Airport München: Magnet-Schwebebahn könnte wieder abheben

Per Machbarkeitsstudie will das Bundesverkehrsministerium die Idee einer Magnetschwebebahn zum Airport München prüfen. Max Bögls TSB fährt bereits und soll viel rentabler sein als der Transrapid. 

Schwebend zum Airport: Das Bundesverkehrsiministerium will mit dem TSB die Idee einer Magnetschwebebahn neu eruieren. | Foto: Max Bögl
Schwebend zum Airport: Das Bundesverkehrsiministerium will mit dem TSB die Idee einer Magnetschwebebahn neu eruieren. | Foto: Max Bögl
Johannes Reichel

Bei einem Termin am Münchener Flughafen haben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der neue Flughafenchef Jost Lammert sowie der Bauunternehmer Max Bögl ihr Vorhaben für eine "Machbarkeitsstudie Magnetschwebebahn München" vorgestellt. Damit könnte die Idee einer Schnellbahnverbindung zwischen dem Zentrum der bayerischen Landeshauptsstadt und dem Flughafen in der Nähe von Freising wiederaufleben, allerdings auf anderem technologischen Niveau und deutlich preiswerter.

Das sogenannte Transport System Bögl TSB setzt auf rentablere Technik und weniger High-Speed: Maximal 150 km/h statt wie beim Transrapid bis zu 500 km/h soll die Magnetschwebebahn schnell sein. Das senkt zugleich die Energie- und Betriebskosten dramatisch. Pro Kilometer Fahrweg sollen diese zwischen 30 Millionen und 50 Millionen Euro betragen. Seit 2017 gibt es eine Teststrecke in Sengenthal. Der in dem jetzigen Projekt vorgesehe Zug ist laut Bögl auf Strecken von bis zu 50 Kilometer ausgelegt.

Weniger Speed, weniger Kosten, weniger Platz

Das geringere Tempo erfordert auch weit geringere bauliche Dimensionen: Die TSB nimmt sich geradezu zierlich aus im Verhältnis zum Transrapid. So umfassen beim TSB die viel kompakter gebauten Schienen den Zug, nicht wie beim Transrapid der Zug die Schienen. Das Gespann schwebt in zwei Zentimeter Höhe auf einem Magnetfeld und kombiniert maximal sechs Waggons, die bis zu 726 Personen befördern.

Im oberpfälzischen Sengenthal betreibt der Bauunternehmer bereits seit 2017 Jahren eine Teststrecke, auf der das System dem Vernehmen nach wie versprochen funktioniert. Aus dem Ministerium war nur zu erfahren, man wolle "innovative Anwendungen im Nahverkehr erproben, um technische und wirtschaftliche Potenziale gegenüber anderen Verkehrssystemen" zu eruieren. Die Verbindung zum Flughafen, bisher nur mit der S-Bahn von München her per Schiene erreichbar, steht häufig in der Kritik als störanfällig und langsam.

Die TSB könnte möglicherweise auch eine Fernbahnanbindung obsolet machen, die immer wieder diskutiert wird. Mit der Prüfung beauftragt wurde die Firma TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH, die nun ein Jahr Zeit hat, die Potenziale auszuloten. Pro Jahr seit 2018 seien eine Million Euro Haushaltsmittel für die Erforschung bereitgestellt, so Minister Scheuer vor Ort.

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