Aston Martin verschiebt Elektrifizierung

Der Kanadier Lawrence Stroll ist mit Konsortium, das 182 Millionen Pfund investiert, bei Aston Martin eingestiegen. Die E-Auto-Pläne wurden derweil auf Eis gelegt.

Aston Martin hat den elektrischen Rapide E auf Eis gelegt. | Foto: Aston Martin
Aston Martin hat den elektrischen Rapide E auf Eis gelegt. | Foto: Aston Martin
Gregor Soller

Die Gerüchte, dass Stroll bei Aston Martin einsteigt, kursierten schon länger. Er wird damit auch Vorsitzender des Kontrollgremiums von Aston Martin, während Andy Palmer CEO bleiben soll. In dem Zuge muss er auch Arbeitsplätze abbauen und Kosten senken. Immerhin soll das V12-Mittelmotorprogramm um den Supersportwagen „Valkyrie“ 2020 ausgerollt werden. dazu könnten weitere Mittelmotorsportwagen anrollen, da Mittelmotorfahrzeuge jetzt „zentraler Bestandteil der Zukunft von Aston Martin Lagonda“ seien. Außerdem entwickelt man ein V6-Motor „mit Hybrid-Fähigkeiten“ der ab Mitte der 2020er Jahre kommen soll.

Denn auch im ganz teuren Preissegment tut sich E-Mobilität wegen der erreichbaren (kleinen) Stückzahlen schwer. Entsprechend zurückhaltend planen Bentley, Rolls-Royce oder Aston Martin ihre Stromer respektive Plug-in-Hybride. Aston Martins elektrische E-Auto-Marke „Lagonda“ soll jetzt von 2022 auf frühestens 2025 verschoben werden. Auch das Gerücht, dass der elektrische Rapide E nicht produziert wird, bestätigte Aston Martin jetzt.

Was bedeutet das?

Stroll ist mit seinem Konsortium jetzt mit 16,7 Prozent an Aston Martin beteiligt. Er ist zudem Eigentümer des Formel-1-Taems Racing Point, in dem sein Sohn Lance fährt. Entsprechend wird Stroll diese Aktivitäten ab 2021 zusammenführen und Racing Point ab 2021 zum offiziellen Aston Martin-Werksteam machen. In Sachen (günstigerer) Formel e hegt der Kanadier jedoch keine Pläne. Nicht zum Zuge kam beim Bieterverfahren Geely. Die Chinesen gaben auch ein Angebot für Aston Martin ab. Sie sind auf der Insel bereits Eigentümer von Lotus und LEVC, außerdem von Volvo. Dazu Großaktionär bei Daimler, wo man im Joint-Venture- die Zukunft der Marke Smart verantwortet. Da Aston Martin bereits über die AMG-Motoren und das Infotainment mit Daimler verbandelt ist, hätte Geely die Marke hier vielleicht schneller und direkter voranbringen können, während Stroll sehr genau sehen muss, welche Projekte er wie vorantreiben möchte und kann.

 

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