Alfa Romeo: Upgrades bei Technologie und Sicherheit

Auch die Topmodelle Giulia Quadrifoglio und Stelvio Quadrifoglio werden im neuen Modelljahrgang weiter aufgewertet, vor allem in den Bereichen Technologie, Konnektivität und Sicherheit – Elektrifizierung? Scusi, no!

Jetzt optional auch in grüb: Giulia und Stelvio Quadrifoglio. | Foto: Alfa Romeo
Jetzt optional auch in grüb: Giulia und Stelvio Quadrifoglio. | Foto: Alfa Romeo
Gregor Soller

Elektrifizierte Modelle des Geburtstagskindes Alfa Romeo lassen weiter auf sich warten, zumal die Corona-Krise die ausschließlich in Italien produzierende Marke hinsichtlich Absatz und Produktion nochmal extra hart traf. Deshalb konzentrierte man sich bei Alfa notgedrungen auf die wichtigen Upgrades in Sachen Konnektivität und Sicherheit. Ab jetzt ist autonomes Fahren nach Level 2 möglich. Dazu hat Alfa Romeo Giulia und Stelvio mit einem neuen, zusammen mit Bosch entwickelten elektronischen Fahrerassistenzsystem ausgestattet. Level 2 wird per Definition erreicht, wenn das Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen die Steuerung von Gaspedal, Bremse und Lenkung übernimmt. Dabei unterstützen der Spurhalteassistent (Lane Keeping Assist), Aktiver Totwinkel-Assistent (Active Blind Spot Assist), Aktives Geschwindigkeitsregelsystem (Active Cruise Control), erweiterte Geschwindigkeitsregelanlage (Cruise Control), Verkehrszeichen-Erkennung/intelligente Geschwindigkeitskontrolle (Traffic Sign Recognition/ Intelligent Speed Control), Stauassistent/Autobahnassistent (Traffic Jam Assist/Highway Assist) und der Müdigkeitsassistent (Driver Attention Assist). Der Fahrer muss dennoch immer die Kontrolle über das Fahrzeug behalten und die Hände am Lenkrad halten – ansonsten kann man die Alfas theoretisch auch mal allein auf der Autobahn fahren lassen.

Endlich: Überarbeitetes Infotainment

Das neue Infotainmentsystem wird über einen Touchscreen mit 8,8 Zoll (22,3 Zentimeter) Bildschirmdiagonale gesteuert. Das System ermöglicht die Nutzung von Online-Diensten (Connected Services). Exklusiv für die neuen Quadrifoglio-Modelle bietet es außerdem Echtzeit-Darstellungen zu wichtigen Fahrzeugparametern – darunter Temperaturen verschiedener Komponenten, Drehmomentabgabe des Motors und Turboladedruck sowie Daten zu Fahrleistungen wie Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit.

Innen soll die überarbeitete Mittelkonsole Haptik und Optik weiter Richtung Premium verschieben und zudem mehr Stauraum bieten. Ebenfalls neu gestaltet hat man dabei das Lenkrad und den mit Leder bezogenen Schaltknauf. Die Sicherheitsgurte sind alternativ zum klassischen Schwarz auch in Rot oder Grün erhältlich. Ab dem dritten Quartal stehen für die elektrisch verstellbaren Sportsitze außerdem Bezüge aus perforiertem Leder anstelle der serienmäßigen Sportsitze zur Wahl. Außerdem sind Schalensitze von Sparco mit aus Kohlefaser gefertigten Rückenschalen erhältlich.

Beide Modelle nutzen auch die Elektronik für die Optimierung der Aero- und Fahrdynamik: Dazu zählen der aktive Frontspoiler (Alfa Active Aero Splitter) bei der Giulia und bei beiden Modellen das aktive Fahrwerk (Alfa Active Suspension) sowie die Fahrdynamikregelung Alfa DNA Pro mit zusätzlichem Modus „RACE“. Ist dieser angewählt, führt die Automatik Gangwechsel binnen 150 Millisekunden durch. Alle elektronischen Fahrassistenzsysteme werden in Echtzeit von der Alfa Chassis Domain Control koordiniert. Die „Dual-Mode-Abgasanlage“ mit vier Endrohren bietet im Race-Modus einen markanteren Ton sorgt. Optional steht eine Titan-Abgasanlage von Akrapovic zur Verfügung, die ein noch schärfer abgestimmtes Klangbild und Endrohre mit Verkleidungen aus Kohlefaser bietet. Auf den ersten Blick zu erkennen ist der Modelljahrgang an den neu gestalteten LED-Rücklichtern mit abgedunkelten Gläsern, am dunkel glänzenden Finish von V-Kühlergrill und Außenspiegeln und – wenn gewünscht – an den neu gestalteten 21-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Auf 500 Exemplare limitiert ist die 540 PS starke Giulia GTA oder Giulia GTAm, die man auf Wunsch an einem der legendärsten Orte in der Historie von Alfa Romeo persönlich abholen kann – den ehemaligen Werkstätten des Rennteams Autodelta im norditalienischen Balocco. Die weitreichende Verwendung von ultraleichten Materialien senkt außerdem das Fahrzeuggewicht um 100 Kilogramm im Vergleich zum Modell Quadrifoglio. Das Resultat ist ein Leistungsgewicht von 2,82 Kilogramm pro PS. Die Preise für die limitierten Topmodelle Giulia GTA und Giulia GTAm sind allerdings gesalzen: Sie beginnen in Deutschland bei 173.000 Euro (knapp 145.380 Euro netto) respektive 178.000 Euro (knapp 149.580 Euro netto).

Was bedeutet das?

Alfa Romeo muss weiter kleine Brötchen backen: Wo (nicht nur) die Premium-Konkurrenz bis auf Audi A4 und Jaguar XE mittlerweile überall Plug-in-Hybride aufgefahren hat, müssen sich Giulia und Stelvio mit kleineren Updates über den 110. Geburtstag der Marke retten, die sich eine 540-PS-Topversion für sehr viel Geld gönnt. Kleine Party im kleinen Kreis – die ganz große Elektrifizierungswelle dürfte erst die Fusion mit PSA samt Nutzung gemeinsamer Plattformen bringen.

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