Amazon testet Lieferung mit Urban-Mobility-Cargobikes in Freiburg

Auch der US-Logistiker forciert die Lastenradlogistik und stellt in Freiburg und Hochdorf Lieferungen per E-Cargobikes zu. Bis Ende 2021 sollen Millionen Paketen in Europa emissionsfrei ankommen.

Auf die Räder, fertig los! Auch in Freiburg erprobt Amazon jetzt die Zustellung per E-Cargobike. | Foto: Amazon
Auf die Räder, fertig los! Auch in Freiburg erprobt Amazon jetzt die Zustellung per E-Cargobike. | Foto: Amazon
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Der US-Onlinehändler Amazon hat in Freiburg/Breisgau und Hochdorf den Startschuss für ein weiteres Lastenradlogistikprojekt gegeben. Das fügt sich in die Selbstverpflichtung, bis zum Jahr 2040 in allen Bereichen des Unternehmens CO2-neutral zu werden, wofür man in über 20 europäischen Städten Pilotprojekte für emissionsarme Zustellungen erprobt und durchführt. Dazu zählt etwa die Ausweitung der elektrischen Lieferflotte und der Aufbau der Ladeinfrastruktur für den Betrieb, aber auch alternative, urbane Liefermethoden in Form von Micro Hubs in Innenstädten und die Zustellung mit elektrischen Lieferfahrrädern, elektrischen Scootern oder zu Fuß, wie der Logistiker weiter skizziert. Dabei hofft man, sowohl Effizienz der Zustellung steigern, als auch zugleich Emissionen zu reduzieren.

Die UM-Räder verfügen über Neugetechnik und Rekuperation

Die in Freiburg City und Hochdorf eingesetzten elektrischen Lieferfahrräder sind mit Ladeboxen bestückt, in denen die Pakete transportieren werden können. Die Fahrer*innen der Lieferdienstpartnern, darunter die Tübinger von veloCARRIER nutzen sie, um Pakete zuzustellen. Die mit dem elektrischen Lieferfahrrad vom oberbayerischen Hersteller Urban Mobility zugestellten Pakete werden im Amazon Verteilzentrum in Freiburg-Hochdorf nach Touren sortiert und an die Lieferpartner übergeben. In Freiburg werden derzeit bis zu 14 E-Cargobikes eingesetzt – sieben am Verteilzentrum, die in Hochdorf Bestellungen zustellen sowie sieben am Schwabentorring, welche die Innenstadt beliefern. Die Bikes verfügen unter anderem über zwei E-Motoren an den Hinterrädern zur Tretunterstützung, Neigetechnik sowie Rekuperation und einen kettenlosen Antrieb per Generator.

„Vor gut einem Jahr habe ich noch als Freiburger Stadträtin eine Veranstaltung unter dem Titel ‚Lastenrad statt Lieferwagen!‘ durchgeführt. Deutlich wurde in diesem Gespräch mit Expert:innen: Auch für Freiburg bieten Lastenräder auf der letzten Meile der Logistikkette eine enorme Chance, um die Stadt von Lieferverkehr zu entlasten", kommentiert Nadyne Saint-Cast, Landtagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg.

Micro-Hubs als Voraussetzung für Radlogistik

Eine wichtige Voraussetzung seien aus ihrer Sicht innerstädtische Micro Hubs, in denen die Pakete zwischengelagert und dann mit den Lastenrädern ausgeliefert werden. Es sei erfreulich, dass man ein Jahr später deutlich weiter sei und beispielsweise auch Amazon als großes Logistiker die Pakete teils mit Lastenrädern ausliefere. Damit werde deutlich, dass Elektroleichtfahrzeuge einen wichtigen Beitrag leisten können, um auch den Lieferverkehr umweltfreundlicher zu machen. Wenn dann noch der getankte Strom grün ist, sei das perfekt.

"Emissionsarme alternative Lieferungen sind ein wichtiger Bestandteil von Amazons Ziel, bis 2040 CO2-Neutralität in allen Geschäftsbereichen zu erreichen. Die E-Lieferfahrräder, die wir in Freiburg (Hochdorf) eingeführt haben, tragen dazu bei, Emissionen zu reduzieren und die Effizienz unserer Lieferungen zu erhöhen, da sie uns näher an unsere Kund*innen bringen", meint Martin Andersen, Direktor von Amazon Logistics in Mitteleuropa.

Man werde weiterhin den Einsatz von Lieferfahrrädern und Micro Hubs in ganz Europa prüfen und die Lieferwagenflotte elektrifizieren, kündigte er an. In ganz Europa prüfe man eine Reihe von alternativen Zustellmethoden und arbeitet mit zahlreichen lokalen Partnern zusammen, um die Effizienz zu steigern und die Emissionen zu reduzieren. Elektrische Lieferfahrräder werden derzeit in sieben deutschen Städten, darunter Dortmund, Essen, Hamburg, Osnabrück, München, Stuttgart und Freiburg, eingesetzt. Der US-Logistiker arbeitet auch mit Stadtverwaltungen in ganz Europa zusammen und betreibt städtische Micro Hubs, wie zum Beispiel in Dortmund am Ostwall.

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