Akkuhersteller Microvast startet durch

Am 1.2.2021 hat Microvast seine Europazentrale in Ludwigsfelde bei Berlin eröffnet. Außerdem strebt man einen Börsengang an.

MIcrovast zieht Verwaltung und Administration jetzt in Ludwigsfelde bei Berlin zusammen. | Foto: Microvast
MIcrovast zieht Verwaltung und Administration jetzt in Ludwigsfelde bei Berlin zusammen. | Foto: Microvast
Gregor Soller

Die Plattform „elective.net“ berichtet über den Umzug der Microvast-Zentrale von Frankfurt/Main nach Ludwigsfelde, wo sich auch die Montage der Batteriemodule befindet. Die soll wie geplant zum Ende des ersten Quartals im März starten. Die Modul-Produktionslinie wurde von Thyssenkrupp zugeliefert und ist rund 100 Meter lang. Die Anlage, die in einer rund 10.500 Quadratmeter großen Halle aufgestellt wurde, soll laut Microvast in der ersten Phase 500.000 Batteriemodule fertigen. Diese sollen dann in einem 5.300 Quadratmeter großen Depot vor der Distribution in ganz Europa zwischengelagert werden. In dem Depot werden auch die angelieferten Einzelkomponenten gelagert.

Mittelfristig sollen bis zu 250 Arbeitsplätze entstehen

Microvast will in dem Werk Batteriesysteme mit Zellen zusammensetzen, die von der chinesischen Schwestergesellschaft Microvast Power Systems Co. Ltd. in China produziert wurden – etwa für Mobilitätsanwendungen in E-Autos, E-Bussen und Nutzfahrzeugen, aber auch für stationäre Energiespeicher oder Spezial-Anwendungen in Schwerlastmaschinen für Häfen oder Bergwerke. Die Fertigungskapazität soll anfangs bei 1,5 GWh pro Jahr liegen, später soll Ludwigsfelde auf bis zu 6 GWh ausgebaut werden. Dann sollen bis zu 250 Arbeitsplätze entstehen. Für die erste Ausbaustufe hat das 2006 in Texas gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben rund 50 Millionen Euro investiert.

Trend bei Start-ups: Durch Fusionen an die Börse

Die Muttergesellschaft Microvast Inc. will mit der Tuscan Holdings Corp. fusionieren und an die US-Börse gehen. Der Börsengang soll dem fusionierten Unternehmen 540 Millionen Dollar einbringen (das sind umgerechnet knapp 450 Millionen Euro). Ein Börsengang über eine Fusion mit einer bereits börsennotierten Investmentgesellschaft ist laut „electrive net“ in den vergangenen Monaten in der eMobility-Branche stark in Mode gekommen. So hat Nikola Motor mit VectorIQ fusioniert, während Lordstown diesen Schritt mit der Diamond Peak Holdings gehen möchte. Auch das Ladeunternehmen Chargepoint möchte mit Switchback Energy fusionieren um an die Börse zu kommen. Interessanter Nebenaspekt: Die Investmentgesellschaften wurden meist nur zu diesem Zweck gegründet und werden deshalb auch als „special-purchase acquisition company“ (SPAC) bezeichnet. Mit einem solchem SPAC-Deal lassen sich bei einer Fusion die sonst üblichen Abläufe eines eigenen Börsengangs beschleunigen, da die jeweilige SPAC bereits börsennotiert ist. In den USA kann ein klassischer Börsengang bis zu zwei Jahre dauern.

Was bedeutet das?

Auch bei Microvast geht man zügig die nächsten Schritte. Man darf gespannt sein, welche Kunden das Unternehmen in Europa aquirieren wird und ob der Börsendeal klappt.

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