarbeiter starten und überwachen den Flug dem OEM zufolge von einem Laptop oder Tablet aus. Über eine Fernbedienung können sie demnach im Notfall in den sonst vollautomatischen Betrieb eingreifen. Für den Umgang mit industriellen Drohnen seien bereits vier Mitarbeiter geschult, heißt es.

Überführung in die Serienerprobung

Das Pilotprojekt wird Audi zufolge aktuell in eine dauerhafte Serienerprobung überführt, bei der die Experten am Standort Neckarsulm weitere Erfahrungen sammeln. Zukünftig sei der Einsatz von Drohnen zur Fahrzeuglokalisierung auch an anderen Audi-Standorten denkbar, so der Hersteller.

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