Auch Volvo Cars wird ab 2030 nur noch elektrische Autos verkaufen

Volvo kam mit dem rein elektrischen XC40 spät, startet dafür aber konsequent durch: Die Schweden steigen bis 2030 aus dem Verbrenner aus und beginnen zudem eine digitale Vertriebsoffensive.

 

Das Volvo-Portfolio wird schnell um weitere Stromer wachsen. Bis 2025 sind bereits sieben Baureihen geplant. | Foto: Volvo Cars
Das Volvo-Portfolio wird schnell um weitere Stromer wachsen. Bis 2025 sind bereits sieben Baureihen geplant. | Foto: Volvo Cars
Gregor Soller

Jetzt also auch Volvo: Ab 2030 will der schwedische Premium-Automobilhersteller nur noch reine Elektroautos bauen und verkaufen. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, darunter auch Hybride, sollen dann nicht mehr angeboten werden. Der Übergang zum reinen E-Autohersteller, mit dem Volvo auf den schnell wachsenden Markt für Premium-Elektroautos reagiert, ist Teil eines ambitionierten Klimaplans. Das Unternehmen will den CO2-Fußabdruck jedes Volvo Modells über den gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich reduzieren.

Eigentlich hatte Volvo den Ausstieg langsamer geplant

Mit dem jetzt bekanntgegebenen Ziel für 2030 setzt Volvo Cars seine Elektrifizierungsstrategie noch schneller um als zunächst geplant. Neben den ehrgeizigen Klimazielen basiert die Entscheidung auch auf der wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen: Schon heute entscheiden sich immer mehr Kunden für elektrifizierte Volvo-Modelle, der Anteil von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor schrumpft dagegen sukzessive. Immer strengere gesetzliche Vorschriften und der kontinuierliche Ausbau öffentlich zugänglicher und qualitativ hochwertiger Ladeinfrastruktur begünstigen und beschleunigen die Akzeptanz von Elektroautos zusätzlich.

Begleitet wird der Schritt in Richtung Vollelektrifizierung von einem digitalen Direktvertrieb sowie transparenten Komplettpaketen, die Volvo unter dem erweiterten und neu definierten „Care by Volvo“-Angebot zusammenfasst. Alle vollelektrischen Modelle werden ausschließlich online erhältlich sein. Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars, erklärt dazu:

„Um erfolgreich zu bleiben, brauchen wir profitables Wachstum. Anstatt in ein schrumpfendes Geschäft zu investieren, investieren wir lieber in die Zukunft – elektrisch und online.“

Deshalb konzentriere Volvo sich ganz darauf, „ eine führende Position im schnell wachsenden Premium-Elektroauto-Segment einzunehmen.“

Mit dem Volvo XC40 Recharge Pure Electric hat die Marke vergleichsweise spät ihr erstes Elektroauto vorgestellt – dazu kommt eine weitere 40er-Baureihe, die von Anfang an nur noch elektrisch zu haben sein wird. Dieses Duo bildet dann den Auftakt zu einer E-Auto-Offensive bei Volvo: In den kommenden Jahren bringt die schwedische Premium-Marke zahlreiche weitere vollelektrische Modelle auf den Markt. Schon 2025 sollen Elektrofahrzeuge die Hälfte des weltweiten Absatzes ausmachen und der Rest auf Hybride entfallen. Mit dem neuen Jahrzehnt wird dann jeder neue Volvo vollelektrisch unterwegs sein. Gesetzt sind dabei ein noch kleineres Einstiegsmodell, das als XC20 oder XC30 firmieren wird, ebenso wie natürlich größere Modelle der XC60 und XC80 oder XC90-Reihen. Dazwischen könnte noch Platz für eine Coupélimousine und einen Kombi sein.

Noch deutlicher als sein Chef Samuelsson formuliert Henrik Green, Chief Technology Officer (CTO) bei Volvo den Ausstieg:

„Es gibt keine langfristige Zukunft mehr für Autos mit Verbrennungsmotor. Wir sind fest entschlossen, bis 2030 ein reiner Elektroautohersteller zu werden. Dadurch können wir die Erwartungen unserer Kunden erfüllen und bei der Bekämpfung des Klimawandels ein Teil der Lösung sein.“

Was bedeutet das?

Das ging jetzt schnell! Gerade erst saßen wir das erste Mal im rein elektrischen XC40, der ja von den Verbrennern abgeleitet wurde und damit auch noch einen „Kompromiss“ bildet – schon verkündet Volvo den Ausstieg aus der Verbrennerwelt und dreht den Verkauf auf weitgehend digital. Vor dem Hintergrund, dass viele Autohäuser – auch bei Premiummarken – das Geld heute schon in der Werkstatt und nicht mehr im Showroom verdienen, eine nachvollziehbare Entscheidung. Denn als „Backup“ der schönen, neuen, digitalen Welt werden sie weiter gebraucht.

 

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