Auch Kia lädt nur noch Grünstrom

Hersteller arbeitet an der Verbesserung der Nachhaltigkeit beim Fahrstrom und kompensiert über den Partner DCS die bezogenen Strommengen per GO-Zertifikat an allen Ladepunkten im eigenen Service.

Strom ist grün: Kia kompensiert die gezogenen Strommengen künftig über die DCS-Option und fördert so regenerative Energien. | Foto: Kia
Strom ist grün: Kia kompensiert die gezogenen Strommengen künftig über die DCS-Option und fördert so regenerative Energien. | Foto: Kia
Johannes Reichel

Gleichzeitig mit der Konzernschwester Hyundai hat auch Kia die Umstellung auf Ökostrom bei seinem Ladeservice gestartet. Bisher sei dies bereits an den Ultra-Schnellladen des Anbieters und Joint-Venture-Partners Ionity der Fall gewesen, so der Hersteller. Künftig soll auch an den weiteren gut 300.000 Ladepunkte, die den Kunden europaweit über den Dienst Kia Charge zur Verfügung stehen, die entnommene Strommenge vollständig durch nachhaltig erzeugten Strom kompensiert werden. Diese sind über das Netzwerk des Kia-Ladepartners Digital Charging Solutions (DCS) zugänglich. Für die Kompensation werde man unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen die Gesamtmenge des Stroms ermitteln und die entsprechende Menge an GO-Zertifikaten („Guarantee of Origin“) erwerben, das die Herkunft aus emissionsfreien regenerativen Quellen garantiert. Der Hersteller setzt hierbei auf Windenergie.

„Durch den Einsatz von GO-Zertifikaten garantieren wir, dass die bei jedem Ladevorgang verbrauchte Energie zu hundert Prozent in Form von Strom aus europäischen Windkraftanlagen in das Stromnetz zurückgespeist wird. Das macht die Nachfrage nach grünem Strom auf dem Markt sichtbar“, meint Jörg Reimann, CEO von Digital Charging Solutions.

Da das DCS-Netzwerk Ladestationen vieler verschiedener Betreiber beinhaltet, sei es nicht möglich zu gewährleisten, dass bei jeder einzelnen Station ausschließlich grüner Strom zum Einsatz kommt. Durch die jetzige Initiative zusammen mit DCS bemühe man sich, die im Netz verfügbare Menge an Strom aus regenerativen Quellen zu erhöhen.

„Indem wir dafür sorgen, dass mehr grüner Strom ins Netz eingespeist wird, können wir den Energiemix zugunsten nachhaltiger Quellen verbessern“, meint Jason Jeong, Präsident von Kia Europe.

Er strebt an, mit der Zeit Teil eines größeren Netzwerks zu werden, das direkt mit Anbietern erneuerbarer Energien zusammenarbeitet und den Kunden zu 100 Prozent grüne Lademöglichkeiten bietet. Aktuell mache man aber auch mit dieser Maßnahme einen großen Schritt.

Schneller Laden: Ein EV6 kommt in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent

Am Joint Venture Ionity ist Kia über seinen Mutterkonzern Hyundai Motor Group beteiligt, mit Zugang zu mehr als 1.600 Hochleistungsladepunkte in 24 europäischen Ländern. An den 350-kW-Ladesäulen könne der E-Crossovers Kia EV6 in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Kia Charge ist zurzeit in folgenden 16 europäischen Ländern verfügbar: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Slowakei und Spanien. In Deutschland haben Kia-Charge-Kunden aktuell Zugang zu 7.051 Gleichstrom-Ladepunkten, darunter fast 4.000 mit mehr als 100 kW Leistung, und zu 47.972 Wechselstrom-Ladepunkten. Das entspreche beim Gleichstromladen einer Abdeckung der öffentlichen Ladepunkte von 100 Prozent und beim Wechselstromladen von 99 Prozent, wirbt der Hersteller. Er lässt dabei die Wahl zwischen den Tarifen „Easy“ und „Advanced“ und verschiedenen Optionspaketen zur günstigeren Nutzung der ultraschnellen Ionity-Ladepunkte.

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