Artemis: Audi plant effiziente Elektroautos

Der neue Audi-Chef Markus Duesmann macht Druck: Er ruft eine Einheit für die schnellere Entwicklung zusätzlicher Modelle ins Leben.

Unter dem Projektnamen "Artemis" sollen in Rekordzeit zusätzliche Audi-Modelle entstehen. | Foto: Audi
Unter dem Projektnamen "Artemis" sollen in Rekordzeit zusätzliche Audi-Modelle entstehen. | Foto: Audi
Gregor Soller

Die Plattformen MEB und PPE stehen bereits, Audis dafür gibt es bisher (zu) wenige: um dem abzuhelfen hat Duesmann das „Hightech-Projekts Artemis“ gegründet, das Alex Hitzinger, Motorsport-Chefingenieur und aktuell Treiber des autonomen Fahrens im Volkswagen-Konzern leiten soll. Hitzinger solle mit einem Team von Automobil- und Technologieexperten im ersten Schritt „schnell und unbürokratisch ein wegweisendes Modell für Audi entwickeln“, erklärte Duesmann, der übrigens auch die Gesamtverantwortung für Forschung und Entwicklung im Volkswagen-Konzern trägt. Dazu stünden Hitzinger die Ressourcen und Technologien des gesamten Volkswagen-Konzerns zur Verfügung.

Hintergrund: Auch VW hat die Entwicklung intern umstrukturiert und plant darüber, Audi und VW wieder näher zusammenzurücken. Deshalb wollen Duesmann und seine Konzern-Kollegen mit dem Projekt Artemis auch eine Grundlage für die künftige Entwicklung von Automobilen in der Volkswagen-Gruppe schaffen. Duesmann sieht hier noch viel Luft nach oben und erklärt, das man noch viel mehr Potenzial habe.

 „Naturgemäß bindet die aktuelle Elektro-Offensive im Volkswagen-Konzern mit 75 geplanten E-Modellen bis 2029 alle Kapazitäten. Da lag die Frage nahe, wie wir zusätzliche Hightech-Benchmarks realisieren, ohne die Leistbarkeit bestehender Projekte zu gefährden, und zugleich neue Chancen in den Märkten nutzen.“ Mittelfristig erwarte sich Duesmann von Artemis „eine Blaupause für einen schnellen und agilen Entwicklungsprozess im Konzern, so agil wie bei einem Rennteam“.

Das Team für das Projekt „Artemis“ erhalte große Freiheitsgrade und werde global vom Hightech-Hub „INCampus“ in Ingolstadt bis an die Westküste der USA arbeiten. Digitale Angebote steuere die konzerneigene „car.Software.org“ bei, die ihre Basis ebenfalls in Ingolstadt hat.

 Im Fokus von Artemis stehen laut Audi neue Technologien rund um das elektrische, hochautomatisierte Fahren. Der erste Auftrag sei ein hocheffizientes Elektroauto, das 2024 auf die Straße kommen soll. Um dieses herum werde „ein weitreichendes Ökosystem“ und so ein neues Geschäftsmodell für die gesamte Nutzungsphase geschaffen.

Was bedeutet das?

Konzernchef Diess ist nicht unbedingt für Geduld bekannt und hat jetzt mit Markus Duesmann endlich den Entwicklungschef von seinem Ex-Arbeitgeber BMW losgeeist, den er braucht, um Audi schnell wieder auf Kurs zu bringen. Zumal die Entwicklung im VW-Konzern künftig wieder stärker orchestriert und im engeren Verbund stattfinden soll. Dazu gliedert man mit „Artemis“ auch eine Art Start-up innerhalb des Unternehmens aus, dass abseits der übrigen Entwicklungen für neue Revolutionen in der Entwicklung sorgen soll, die dann wieder auf alle Konzerntöchter zurückgespielt werden können. Wobei der avisierte Entwicklungszeitraum von vier Jahren so kurz nicht ist.   

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