Aiways liefert U5 ab September

Die Vorbestellungen bei Euronics sollen ab Ende April möglich sein.

Auf der Euronics-Webseite ist der Aiways bereits eingestellt. | Foto: Aiways/Euronics
Auf der Euronics-Webseite ist der Aiways bereits eingestellt. | Foto: Aiways/Euronics
Gregor Soller

Aiways bleibt bei seinem Markteinstieg in Europa, auch wenn der sich durch die Corona-Krise etwas nach hinten schieben dürfte. Nachdem die Fabriken in China bereits wieder anlaufen, konnte auch der U5 in Produktion gehen. Laut Alexander Klose, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Aiways für das Auslandsgeschäft, sei die Fertigung in China Mitte März langsam wieder angelaufen. Eigentlich wollte man bis spätestens Mai auch in Deutschland erste Autos auf der Straße haben, doch zum aktuellen Zeitpunkt liegt der Handel ohnehin danieder. Entsprechend soll die Produktion der Europa-Version des U5 jetzt im Juli beginnen.

Interessant: Aiways nutzt die Verzögerung laut der Plattform „Edison“ auch gleich, um den U5 dezent zu optimieren:  Die EU-Fahrzeuge sollen demnach schon eine neue Elektromotor-Getriebe-Einheit aus eigener Entwicklung erthalten. Diese sei laut Aiways im Vergleich zum bisherigen Antriebsstrang eines US-Zulieferers rund 40 Kilogramm leichter und sparsamer. Und kann produziert werden, während die US-Wirtschaft sich aktuell auch im Shut-down-Modus befindet. Die Leistung gibt man mit 147 kW (190 PS) an.

Beim Vertrieb geht man ungewöhnliche Wege: Vorbestellungen für den U5 aus Deutschland will Aiways ab Ende dieses Monats auf einer extra Website des Vertriebspartners Euronis annehmen. Die deutsche Einkaufsgenossenschaft für Elektrogeräte soll später außerdem auf einer Ausstellungsfläche mit geschultem Personal Beratung sowie Probefahrten direkt vor den Euronics-Geschäften anbieten. Der Grundpreis soll unter 40.000 Euro brutto starten. Dafür gibt es einen 63-kWh-Akku, der bei einem WLTP-Stromverbrauch von 16,3 bis 17,4 kWh/100 km maximal etwas mehr als 400 Kilometer Reichweite nach WLTP-Standard bieten soll. In der Realität mit Klimatisierung und Autobahnfahrten ist hier eher von 300 Kilometer minus x auszugehen. Womit die meisten Kunden im Alltag gut zurecht kommen könnten: Zwar könne man den U5 leicht mit einem 90- oder 100-kWh-Akku ausstatten, aber das würde das Fahrzeuggewicht und den Preis merklich erhöhen.

Hinsichtlich Qualität und Package zielt das Aiways-Team mit viel Audi- und VW-Erfahrung in China just auf den Ex-Arbeitgeber: Erste Sitz- und Fahreindrücke mehrerer Foren und Kollegen versprechen eine routiniert verarbeitetes SUV mit sehr viel Platz zu erschwinglichen Preisen. Nur beim Euro-NCAP-Test bot der U5 noch kein ganz so rundes Bild: Hier bleib es bei drei Sternen, vor allem wegen dem mäßigen Fußgängerschutz und teils schwachen Ergebnissen beim Seitenaufprall.

Was bedeutet das?

Der U5 hat das Zeug dazu, schnell Kunden zu gewinnen: Preis und Package stimmen. Noch wichtiger wird langfristig aber der Service sein. Und dass der U5 beim Euro-NCAP bei einem späteren Facelift vielleicht noch ein oder gar zwei Sterne draufpackt.

 

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