Air Liquide und Iveco erproben Wasserstoff-Antrieb im Fernverkehr

Die beiden Unternehmen wollen untersuchen, wie mit Brennstoffzellen betriebene Elektro-Lkw im Fernverkehr einsetzbar sind.

Iveco hat mit seinem Partner Nikola jüngst den Prototyp eines brennstoffzellenbetriebenen Lkw vorgestellt. Die Variante soll voraussichtlich Ende 2023 bei Iveco in Ulm in Produktion gehen. | Bild: Iveco
Iveco hat mit seinem Partner Nikola jüngst den Prototyp eines brennstoffzellenbetriebenen Lkw vorgestellt. Die Variante soll voraussichtlich Ende 2023 bei Iveco in Ulm in Produktion gehen. | Bild: Iveco
Johannes Reichel
von Tobias Schweikl

Der Nutzfahrzeughersteller Iveco und Industriegase-Spezialist Air Liquide haben ein Memorandum of Understanding zur Entwicklung der Wasserstoffmobilität in Europa unterzeichnet. Man wolle zusammen das Fachwissen von Air Liquide über die Wasserstoff-Wertschöpfungskette, von der Produktion über die Speicherung bis hin zum Vertrieb, sowie das Know-how von Iveco als Fahrzeughersteller nutzen, um zu einer sauberen Mobilität beizutragen.

„Wir engagieren uns für die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft und freuen uns, mit Air Liquide zusammenzuarbeiten, um den effektivsten Weg zu finden, den Betreibern diesen nachhaltigen alternativen Kraftstoff zur Verfügung zu stellen“, sagte Luca Sra, designierter Präsident der Truck Business Unit der Iveco Group. „Es ist wichtig, dass wir uns alle auf das Ziel der globalen Netto-Null-Emissionsziele konzentrieren und zusammenarbeiten, um die Branche bei der Erreichung dieses Ziels schneller voranzubringen.“

Beide Partner wollen demnach Mittel und Ressourcen bereitstellen, um die Einführung von schweren, mit Brennstoffzellen betriebenen Elektro-Lkw für den Fernverkehr in Verbindung mit der Einrichtung eines Netzes von Wasserstofftankstellen für erneuerbare oder kohlenstoffarme Energieträger entlang der wichtigsten transeuropäischen Verkehrskorridore zu untersuchen. Parallel dazu wollen beide Unternehmen gemeinsam Initiativen zur Förderung der Wasserstoffmobilität fördern, indem sie alle Beteiligten entlang der gesamten Wertschöpfungskette einbeziehen.

Matthieu Giard, Vizepräsident und Mitglied des Exekutivausschusses, der bei Air Liquide für die Wasserstoffaktivitäten verantwortlich ist, sagt: „Wasserstoff kann erheblich zur Verringerung der Emissionen im Verkehrssektor beitragen, da er sich besonders gut für schwere Fernverkehrsnutzfahrzeuge eignet. Air Liquide freut sich, gemeinsam mit einem führenden Unternehmen wie Iveco zu erforschen, wie wir diese Revolution gemeinsam in Gang setzen können. Im Einklang mit seinen Nachhaltigkeitszielen setzt sich Air Liquide für die Entwicklung von Wasserstoff-Ökosystemen ein und trägt zur Entstehung einer kohlenstoffarmen Gesellschaft bei.“

Die nun vereinbarte Partnerschaft stehe im Einklang mit der laufenden Zusammenarbeit der Unternehmen im Rahmen des HyAMMED-Projekts (Hydrogène à Aix-Marseille pour une Mobilité Ecologie et Durable) in Südfrankreich. Dort geht es um die Entwicklung der ersten europäischen Flotte von 44-Tonnen-Lkw mit Brennstoffzellen-Elektroantrieb. Dies steht in Verbindung mit einer ersten Hochdruck-Wasserstofftankstelle mit einer Kapazität von einer Tonne pro Tag.

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