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Alfa Romeo Junior: Überraschende Deutschland-Premiere

Der aktuell einzige in Deutschland verfügbare Junior tourt durch Deutschland: Wir konnten im Autohaus Bernegger in Rosenheim schon mal Probe sitzen und waren mehrfach überrascht.

Noch verhüllt: Gut zu sehen die drei LEDs der Scheinwerfer - Alfa-typisch. | Foto: J. Soller
Noch verhüllt: Gut zu sehen die drei LEDs der Scheinwerfer - Alfa-typisch. | Foto: J. Soller
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Gregor Soller

Er wirkt größer als er ist: Das hauseigene Centro Stile schuf einen eleganten Kompakten, dessen Proportionen stimmen: Er ist 417 Zentimeter lang, 178 Zentimeter breit und 150 Zentimeter hoch. Wir öffnen die Tür, nehmen Platz und sind das erste Mal überrascht: Passt wie angegossen! Noch hatten wir in einem Alfa Romeo eine so stimmige Ergonomie!

Lederlenkrad und Instrumentenabdeckung im "Cannocchiale“-Design

Passend zum sportlichen Charakter ist das handliche Lenkrad und die zum Fahrer hingeneigte Mittelkonsole. Die Hauptinstrumente zitieren im „Cannocchiale“-Design historische Alfa Romeo, sind allerdings formaler Fake: Denn die beiden runden Höhlen spannen sich über einen 10,25-Zoll-TFT-Screen mit Informationen zu den wichtigsten Fahr- und Fahrzeugdaten. Zum Fahrer neigt sich dann ein weiterer 10,25-Zoll-Screen, über den Infotainment, Konnektivität und verschiedene Fahrzeugeinstellungen gesteuert werden. Und hier fühlt man sich dann schon sehr an die übrige Stellantis-Verwandtschaft erinnert: Auch im Alfa hat man die Widgets, die man „hin- und herkacheln“ kann, ganz wie es einem beliebt, um wichtige Funktionen nach vorn zu holen. Im dunklen leuchten dazu die Bedienelemente der beiden runden äußeren Lüftungsdüsen. Das alles scheint allerdings so teuer gekommen zu sein, dass für die Armaturentafel und die Türverkleidungen fast nur noch Hartplastik blieb, was uns auch etwas überraschte. Premium wäre hier anders – da hätte ein kleiner Streifen aus Recylingstoff oder –holzfake oder oder schon für mehr Wohnlichkeit gesorgt. Die vorderen Sitze können optional als Sportsitze geordert werden, dann stammen sie vom Rennsportspezialisten Sabelt und bieten noch knackigeren Halt.

Wir steigen um in den Fond und fühlen uns an unseren 159 Sport Wagon erinnert: Auch der hatte viel Platz vorn, einen großen Kofferraum (hier übrigens auch üppige 400 Liter!)., aber eher wenig Platz für die Fahrgäste in Reihe zwei. Klare Entscheidung: Juniors dürften tendenziell eher nicht von Familien bewegt werden, aber ordentlich Kofferraum darf es dann trotzdem sein. Und: Der Stromer bietet einen Frunk fürs Kabel. Alfa kann auch echt praktisch, Überraschung drei!

Das ausgestellte Fahrzeug er Vorserie war ein Junior Elettrica mit 115 kW (156 PS), dessen Kühlergrill den Alfa Romeo-typischen „Scudetto“-Kühlergrill im mattschwarzen Progresso-Design trug. Das Nummernschild wanderte beim Junior aus Grunden des Fußgängerschutzes übrigens wieder in die Mitte, was vielen bei der ersten Präsentation übrigens gar nicht auffiel – auch Alfisti nicht…man startet mit einer Sonderversion „Speciale“, die und Karosseriedetails in mattschwarz mit roten Akzenten bietet, Alfa-typischen 18-Zoll-Leichtmetallrädern, Lederlenkrad, der elektrisch verstellbarem Fahrersitz mit Massagefunktion sowie elektrisch betätigter Heckklappe mit Gesten-Steuerung und dem schlüssellosen Zugangs- und Motorstart-System. Fahren könnte man „teilautonom auf Stufe 2“, geladen werden kann mit 11 kW AC und bis zu 100 kW DC und beim Speciale sind sinnvolle Extras wie Wärmepumpe und Vortemperierung der Batterie an Bord.

Das Scudetto kam ganz neu

Traditionalisten freuen sich über die Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer mit „3+3“-Signatur neben dem „Scudetto“-Kühlergrill. Der ist erstmals in zwei unterschiedlichen Varianten „Leggenda“ (Legende) und „Progresso“ (Fortschritt) verfügbar, beide unserer meinung nach auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig: In der Version „Leggenda“ ist der historische Alfa Rome-Schriftzug erkennbar, der an die Alfa Romeo Sportwagen der 1920er und 1930er Jahre angelehnt ist. „Progresso“ ist direkt vom neuen Alfa Romeo 33 Stradale inspiriert und zeigt das Kreuz und die Schlange aus dem Markenlogo. Laut Markensprecherin Dorothea Knell war beim Junior durchaus beabsichtigt, mit der ein oder anderen Tradition zu brechen und auch mal etwas Neues auszuprobieren.

Das scheint gelungen zu sein, denn am Abend der Präsentation im Autohaus Bernegger, das mit familiärer Wärme einen „roten Abend“ für den Junior zelebrierte, konnten gleich drei Verträge für den Junior geschrieben werden: Die Kunden wollten alle nur einmal probesitzen. Und die Ergonomie so stimmig ist, übertrug sich das gleich auf den Kaufvertrag. Die Preise starten für den Alfa Romeo Junior Ibrida mit Hybrid-Technologie ab 29.500 Euro, für den elektrisch angetriebenen Elettrica bei 39.500 Euro.

Was bedeutet das?

Alfa Romeo ist anders und hat seinen „Tribe“ bereits, was der familiäre Abend bei Bernegger bewies: Auch wenn man sich aktuell (noch) in einer Nische bewegt – der Junior dürfte der Marke hier definitiv heraushelfen. Manche Insider trauen ihm bis zu 40% Absatzvolumen zu.

 

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