Auch Skoda erprobt Kofferraum-Belieferung

Für das hauseigene Digi Lab ließ der Hersteller eine App entwickeln, die derzeit in einem offenen Test in Prag erprobt wird. Mutter VW will bald mit "We deliver" öffentlich an den Start gehen.

Klappe auf und zu: Auch Škoda hat für sein Digi Lab eine App für die Kofferraumzustellung entwickeln lassen. Die soll höchsten Sicherheitsstandards genügen. | Foto: Skoda/Ackee
Klappe auf und zu: Auch Škoda hat für sein Digi Lab eine App für die Kofferraumzustellung entwickeln lassen. Die soll höchsten Sicherheitsstandards genügen. | Foto: Skoda/Ackee
Johannes Reichel

Auch der tschechische Automobilhersteller Škoda ermöglicht seinen Kunden jetzt eine App-basierte Warenlieferung in den Kofferraum. Die App nebst Plattform mit modularem Backend hat der lokale Software-Spezialist Ackee für das Škoda Digi Lab entwickelt. Nach ausführlichen internen Tests läuft gerade ein offener Test in Prag, zu dem sich jeder anmelden kann, wie es weiter heißt. Für das Pilotprojekt benötigte man eine mobile App und ein modulares Backend. Dieses sollte nach dem Prinzip eines einfachen skalierbaren Baukastens funktionieren, sodass dem System weitere Partner und Services hinzugefügt werden können. Ein wesentlicher Punkt dabei sei es gewesen, eine reibungslose Kommunikation des Backends mit der API der Partner zu gewährleisten, um die Infos über die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu sammeln und zur Verfügung zu stellen, skizziert der Anbieter. Außerdem sollte es einzige native mobile App für die Kunden und eine für die Kuriere geben, womit beide Gruppen das Auto aus der Ferne “bedienen” könnten.

Mit dem Service könne der Kunde etwa den Status seiner Bestellung verfolgen, die Lieferzeit ändern, sie zum Kalender hinzufügen, den Stellplatz des Autos auf einer Karte anzeigen, sich über die Lieferung informieren lassen und den Ablauf bewerten. Die App ermögliche es einem festgelegten Kurier, das Fahrzeug während eines vordefinierten Zeitfensters leicht aufzufinden. Sie lasse die Lichter aufblinken, überprüft beim Öffnen die Nummernschilder, öffne das Fahrzeug einmalig und verschließe es wieder. Es kann aber auch die Lieferung pausiert und ein Problembericht gesendet werden.  Die Entwickler verweisen auf das hohe Sicherheitsniveau des Serviceangebots, das man durch Systemzertifizierung gewährleisten will. Zudem gebe es unabhängige Tests durch Dritte, man verwende aktuellste IT- und Fahrzeug-Sicherheitsstandards und arbeite nicht zuletzt ausschließlich Kooperationen mit autorisierten Partnern zusammen, die im Besitz einer Transportversicherung sind, verspricht der Anbieter.

Ackee wurde 2012 von Absolventen der Tschechischen Technischen Universität in Prag gegründet. 2016 eröffnete die deutsche Niederlassung in Berlin. Heute sieht sich der Anbieter mit einem Team von 55 Entwicklern als eines der führenden Tech Unternehmen in Tschechien.

Diverse Versuche: Fahrzeug als persönliche Paketstation

Der Test erfolgt auch unabhängig von dem Service, den die Škoda-Mutter Volkswagen derzeit als "We deliver"-Service aufbaut und deren Start zur Registrierung "in den nächsten Wochen" erfolgen, wie man auf der Homepage des Herstellers verlautbaren lässt. Diverse weitere Hersteller experimentierten mit der Kofferraumzustellung, so etwa Daimler mit "Ready to drop" im Smart zusammen mit dem City-Logistik-Spezialisten Liefery. Volvo war 2014 einer der ersten Hersteller, die die neue Zustellart erprobten und bietet den Service in diversen europäischen Städten bereits an, 2018 kooperierte man mit Amazon dafür. Allerdings wurde ein Pilotprojekt in der Schweiz mit "Le Shop" mangels Nachfrage im Frühjahr 2019 wieder beendet. Ebenso war Audi zusammen mit DHL und Amazon bereits ab 2015 an dem Thema dran. Generell hat sich das Konzept bisher aber nicht flächendeckend durchsetzen können.

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