Alfa Romeo Tonale könnte erst im Frühjahr 2022 starten

Technisch nutzt der Alfa Romeo Tonale den Plug-in-Hybrid des Jeep Duos Compass/Renregade, der für den Alfa jetzt aber nochmal nachgebessert werden soll – was die Vorstellung um drei Monate verzögern könnte.

Die Tonale-Studie stand bereits auf dem Genfer Salon 2019. | Foto: G. Soller
Die Tonale-Studie stand bereits auf dem Genfer Salon 2019. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Alfa Romeo muss laut „Automotive News Europe“ noch länger auf die Elektrifizierung warten: Eigentlich hätte der kompakte Plug-in-Hybrid „Tonale“, der teils auch die ausgelaufene Gulietta ersetzen soll im Herbst 2021 präsentiert werden sollen, um spätestens ab Januar 2022 zu den Kunden zu rollen. Es tauchten bereits Bilder von sogenannten Clinic Tests der Serienmodelle auf, welche die Serienversion zeigen. Die hat größere Scheinwerfer und Rückleuchteneinheiten verbaut, größere Außenspiegel und Bügeltürgriffe auf. Doch die Proportionen der Studie konnten komplett in die Serie übernommen werden. Von Jeep stammt der Antriebsstrang samt Benziner-Motoren und den Sechsgang-Boxen als Schaltgetriebe und Automatik.

So weit, so gut. Doch viel wichtiger für die Marke ist der Plugin-Hybridantrieb. Hier haben wir bei Jeep eine Systemleistung von 190 oder 240 PS und je 520 Nm Drehmoment, wobei der 1,3-Liter-Benziner vorn zieht und eine E-Maschine die Hinterräder antreibt. So können Vorder- und Hinterachse getrennt und unabhängig voneinander mit Antriebsmoment versorgt werden und der Allradantrieb lässt sich effektiver und effizienter regeln lassen als ein mechanisches System mit Kardanwelle.

Doch genau dieses Antriebspackage scheint dem neuen Alfa-CEO Jean-Philippe Imparato nicht zu gefallen: Denn der Tonale gilt als wichtiger Baustein für die Zukunft Alfa Romeos und muss entsprechend souverän auftreten. Und das tut der Jeep mit dem kleinen Benziner nur in Maßen. Zwar passen Leistung und Reichweite, doch Maßstäbe setzen Renegade und Compass Plug-in-Hybride keine. Deshalb soll nochmal nachgebessert werden, was zu einer weiteren Verzögerung von drei Monaten führen soll. Heißt: Die elektrisierte Zukunft von Alfa Romeo wird wohl erst im Frühjahr 2022 zu den Kunden rollen.

Was bedeutet das?

Alfa-Romeo ist abermals so ausgezehrt, dass ein neues Modell unbedingten Erfolg bringen muss: Denn mittlerweile befinden sich nur noch Giulia und Stelvio im Programm und kein einziges elektrifiziertes Modell. Der Tonale sieht auch im Serientrimm noch gelungen aus, dürfte aktuell aber keine technischen Maßstäbe setzen. Doch genau das muss er, den nur schön sein genügt für eine Marke wie Alfa Romeo nicht mehr.   

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